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Prozess gegen Youtuber: Bonner wegen Besitzes von Kinderpornografie angeklagt

Prozess gegen Youtuber : Bonner wegen Besitzes von Kinderpornografie angeklagt

Ein 32-jähriger Youtuber aus Bonn muss sich demnächst vor dem Amtsgericht verantworten. Bei ihm wurden zahlreiche kinderpornografische Inhalte sichergestellt.

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Bonner Betreiber eines Youtube-Kanals erhoben. Wie das Bonner Amtsgericht mitteilt, wird dem 32-Jährigen der Besitz kinderpornografischer Inhalte vorgeworfen.

Der Mann ist ein alter Bekannter der Bonner Polizei und der Feuerwehr. Er hatte in der Vergangenheit Polizei, Staatsanwaltschaft, Rettungskräfte und Feuerwehr durch seine von vielen Beamten als unseriös und gesetzwidrig eingestufte Berichterstattung im Zusammenhang mit Unfällen und Polizeieinsätzen in Atem gehalten.

Laut Amtsgericht wurden bei dem Mann bei einer Durchsuchung rund 200 Bild- und Videodateien sichergestellt. Diese zeigen der Anklage zufolge sexuelle Handlungen, die an oder vor Mädchen zwischen geschätzten fünf bis zwölf Jahren vorgenommen wurden. Auf Anfrage wollte sich der 32-Jährige am Freitag nicht zu den Vorwürfen äußern.

Wie der General-Anzeiger erfuhr, war das belastende Material bei einer Durchsuchung seiner Wohnung im Januar 2019 von Ermittlern sichergestellt worden. Bereits mehrfach hatten Polizei und Kripo die Wohnung des Mannes durchsucht. Dabei ging es vordergründig um Verstöße gegen das Telekommunikationsgesetz und das Urheberrechtsgesetz.

Was in seinem Fall jetzt besonders schwer bei der Anklage wiegt: Der 32-Jährige, der seine Unfall- und Polizeiberichte bei Zeitungs- und TV-Redaktionen, vor allem aber in einem eigenen Youtube-Kanal veröffentlicht, ist auf Bewährung – und zwar wegen ähnlicher Straftaten, wie sie jetzt angeklagt werden: Bereits 2015 war er schon einmal wegen des Besitzes kinderpornografischer Inhalte zu einer Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilt worden. Die Strafe ist nach Aussage des Amtsgerichts noch nicht erlassen.

Das Amtsgericht betont in seiner Pressemitteilung auch, dass gegen den 32-Jährigen mehrere Strafverfahren anhängig sind. Dabei handele es sich überwiegend um mögliche Verstöße gegen das Urhebergesetz. Konkret wirft man dem Youtuber vor, die handelnden Polizeibeamten und sonstige Beteiligte bei Einsätzen gefilmt und die Aufnahmen ohne deren Zustimmung auf einem von ihm betriebenen Youtube-Kanal veröffentlicht zu haben, ohne die Gesichter unkenntlich zu machen. Auf diesem Kanal berichtet er über Einsätze von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Kenntnis von diesen Einsätzen soll er sich durch das Abhören des Polizeifunks verschafft haben, so das Amtsgericht weiter. Hier sei ein weiteres Strafverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Telekommunikationsgesetz anhängig.  

Was ebenfalls noch zur Verhandlung kommen wird: Ein Polizist der Euskirchener Polizeibehörde hat gegen den 32-Jährigen eine Verleumdungsklage eingereicht. Hintergrund: Der Youtuber hatte ihm in einem vor der Bonner Staatsanwaltschaft gedrehten Video „Polizeigewalt“ und laut des Polizeibeamten „völlig irrationale und wahrheitswidrige Dinge vorgeworfen“. So erklärte es der Beamte auf GA-Anfrage. Dazu gab es im Juni bereits einen Gerichtstermin, der jedoch verschoben werde musste. Für sämtliche Verfahren wird in Kürze ein Verhandlungstermin vor dem Schöffengericht in Bonn anberaumt werden.