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Stadtreinigung: Bonnorange misst Sauberkeit der Bonner Straßen

Stadtreinigung : Bonnorange misst Sauberkeit der Bonner Straßen

Seit Januar messen Mitarbeiter von Bonnorange die Sauberkeit der Bonner Straßen. Abschnitt für Abschnitt werden die Straßen kontinuierlich kontrolliert und bewertet. Je nach Ergebnis soll der Reinigungsturnus angepasst werden.

Achtlos weggeworfene Einwegbecher, Zigarettenstummel und überfüllte Papierkörbe sind Ärgernisse, die aus dem Stadtbild aber kaum wegzudenken sind. Stellt sich die Frage: Wie sauber sind die Bonner Straßen? Genau das will Bonnorange mit einem neuen Messverfahren testen und den Reinigungsturnus dementsprechend anpassen. Dazu sind seit Anfang des Jahres drei Mitarbeiter im Stadtgebiet unterwegs.

„Wir haben ein Verfahren entwickelt, mit dem wir kontinuierlich die Qualität der Reinigung messen“, erklärte Kornelia Hülter, Chefin von Bonnorange, bei einer Präsentation am Freitag. Ausgehend von den Ergebnissen soll der Rhythmus der Reinigungen individuell angepasst und auch in der Reinigungssatzung festgehalten werden. Bisher wurde diese nur geändert, wenn eine Straße neugebaut wurde oder massive Beschwerden von Anwohnern kamen. „Wir ändern die Satzung, wenn die Reinigungsqualität nicht mehr angemessen ist“, so Hülter.

Ausgehend von den bisherigen Beobachtungen, hat Bonnorange der Stadt einen Antrag zur Änderung der Satzung vorgelegt. In der kommenden Woche wird der Vorschlag zum neuen Straßenverzeichnis in den vier Bezirksvertretungen diskutiert werden. Der Stadtrat entscheidet dann am 3. Mai, ob die neue Regelung zum 1. Juli in Kraft treten soll.

Den Verschmutzungsgrad der Straßen messen die Mitarbeiter kontinuierlich mit einem standardisierten Verfahren, das auf Studien der Humboldt-Universität in Berlin basiert. Mehr als 20 Kommunen nutzen dazu die Software „INFA-DSQS“, damit lassen sich Städte zukünftig auch vergleichen. Mit einem Tablet, auf dem die Software installiert ist, begehen die drei Mitarbeiter Straßenabschnitt für Straßenabschnitt und dokumentieren die Sauberkeit. Welche das sind, wird laut Hülter per Zufallsprinzip ausgewählt. „Für jeden Abschnitt gibt der Mitarbeiter eine Schulnote ab.“ Die reichen von eins bis fünf. Bewertet werden Fahrbahn, Geh- und Radwege, aber auch Grünflächen und separate Plätze. Verschmutzungskriterien sind beispielsweise Müll, Scherben, Kaugummis, Laub oder Hundekot. Ist der Gehweg etwa komplett mit Laub bedeckt, wird in der Kategorie die Note fünf vergeben. „Zigrettenkippen waren immer da, aber Coffee-to-go-Becher haben zugenommen“, erklärt Arno Vomberg, Bereichsleiter der Stadtreinigung. Pro Tag schaffen die Mitarbeiter mehr als 90 Abschnitte. Ein Abschnitt reicht von Kreuzung zu Kreuzung. Insgesamt hat Bonnorange das gesamte Stadtgebiet in mehr als 7500 Abschnitte unterteilt. Jedes Segment soll mehrmals im Jahr bewertet werden.

Die Daten werden im Hinblick auf den zeitlichen Verlauf und den gewünschten Standard ausgewertet und der Reinigungsturnus gegebenenfalls angepasst, was auch eine Änderung der Gebühren für die Anwohner nach sich zieht. Eine Anpassung wird allerdings nicht zeitnah erfolgen, sondern frühestens ein Jahr nach den Messergebnissen. Akute Verschmutzungen, von denen eine Gefahr ausgeht, wie beispielsweise Glasscherben, sollen aber spätestens am nächsten Tag entfernt werden. Die Messungen können auch überflüssige Reinigungen ermitteln. In den Straßen An der Umkehr, Am alten Rheinarm und Am Sonnenberg wurde die Reinigung wieder eingestellt – dort war eine Reinigung durch die Stadt überflüssig.