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Gesamtschule schließt sich Netzwerk für Courage im Alltag an: "Bonns Fünfte" ohne Rassismus

Gesamtschule schließt sich Netzwerk für Courage im Alltag an : "Bonns Fünfte" ohne Rassismus

Die Gesamtschule "Bonns Fünfte" hat den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" bekommen. Als Mitglied des bundesweit größten Schulnetzwerkes, dem mehr als 1700 Schulen angehören, erklären sich die Schüler bereit, bei Konflikten im Schulalltag einzugreifen und sich gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt einzusetzen.

Bei einer Feierstunde in der Schulaula überreichte der Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber (SPD) als Pate des Schulprojekts offiziell die Urkunde. "Das Anderssein der Mitschüler zu akzeptieren und gleichzeitig Gemeinsamkeiten zu suchen: Das ist im Schulalltag wichtig", sagte Kelber und fügte hinzu: "Ihr empfindet es als normal, wenn Menschen verschiedener Herkunft zusammenleben. Davon müssen viele Erwachsene in Deutschland lernen. Zeigt ihnen, dass man auf Anderssein nicht mit Angst und Hass reagieren muss."

Die Initiative, sich um den Titel "Schule ohne Rassismus" zu bewerben, ging vom Kurs Praktische Philosophie der Jahrgangsstufe 9 aus. "Wir haben uns engagiert, weil wir die Ältesten sind. Wir wollen es gemeinsam schaffen, jemanden zu unterstützen, der sich nicht wohl fühlt", erklärte Neuntklässlerin Papri Doulah (14), die in der Gesamtschule, die sich derzeit noch im Aufbau befindet, die höchste Jahrgangsstufe besucht. Schulleiterin Ursula Dreeser zeigte sich angesichts der kurzen Schulgeschichte beeindruckt vom Engagement der Schüler: "Da ist es phänomenal, dass sich Schüler für das Projekt einsetzen und niemanden ausgrenzen wollen."

Insgesamt 83 Prozent aller Schüler und Lehrer hatten mit ihrer Unterschrift dazu beigetragen, dass die Gesamtschule den neuen Titel erhält. "Wir haben oft darüber geredet. Die Unterschriftensammlung war der erste Schritt, den wir alle gemeinsam gehen", erklärte Papri Doulah. Auch Mariela Georg vom Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Bonn nahm an der Feierstunde teil und stellte sich den Schülern als Ansprechpartnerin vor. "Sich gegen Rassismus zu engagieren, ist eine alltägliche Aufgabe", sagte Georg.

Ein kleines Theaterstück, das den Abbau von Vorurteilen thematisierte, und einzelne Musikbeiträge der Schüler vervollständigten die kleine Feier.