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„Sport im Park“ im Hofgarten: Bonns größtes Fitnessstudio bietet coronakonforme Sportkurse

„Sport im Park“ im Hofgarten : Bonns größtes Fitnessstudio bietet coronakonforme Sportkurse

Ob Outdoor-Fitcamp, Yoga, Zumba-Training oder Fitnessgymnastik: Jeder kann jederzeit kostenlos bei den Kursen im Hofgarten mitmachen. Seit mehr als fünf Jahren gibt es „Sport im Park“. Besonders in Corona-Zeiten sind die sportlichen Freiluftangebote gefragt.

Wer sich in der Innenstadt auspowern möchte, wird am Hofgarten schnell fündig: Das Logo mit der Aufschrift „Sport im Park“ ist schon von Weitem zu erkennen. Durch die Musikboxen pumpt der Bass – passend zum Takt, den es für das Outdoor-Fitcamp braucht. „Knie höher“, ruft Trainer Oscar Leistikow den Teilnehmern bei der Aufwärmübung zu. Während er seine Gruppe auf Trab hält, wirkt er gut gelaunt, hat ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Dass es beim Training an diesem Tag durchgehend regnet, und deshalb nur eine Handvoll Teilnehmer anwesend ist, macht keinem etwas aus. Parallel haben sich auch drei weitere Sportgruppen an diesem Tag am Hofgarten zusammengefunden. Solange es nicht blitzt oder Starkregen fällt, lassen sie sich vom Wetter nicht vom gemeinsamen Sport abhalten. „Wenn es so wie heute regnet, bringen manche aber schon mal eine Matte mit“, sagt Leistikow.

Bei gutem Wetter lag sein persönlicher Rekord bei 70 Teilnehmern im Hofgarten, die mit genügend Abstand bei seinem Sportprogramm mitgemacht haben. Im Schnitt kämen rund 40 Sport-Fans jeden Dienstag zu seinem Kurs. „Wir machen hier ein funktionelles Training mit Übungen wie Liegestütz, Kniebeugen oder Ausfallschritten“, sagt Leistikow. „Das Ganze ist ideal an der frischen Luft, man fühlt sich automatisch besser und in der Gruppe macht es sowieso mehr Spaß.“

„Sport im Park“ in Bonn seit mehr als fünf Jahren

Hochmotiviert lassen sich die Teilnehmer von Leistikow zu den Übungen anleiten, Regen hin oder her. „Das Wetter macht mir nichts“, sagt Klaus Geich-Gimbel, der von Beginn an bei „Sport im Park“ dabei ist. „Ich finde, dass das echt gut klappt, Sport im öffentlichen Raum. Wir sind normalerweise mit vielen Leuten zusammen, das ist nicht wie im Fitnessstudio oder auf Zoom. Bei anderen Formaten fehlt es einfach an Gemeinschaft.“

Unter dem Motto „Sport im Park - Bonn bewegt sich“ leiten erfahrene Übungsleiter von montags bis freitags zu einer Stunde Sport und Fitness an. Das Projekt wird vom Stadtsportbund Bonn (SSB) unterstützt. Ob beim Outdoor-Fitcamp oder beim Yoga, beim Zumba-Training, bei der Fitnessgymnastik oder beim Tai Chi: jeder kann jederzeit kostenlos mitmachen. Dabei ist egal, ob jung oder alt, Anfänger oder Fortgeschrittene. Inzwischen gibt es „Sport im Park“ in Bonn seit mehr als fünf Jahren – die Resonanz: durchweg positiv. „Hier geht wirklich alles. Viele Studenten sind froh, dass es eine kostenlose Plattform zum Sporttreiben gibt. Besonders beliebt ist das Zumba-Training. Das findet nebenan am alten Zoll statt, weil die Musik hier sonst zu laut wäre“, sagt Mitinitiatorin Nina Heinzen.

Jährlich kommen etwa 20 000 Teilnehmer zu den Kursen

„Die Idee hatte eine Bürgerin, die ein ähnliches Projekt in Stuttgart gesehen hatte, und sich ein vergleichbares Angebot für Bonn gewünscht hat. Outdoor-Sport-Gruppen gibt es in Städten wie Hamburg und München ja schon etwas länger“, berichtet Organisatorin Sandra Horchel. Dass so etwas auch in Bonn gut funktionieren könnte, davon waren die Veranstalter von Beginn an überzeugt. „Das besondere ist, dass wir ein niedrigschwelliges Angebot machen. Es ist unverbindlich und jeder kann sich aussuchen, worauf er Lust hat. Jährlich kommen etwa 20 000 Teilnehmer zu unseren Kursen“, berichtet Horchel.

Auf Facebook zählt „Sport im Park“ inzwischen fast 5000 Abonnenten. Täglich posten die Veranstalter das tagesaktuelle Programm an den jeweiligen Standorten. Besonders durch Corona machen viele Menschen derzeit lieber Sport an der frischen Luft, als im Fitnessstudio, berichtet Horchel.

Später Start der Saison wegen hoher Inzidenz

Doch auch der Outdoor-Sport musste in diesem Jahr erneut etwas kürzer treten. „Wir sind in diesem Jahr extra zwei Monate später als sonst gestartet, wegen der hohen Inzidenz. Normalerweise beginnt die Saison im Mai und endet im September. Wir haben allerdings erst im Juni angefangen“, so Horchel. Auch eine App zur Verwaltung der Teilnehmerzahlen und zur Nachverfolgung von Kontakten stehe in der Pipeline, berichtet die Veranstalterin.

Inzwischen achte man besonders stark auf ausreichend Platz und möglichst kontaktarme Sportarten, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Anders als bei kontaktfreudigen Sportarten, etwa beim Tanzen, sei das Programm von „Sport im Park“ mit viel Abstand umsetzbar, meint Nina Heinzen. Denn bei gutem Wetter kämen schnell mal 100 Menschen an einem Ort zusammen. Weil das Angebot für Teilnehmer kostenlos ist, kommen viele auch spontan dazu. Finanziert wird das Projekt durch die Stadt Bonn, die Stadtwerke Bonn, die Barmer-Versicherung und die Volksbank Köln-Bonn.

Obwohl die Nachfrage groß ist, soll das Konzept für „Sport im Park“ vorerst unverändert bleiben, meint Horchel. „Wir belassen es dabei, damit wir den Sportvereinen bei ihren Regelangeboten keine Konkurrenz machen."