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Bonnorange: Bonner bewerten die Sauberkeit in ihrer Stadt

Online-Umfrage zu Bonnorange : Wie bewerten die Bonner die Sauberkeit in ihrer Stadt?

Bonnorange meint, dass sich die Sauberkeit in Bonn seit schlechten Umfrageergebnissen 2017 verbessert hat. Was sagen die Bonner? Dafür gibt es jetzt eine neue Online-Umfrage. Der Leiter des Projekts „Bonner Feger“ berichtet, wie es in der Innenstadt aussieht.

Gibt es in Bonn genügend Papierkörbe? Welche Schulnote geben Sie der Sauberkeit am Rheinufer? Diese und andere Fragen können Bonner seit Montag bei einer Online-Umfrage von Bonnorange zur Sauberkeit in ihrer Stadt beantworten und Wünsche äußern. „Da die Corona-Pandemie derzeit keinen persönlichen Austausch ermöglicht, haben wir den Weg des digitalen Bürgerdialogs gewählt“, sagt Bonnorange-Sprecher Jérôme Lefèvre. Zum ersten Mal werden die Bonner online befragt.

2017 und 2019 hatte Bonnorange repräsentative Umfragen zur Sauberkeit in der Bundesstadt durchgeführt. „2017 war die Zufriedenheit mit der Stadtsauberkeit insgesamt eher niedrig. Die kritische Wahrnehmung der Stadtsauberkeit hat sich 2019 dann deutlich verbessert“, sagt Lefèvre. Nur die Sauberkeit der Gehwege sei weiterhin schlecht bewertet worden. Deren Reinigung ist aber Aufgabe des Grundstückseigentümers, betont Bonnorange.

Nach dem schlechten Ergebnis von 2017 führte Bonnorange nach eigenen Angaben die bedarfsgerechte Reinigung ein. Die Innenstadt wird seitdem zweimal täglich gereinigt, das Rheinufer seit 2020 einmal am Tag, sagt Lefèvre. Ein System der Qualitätsmessung evaluiert die Sauberkeit der Stadt und beauftragt je nach Bedarf zusätzliche Reinigungseinsätze. Die Ergebnisse können Bürger auf der „Sauberkarte“ unter www.sauberes-bonn.de beobachten.

Außerdem kümmert sich Bonnorange mittlerweile um mehr Sauberkeit an Haltestellen und um die Papierkörbe. „Für die Papierkörbe waren bis vor kurzem unterschiedliche Ämter zuständig“, sagt Lefèvre. Jetzt kann das Unternehmen Größe und Orte für die Mülleimer koordinieren.

„Bonner Feger“ unterstützen Bonnorange seit 2019

„Es fehlen Mülleimer und öffentliche Toiletten“, sagt Marcel Zielinski, der seit 2019 das Projekt „Bonner Feger“, eine Kooperation zwischen dem Verein für Gefährdetenhilfe und Bonnorange, leitet. Von Montag bis Freitag zieht er mit einer Gruppe von Helfern durch die Innenstadt vom Kaiserplatz über den Bertha-von-Suttner-Platz bis zum alten Friedhof und sammelt Müll.

„Sonst sind wir acht bis zwölf Leute, wegen Corona gerade nur zwei bis vier“, sagt Zielinski. Die Freiwilligen sind meist Wohnungslose oder Suchtkranke und bekommen einen Euro Aufwandsentschädigung pro Stunde. Seit Corona beobachtet Zielinski einige Veränderungen. Öffentliche Toiletten sind zum Beispiel noch knapper als davor. Für Obdachlose ist das besonders problematisch. „Die gehen dann in den Busch“, sagt Zielinski.

Der Drogenkonsum im Außenbereich habe in der Pandemie abgenommen. Zielinski findet weniger Alupapier und Spritzen. Dafür gebe es neue „Partymeilen“ in Poppelsdorf und am Rhein. Die Online-Umfrage findet Zielinski gut. Er komme mit seiner Gruppe oder dem Fahrrad nicht so weit aus der Innenstadt raus. „Die Bürger sind Experten für ihr Viertel“, sagt er.

Noch bis zum 18. April können die Bonner sich an der Umfrage beteiligen. „Danach werden wir die Ergebnisse auswerten und erörtern, wie wir die gewonnenen Erkenntnisse für unsere Arbeit für ein sauberes Bonn einsetzen können“, sagt Lefèvre.