Streit um Umbenennung von Haltestelle Bonner Stadtrat erlebt eine Sternstunde der politischen Debatte

Kolumne | Bonn · Weiterhin „Olof-Palme-Allee“ oder künftig „Platz des Grundgesetzes“? Mit dieser Debatte über die Namensgebung für den Punkt am Ende der Autobahn A562 hat sich der Rat der Stadt Bonn beschäftigt. Ihr verlauf war durchaus kurios.

Trägt einen neuen Namen: Der Platz des Grundgesetzes.

Trägt einen neuen Namen: Der Platz des Grundgesetzes.

Foto: Benjamin Westhoff

Sternstunden demokratischer Debatten finden oft zu einer Uhrzeit statt, zu der Schichtarbeiter schon im Bett liegen. Am Donnerstagabend war es im Bonner Rat nach 22 Uhr wieder so weit. Auf der Tagesordnung stand der Antrag des Bürger Bundes Bonn (BBB), die Bahnhaltestelle „Olof-Palme-Allee“ an der B9 in „Platz des Grundgesetzes“ umzubenennen. Schließlich habe der weitläufige Platz, Ende Gelände von Deutschlands kürzester Autobahn A562 und ansonsten verkehrlich nur für Todesmutige erreichbar, erst vor wenigen Wochen mit großem Tamtam seinen neuen Namen erhalten. Nun lag eine Stellungnahme der Stadt vor, nach der die Stadtwerke (SWB) eine Umbenennung ablehnen. Namen von Haltestellen dienten Fahrgästen zur Orientierung. Der genannte Punkt habe mehrfach wechselnde Namen getragen. Zudem wäre der Eingriff mit Investitionen in sechsstelliger Höhe verbunden.