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Dreh in Sankt Remigius: Bonner Sternsinger sprechen Segen vor der Kamera

Dreh in Sankt Remigius : Bonner Sternsinger sprechen Segen vor der Kamera

Dieses Jahr ziehen sie nicht von Tür zu Tür. Stattdessen haben die Sternsinger in der Kirche Sankt Remigius einen Film gedreht. Dabei lernen sie auch: Das Filmgeschäft ist hart.

Lara wollte unbedingt mal bei den Sternsingern mitmachen. Den Segen in die Häuser bringen, „und Kindern in der Ukraine helfen“, erklärte die Achtjährige. Dass es so abläuft, wie es jetzt ist, also ohne Marsch von Haustür zu Haustür, hätte sie nicht gedacht – und dass sie als Sternsinger stattdessen einen Film drehen würde, um wenigstens digital die Menschen zu erreichen, sowieso nicht. Dafür wartete sie am Dienstag in der Kirche Sankt Remigius.

Denn dort sollte sie mit anderen Kindern vor laufender Kamera kostümiert ein Lied singen und den Segen sprechen. Die Teilnehmer waren wie sie in diesem Jahr zur Erstkommunion gegangen oder hatten sie im letzten Jahr erhalten. Damit, dass das so lange dauern würde, hatten sie nicht gerechnet. „Ich dachte, wir würden hinkommen, eine Aufnahme machen und fertig“, meinte Konstantin (9), eins der Kommunionskinder des letzten Jahres.

Das Filmgeschäft kann hart sein, das weiß er jetzt, denn die Kinder mussten nicht nur lange an einer Stelle stehen, bis Kameramann Juan Alfaro von den Medienwerkstätten des Katholischen Bildungswerks alle Einstellungen an den vier Kameras vorgenommen hatte, sondern auch Interviews für den GA und den WDR geben. „Mit Corona macht man auch ganz neue Erfahrungen“, kommentierte Schwester Carmen von der Gemeinde Sankt Martin am Bonner Münster, die die Sternsinger koordiniert.

Vor der Kamera kamen sie dann aber mit einigen wenigen Durchläufen aus. Es sei anstrengend gewesen, habe aber auch Spaß gemacht, fanden alle Kinder hinterher. Geübt wurde nur kurz vor der Aufnahme. Konstantin kannte Lied und Text schon, da der Messdiener bereits 2020 als Sternsinger unterwegs war. Trotzdem befürchtete er, dass er Texthänger haben würde. Aber die Sorge war unberechtigt. Schwester Carmen war zufrieden mit ihren Schützlingen.

Stadtdechant Wolfgang Picken hatte nach Amtsantritt die Sternsinger und die Erstkommunion für Familien rund ums Münster wieder eingeführt. Weil das nach den Jahren unter dem früheren Stadtdechanten Wilfried Schumacher nur langsam wieder anläuft, gab es 2020 nur vier Kommunionskinder, 2021 sind es immerhin sechs. Die meisten haben beim Videodreh mitgemacht.

Alfaro musste sich mit der Bearbeitung beeilen, damit der Film am Mittwoch auf www.bonn-katholisch.de und auf dem Youtube-Kanal der Münstergemeinde zur Verfügung steht. Es soll ein digitaler Ersatz dafür sein, dass die Sternsinger die Menschen coronabedingt nicht physisch besuchen können, erklärte Dekanatssprecherin Ayla Jacob. Den Segen für die Haustür kann man sich in Kirchen und Pfarrbüros abholen, natürlich kostenlos, aber Spenden für die Projekte des Kindermissionswerks, aktuell vor allem in der Ukraine, sind willkommen. Dafür gebe es auf www.sternsinger.de auch ein Spendenkonto, so Jacob.

Für die Sternsinger-Kinder war der Videodreh nicht der einzige Programmpunkt: Am Dreikönigstag sprechen sie ab 12 Uhr vom Baugerüst des Bonner Münsters aus ihren Segen. Außerdem treten sie in der Remigiuskirche in der Brüdergasse, die als Ersatz fürs Münster genutzt wird, im Mittwochsgottesdienst ab 18 Uhr und beim Sonntagsgottesdienst, am 10. Januar, ab 12 Uhr auf.