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BONNmobil der Stadtwerke Bonn: So lässt sich die App nutzen

Neues Angebot „BONNmobil“ : So lief eine Testfahrt mit der neuen App der Stadtwerke Bonn

Die Stadtwerke Bonn haben ihr digitales Angebot im Bereich Verkehr erweitert. Wie gut funktionieren die neuen Apps und Bezahlmöglichkeiten? GA-Volontärin Felizia Schug hat eine Testfahrt gemacht.

Seit Mitte Oktober gibt es eine neue Mobilitätsapp der Stadtwerke Bonn (SWB): BONNmobil zeigt Fahrtmöglichkeiten mit verschiedenen Verkehrsmitteln im Stadtgebiet an und bietet die Möglichkeit, Tickets direkt in der App zu kaufen. GA-Leser berichteten von Schwierigkeiten bei der Nutzung. Die Pressestelle der SWB teilte auf Nachfrage mit: „Bislang gab es keine größeren Beschwerdepunkte, die erwähnenswert wären.“ Wir haben eine Testfahrt gemacht, um die verschiedenen Optionen der App zu testen.

Wie funktioniert es?

Wer das neue Angebot nutzen möchte, muss die App auf dem Smartphone installieren. Nach Angabe der persönlichen Daten kann es losgehen. „BONNmobil kommt in einer neuen Version als so genannte Progressive Web App (PWA) daher“, heißt es seitens der SWB. Dies habe den Vorteil kurzfristige Änderungen und Angebote besser einarbeiten zu können. Das Design gefällt jedoch einigen Nutzerinnen und Nutzern nicht, wie bereits die Bewertungen im AppStore zeigen: „Das ist keine App, sondern ein Link zu einer Website“, heißt es dort beispielsweise.

Die Testfahrt soll von Dransdorf, Robert-Kirchhoff-Straße, mit den Linien 18 und 601 zum Venusberg, Uniklinikum Süd, führen. Beim Suchvorgang hängt sich die App immer wieder auf. Nach kurzem Warten bietet BONNmobil dann verschiedene Reiseoptionen an: Auto, Bus und Bahn, Fahrrad oder zu Fuß. Für jedes Verkehrsmittel wird die Dauer und der CO2-Fußabdruck berechnet.

Kreditkarte und kontaktloses Zahlen

Die angezeigte Abfahrtszeit der Linie 18 stimmt - und die Bahn kommt pünktlich. Das Ticket für die Fahrt lässt sich direkt per App buchen – allerdings bisher nur mit Kreditkarte. „Wir arbeiten gerade an einem Update im Bereich des Payments, damit bald sämtliche Zahlungsmittel inklusive PayPal akzeptiert werden können“, so die SWB-Sprecherin.

Eine Alternative zum Kauf per App bietet BONNsmart, ein Pilotprojekt der SWB: Beim Ein- und Austeigen in ein Verkehrsmittel können Mitfahrende ihre Kreditkarte, ihre Smartwatch, ihr Smartphone oder das gewünschte Zahlungsmittel an eine „Smart-Station“ halten und kontaktlos ein Ticket kaufen – und das Gerät errechnet den günstigsten Tarif. Ein akustisches Signal und ein grüner Haken auf dem Bildschirm bestätigen das erfolgreiche Ein- und Auschecken. Wer jedoch vergisst, sich beim Aussteigen auszuloggen, zahlt den Preis der Fahrt bis zur Endhaltestelle.

Auch das Pilotprojekt wird von Nutzern kritisiert. In einer Beschwerde, die dem GA vorliegt, ärgert sich ein Nutzer „über teilweise nicht funktionierende Bonn-Smart-Terminals für das Auslesen der Kreditkarte“. Die Testfahrt bestätigt: Die Smart-Terminals in der Linie 18 funktionieren nicht. Die Stadtwerke erklären: „Leider konnten wir eine Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft der Betreiber auf den städteübergreifenden Linien nicht abschließen, daher sind die Terminals beim Einsatz auf diesen Linien außer Funktion und nur auf SWB-eigenen Linien in Betrieb.“

Im Bus 601 funktionieren die Geräte einwandfrei. Doch Mitfahrende berichten, die Bezahlstationen seien teils nicht nutzbar: Dann erscheine die Fehlermeldung „Bordrechner nicht erreichbar".

Kooperationen mit anderen Anbietern

Am Uniklinikum Süd angekommen, soll es mit dem E-Roller weitergehen. In der App werden die Standorte von Nextbike-Leihrädern, Tier-Rollern und dem SWB-Motorroller Clara sowie Taxis aufgeführt. Es sei zudem geplant, das Angebot zu ergänzen, so die Pressestelle: „Weitere Scooter-Anbieter haben ebenfalls Interesse bekundet, in BONNmobil aufgenommen zu werden, wie auch das in Rede stehende Carsharing seitens der Bundesstadt Bonn.“

Ein Blick auf die digitale Landkarte in der App zeigt alle Tier-Roller auf dem Venusberg samt Akku-Stand und Geschwindigkeit. Der nächste E-Scooter ist nicht weit entfernt, doch die Suche nach dem Zweirad gestaltet sich schwierig. Die Standortbestimmung ist ungenau, sodass der Roller, der vermutlich nur fünf Gehminuten entfernt steht, erst nach 25 Minuten gefunden ist.

Das Ausleihen erweist sich als kinderleicht: AGBs bestätigen und auf „mieten“ klicken. Das Ausleihen funktioniert nur, wenn der Nutzer oder die Nutzerin bei BONNmobil eingeloggt ist. Bei der Probefahrt zeigt sich ein weiterer kleiner Mangel: Die App loggt einen immer wieder aus, sodass der Vorgang des Einloggens wiederholt werden muss. Nach der Roller-Fahrt soll es mit dem Bus wieder in die Innenstadt gehen. BONNmobil und BONNsmart funktionieren diesmal problemlos.

Ein Konzept für die Zukunft?

Die Recherche des GA und die Erfahrungen einiger Nutzer zeigen, dass bei der Nutzung von BONNmobil und BONNsmart Fehler auftreten. Die Stadtwerke sind nach eigenen Angaben stetig dabei, ihr Angebot weiterzuentwickeln. Das Unternehmen wolle damit einen kleinen Baustein zur Klima- und Verkehrswende in Bonn beitragen. Fazit der Testfahrt: Wenn alles funktioniert, ist die Buchung aus einer App wirklich praktisch. Die angekündigten zusätzlichen Zahlungsmethoden müssen aber dringend her.