Lernen im Internet Bonner Weiterbildungskolleg bietet Online-Abitur

Studieren am Laptop · Tagsüber zur Arbeit gehen und abends die Schulbank drücken: So sah bisher der stressige Alltag von Berufstätigen aus, die in der Abendschule das Abitur nachholen wollten. Seit diesem Schuljahr bietet das Bonner Weiterbildungskolleg seinen Studierenden mit "abitur-online.nrw" eine neue Möglichkeit des Lernens.

Studieren am Laptop: Nana Schnell (sitzend von links), Robin Kellner und Kirsten Frauenhoff gehören zu den Ersten, die ihr Abitur am Weiterbildungskolleg online machen.

Studieren am Laptop: Nana Schnell (sitzend von links), Robin Kellner und Kirsten Frauenhoff gehören zu den Ersten, die ihr Abitur am Weiterbildungskolleg online machen.

Foto: Kohls

Zum Start des Lehrgangs begrüßten Schulleiterin Marlene Walter und Bürgermeister Helmut Joisten die neuen Teilnehmer. Zuvor überreichte Joachim Schmalzl, Vorstandsmitglied der Sparkasse KölnBonn, Walter einen Spende in Höhe von rund 16 000 Euro, von der die Schule die technische Ausstattung der Lehrkräfte finanziert.

Lediglich an zwei Tagen in der Woche müssen sich die Teilnehmer in den Klassenräumen der Abendschule einfinden. Die andere Hälfte des Lernpensums können sie dank des Internets am heimischen PC und in eigener Zeiteinteilung erledigen. "Die Studierenden loggen sich in einen virtuellen Klassenraum ein", erklärte Walter. "Dort finden sie Unterrichtsmaterialen für jedes Fach, Arbeitsanweisungen und ein Forum, in dem sie sich untereinander und mit den Lehrern austauschen können."

Die Nachfrage nach der neuen Form der Weiterbildung war groß. 54 Studierende nehmen erstmals das Online-Angebot des Weiterbildungskollegs wahr. Hinzu kommen 25 in der Außenstelle Euskirchen. "Bisher fuhren wir immer eingleisig, diesmal gibt es erstmals zwei Klassen", freute sich Walter. Für den 22-jährigen Robin Kellner war das neue Online-Abitur eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt die Weiterbildung beginnen zu können.

"Ich arbeite beim Bundesamt für Strahlenschutz. Es kommt oft vor, dass ich auch spät arbeiten muss, daher war das Angebot des Online-Abiturs genau das Richtige für mich." Kellner möchte erst einmal das Fachabitur nachholen und nach zwei Jahren entscheiden, ob er mit einem zusätzlichen Schuljahr vielleicht auch das Abitur nachhole. "Mit dem Abschluss möchte ich mich für den höheren Dienst qualifizieren."

"Sie können lernen, wann und wo sie wollen, an schönen Tagen gerne auch mit Laptop im Park. Wichtig ist allerdings, dass sie lernen", erklärte Walter den neuen Studenten.

Das Online-Abitur, so die Schulleiterin sei ein notwendiges Angebot in Zeiten, in denen die Arbeitszeiten flexibler würden. Von den Teilnehmern erfordere es allerdings ein hohes Maß an Selbstmanagement.

Das weiß auch Studentin Kirsten Frauenhoff. "Ich habe mir meinen persönlichen Stundenplan schon erstellt, und mir die zehn Stunden, die man im Internet erledigen muss, eingeteilt", sagte die Steuerfachangestellte.

Mit ihren 48 Jahren zählt sie zu den älteren Teilnehmern des Jahrgangs. "Ich lerne einfach unheimlich gerne." Später möchte sie auch noch studieren. Ihr Ziel ein Fernstudium in Medienmanagement.

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