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Bonner Uniklinik erhält 157 Millionen Euro

Bauprojekte auf dem Venusberg : Bonner Uniklinik erhält 157 Millionen Euro

Das Bonner Uniklinikum investiert Landesgeld aus dem Corona-Konjunkturpaket in Gebäude und IT-Infrastruktur. Bis 2024 sollen drei Bauprojekte auf dem Venusberg umgesetzt sein.

Mit einer ordentlichen Finanzspritze will das NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) die Modernisierung der Universitätsklinika landesweit vorantreiben. Der Haushalts- und Finanzausschuss hat dafür am 29. Juni eine Milliarde Euro freigegeben. Aus diesem sogenannten „Sonderprogramm I NRW“ wird das Bonner Uniklinikum (UKB) einen Betrag von 157 Millionen Euro erhalten. Neben dem weiteren Abbau des Sanierungsstaus, der seit Jahrzehnten in praktisch allen Landeskliniken besteht, aber sukzessive mit Förderprogrammen gelindert wurde und weiterhin wird, soll das neue Programm auch dazu dienen, die Wirtschaft in der Corona-Krise anzukurbeln.

Bei einem Besuch auf dem Venusberg sagte Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos): „Seit Monaten bestimmt das Thema Corona unser tägliches Leben. Keiner weiß, wie lange es uns beschäftigen wird. Corona hat uns gezeigt, wie wichtig leistungsfähige Landeskliniken sind.“ Unikliniken wie die in Bonn seien „wichtige Ankerpunkte in der Bekämpfung der Krise gewesen“. Aufgezeigt habe Corona zugleich „Bruchstellen in der Hochschulmedizin“ und einen immer noch bestehenden „enormen Investitionsstau“, so Poensgen. An dieser Stelle setze das Konjunkturprogramm an. Die Vorgaben des Landes sehen folgendermaßen aus: Um zusätzliche wirtschaftliche Impulse zu setzen, sind nur solche Projekte förderfähig, die baureif sind, aber bei denen bisher keine Beauftragung der Firmen erfolgt ist. Bis Mitte 2021 hat das UKB die Aufträge zu vergeben, bis 2024 haben die Projekte fertig zu sein.

Der Bonner Klinikvorstand hat vor, den Großteil der Fördersumme, 130 Millionen Euro, in Modernisierung beziehungsweise Neubau von Gebäuden zu investieren, wie der Ärztliche Direktor und UKB-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Holzgreve erläuterte.  Die übrigen 27 Millionen Euro dienten dem Ausbau der IT-Infrastruktur. Das Uniklinikum wird drei Bauprojekte so vorziehen, dass sie in das vom Ministerium vorgesehene Zeitkorsett passen. „Wir verfolgen damit weiterhin unsere Gesamtstrategie, für eine moderne Medizin interdiszipliplinäre Fachbereiche strukturell an einem Ort unterzubringen“, sagte Holzgreve. Zu diesem Zweck sollen die obersten Stockwerke der früheren Neurologie abgerissen und die neue Aufstockung zu Laboren ausgebaut werden. Wie berichtet, sind die Disziplinen Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatik mittlerweile im sogenannten NPP-Neubaukomplex untergebracht.

Die frühere Frauenklinik, der Bau stammt aus den 50er Jahren, wird einem Neubau weichen, der einer erwartbaren Expansion unter anderem der Fachbereiche Brustkrebs und Geburtshilfe Rechnung tragen soll. Seit Mai dieses Jahres behandeln Ärzte des UKB Eltern und Kindern gemeinsam im neuen Eltern-Kind-Zentrum (kurz: Elki), wo Geburtshilfe und vorgeburtliche Medizin, Kinderkardiologie, Kinderherzchirurgie und andere Disziplinen unter einem Dach vereint sind. Drittes Projekt wird der Neubau des bisherigen Gebäudes für Strahlentherapie sein, der, so Holzgreve, schadstoffbelastet sei. Dort könnte das UKB in der Folge wieder moderne medizinische Geräte unterbringen. „Wenn wir konsequent so weiter machen, bin ich sicher, dass auf dem Venusberg ein sehr zukunftsfähiger Campus entstehen wird“, sagte Holzgreve.