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Brand in Bonn-Auerberg: Tatverdächtiger 31-Jähriger nach Anfangsverdacht freigelassen

37-Jähriger schwer verletzt : Polizei ermittelt nach Brand in Auerberg gegen Partygast

Nach einem Feuer in einer Wohnung in Auerberg gehen die Ermittler von der fahrlässigen Brandstiftung eines 31-Jährigen aus. Der Mann war am Freitag vorläufig festgenommen worden, ist aber wieder auf freiem Fuß. Der Wohnungsinhaber war bei dem Brand schwer verletzt worden.

Wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung ermittelt die Bonner Polizei gegen einen 31-jährigen Mann. Wie Polizeisprecher Robert Scholten bestätigte, kam es in der Nacht zu Freitag gegen 1.50 Uhr zu einem Brand in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses in der Brüsseler Straße im Ortsteil Auerberg.

Nach GA-Informationen wohnt dort ein 37-Jähriger. Er wurde bei dem Brand schwer verletzt, atmete Rauchgas ein und trug Brandverletzungen bei dem Versuch davon, das Feuer selbst zu löschen. Laut Scholten liegt der Mann weiterhin im Krankenhaus, er schwebe nicht in Lebensgefahr. Offenbar hatte ein Sofa Feuer gefangen. Die Feuerwehr konnte, nachdem Nachbarn einen Notruf meldeten, verhindern, dass die Flammen auf andere Wohnungen übergriffen.

Die genaue Ursache, die zum Brand führte, war am Freitag noch unklar. Offenbar hatte der Wohnungsmieter mehrere Freunde zu einem Umtrunk eingeladen. Nachdem sich die feucht-fröhliche Runde aufgelöst hatte, kam der 31-Jährige zurück in die Wohnung des 37-Jährigen, der sich aber bald schlafen legte. Als er durch den aktivierten Rauchmelder aufwachte, versuchte der Mann das Feuer selbständig zu löschen.

Der Besucher war verschwunden. Das kam den Ermittlern so auffällig vor, dass sie den Tatverdächtigen am Tatort festnahmen und am Freitagvormittag noch von einer vorsätzlichen Brandstiftung ausgingen. Bei einer Vernehmung des 31-Jährigen erhärtete sich dieser Verdacht allerdings nicht.

Der junge Mann wurde nach Absprache mit der Bonner Staatsanwaltschaft am Freitagnachmittag wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen laufen aber weiter, wie Scholten sagte: „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen hat es keinen Streit zwischen den Beteiligten gegeben, deshalb gehen wir zum jetzigen Zeitpunkt von einer Fahrlässigkeit aus.“

Beim Eintreffen der Feuerwehr war in der Nacht eine Rauchentwicklung aus dem Hochparterre des sechsgeschossigen Mehrfamilienhauses zu sehen. Die Feuerwehr, die mit 27 Einsatzkräften vor Ort war,  konnte den Brand löschen und den 37-Jährigen notärztlich versorgen. Er wurde sofort in ein Krankenhaus eingeliefert. Seine Wohnung ist aktuell unbewohnbar. Die Nachbarn durften in ihre Häuser zurückkehren.