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Ehrenpreis CLARA für Almut Schubert: Bonnerin für Engagement in der Flüchtlingsarbeit ausgezeichnet

Ehrenpreis CLARA für Almut Schubert : Bonnerin für Engagement in der Flüchtlingsarbeit ausgezeichnet

Die Bonnerin Almut Schubert wird für ihr langjähriges Engagement in der Migrations- und Flüchtlingsarbeit ausgezeichnet. Sie bringt Flüchtlinge mit Deutschen zusammen. Alles begann im Stadtteil Tannenbusch.

Die Bonnerin Almut Schubert hat am vergangenen Freitag den Ehrenpreis CLARA für ihr Engagement in der Migrations- und Flüchtlingsarbeit erhalten. Alle zwei Jahre verleiht das Internationale Frauenzentrum (IFZ) Bonn diesen Preis an Frauen, die sich in besonderer Weise für Frauen und Kinder einsetzen.

Schubert ist Synodalbeantragte für Migrations- und Flüchtlingsarbeit des Evangelischen Kirchenkreises in Bonn. Seit 32 Jahren engagiert sie sich außerdem ehrenamtlich bei der Flüchtlingshilfe Bonn. „Almut hat hunderten von Menschen geholfen. Sie ist eine tolle Beraterin, die sich auch in aussichtslosen Fällen nicht entmutigen ließ.“, sagte Coletta Manemann, Integrationsbeauftragte der Stadt Bonn. Die Synodalbeauftragte berät vor allem geflüchtete Frauen, die in Bonn leben. Für Sie sei es ein Erfolgserlebnis, wenn die Behörden den Aufenthalt in besonders schwierigen Fällen genehmigen. Neben ihrer Arbeit als Beraterin, organisiert sie Gesprächskreise wie das Café International im Stadtteil Tannenbusch. Hier haben geflüchtete Frauen die Möglichkeit, deutsche Frauen kennenzulernen und über persönliche Probleme zu sprechen. Almut Schubert sagt, dass diese Kreise sehr wichtig für die Integration seien, denn sonst blieben die geflüchteten Frauen nur unter sich.

Außerdem bieten sie und die Flüchtlingshilfe Bon unter anderem Koch- und Gymnastikkurse an. „Viele Frauen sind den ganzen Tag nur zu Hause und brauchen diese Angebote“, sagt Schubert. Am Abend der Preisverleihung erzählte sie auch von den Ausflügen, die sie mit den Frauen gemacht hatte. Ihre lebhaften Anekdoten zeigten, wie viel Spaß und Freude ihr die Arbeit mit den Flüchtlingen bereitet.

Alles begann mit einem Mädchen aus Sri Lanka

Die studierte Pädagogin zog mit ihrer Familie im Jahre 1979 nach Tannenbusch. In die Schulklasse ihrer Tochter ging ein Mädchen aus Sri Lanka, das vor Kurzem nach Deutschland gekommen war. Ihr Vater hatte geahnt, dass bald ein Bürgerkrieg auf der Insel ausbrechen wird. Aus diesem Grund entschied er sich dazu auszuwandern und fand eine Anstellung in Bonn. Das Mädchen und ihre Mutter durften sich zwar in Deutschland aufhalten, doch besaßen sie nur sehr wenig Rechte. Die Mutter durfte beispielsweise keine Arbeit annehmen. Almut Schubert hielt diese Regelung für inakzeptabel und setzte sich für ihre Rechte ein.

Als Synodalbeauftragte konnte Almut Spenden für die Flüchtlinge sammeln. Dies war ein glücklicher Umstand, denn es wäre nicht leicht gewesen, Geld für die Flüchtlinge zu bekommen. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten habe sich in den vergangenen dreißig Jahren viel getan, wie sie berichtet. „Damals gab es diese ganzen Strukturen der Integration nicht und sie mussten erst aufgebaut werden.“

Am Abend der Preisverleihung waren außerdem die ehemalige Preisträgerin Anna Etter und die stellvertretende Bonner Bürgermeistern Gabi Mayer anwesend. Der Preis ist eine Holzfigur in Form des IFZ-Logos, das eine Frau darstellt.