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600 Abstriche täglich: Bonner Uniklinik untersucht Coronavirus-Fälle in der Region

600 Abstriche täglich : Bonner Uniklinik untersucht Coronavirus-Fälle in der Region

Jeden Tag landen in der Bonner Uniklinik 600 Abstriche von möglichen Coronavirus-Infizierten, auch aus dem Kreis Heinsberg. Künftig werden keine Zahlen mehr zu Verdachtsfällen genannt. In Bonn wurde am Abend ein weiterer Coronavirus-Fall bekannt.

In Bonn gibt es einen zweiten bestätigen Coronavirus-Fall. Das teilte die Direktorin der Bonn International School, Patricia Baier, am Freitagabend mit. Demnach werde die Schule voraussichtlich bis zum 23. März geschlossen. „Die Eltern und Mitarbeiter wurden umgehend informiert. Der Lehrbetrieb wird über ein Online-Lernportal weitergeführt“, sagte Baier. Die Stadt Bonn hatte den Fall bislang nicht veröffentlicht.

Vizestadtsprecher Marc Hoffmann teilte mit, dass die Tests bei drei von fünf Kindern aus der Clemens-August-Schule in Poppelsdorf negativ ausgefallen seien. Die Ergebnisse der beiden anderen Kinder lägen noch nicht vor. Bei den Fünfen hatte das Gesundheitsamt einen weiteren Abstrich genommen, weil sie Symptone gezeigt hatten. Weiter sagte Hoffmann, nach einem Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums dürften „ausschließlich bestätigte Infektionen laut Falldefinition des Robert-Koch-Instituts genannt werden“. Die Stadt werde deshalb keine Zahlen zu Verdachtsfällen mehr nennen.

Unterdessen sagte der Virologe Hendrik Streeck vom Bonner Uniklinikum (UKB), in den Laboren auf dem Venusberg würden derzeit täglich rund 600 Abstriche untersucht. Die Tests auf das Virus lieferten nach drei bis vier Stunden Ergebnisse. Die hohe Zahl komme zustande, weil die Uniklinik auch Analysen für den Kreis Heinsberg durchführe. „Wir gehen bei der Untersuchung nach Priorität vor. Vorrang haben Patienten, die klinische Symptome zeigen“, erklärte Streeck.

Er bestätigte, dass sowohl der positive Test des Bonner Studenten, der sich im Heinsberger Karneval angesteckt hatte, als auch die seit Donnerstag bekannten nachgewiesenen Fälle im Rhein-Sieg-Kreis auf dem Venusberg untersucht wurden. Infiziert sind nach Aussagen des Rhein-Sieg-Kreises ein Mann aus Königswinter, der nach Auskunft der Stadt für ein Bonner Unternehmen arbeitet, und eine Bornheimerin, die sich offenbar über eine Kollegin in Düsseldorf infizierte. Der Königswinterer hatte in seiner Firma Kontakt zu einem Kollegen aus dem Bergischen, der ebenfalls das Coronavirus in seinem Körper trägt. Nach GA-Informationen handelt es sich um eine Firma mit Sitz in Beuel.

Hoffmann teilte mit, dass die in den Kommunen zuständigen Gesundheitsbehörden die Infizierten zu Kontaktpersonen befragten. Das Bonner Gesundheitsamt werde kontaktiert, sobald Spuren zu Bonner Bürgern führten. Die Mitarbeiter telefonierten täglich mit allen Kontaktpersonen, auch mit den Familien der unter Quarantäne stehenden Schüler. Schutzkleidung und Atemmasken seien ausreichend vorhanden, so Hoffmann.