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Zukunftswerkstatt: Bürger bringen Ideen zum Bonner Rheinufer ein

Zukunftswerkstatt : Bürger bringen Ideen zum Bonner Rheinufer ein

Bei einer digitalen Bürgerbeteiligung äußern Teilnehmer ihre Wünsche für die künftige Rheinufergestaltung zwischen Rosental und Zweiter Fährgasse. Ein europaweiter Wettbewerb für die Planung soll der Rat im Mai beschließen. Die Stadt will in zwei Jahren mit dem ersten Bauabschnitt beginnen.

Die Neugestaltung der linksrheinischen Rheinpromenade ist eines der großen Infrastrukturprojekte, das die Stadt Bonn in den kommenden Jahren in Angriff nehmen will. Die Bürger hatten am Freitagabend erneut die Möglichkeit, sich mit ihren Ideen für den rund zwei Kilometer langen Abschnitt zwischen Zweiter Fährgasse und Rosental zu beteiligen. Digital, das versteht sich in diesen Zeiten.

Ein paar kleinere Vorreden gab es, wie von Stadtbaurat Helmut Wiesner, der vom „wichtigsten Projekt im Masterplan Innere Stadt“ sprach. Der Leiter des Fachbereichs Architektur an der Alanus Hochschule Alfter, Benedikt Stahl, hatte sich in der Vergangenheit bereits mit Studenten überlegt, wie die Promenade zu verschönern wäre. Er merkte an, dass es bei künftigen Plänen, die die Verwaltung in einem Wettbewerb ausloben will, darauf ankommen werde, „eine typische Charakteristik“ herauszuarbeiten, Vorschläge zu bündeln, das Vorhaben nicht zu überfrachten und ein „ausbaubares Grundgerüst“ zu schaffen. Praktische Erfahrung hat Stahl, er ist mitverantwortlich für die Umgestaltung der Promenade in Düsseldorf.

„Kein Parken und Durchgangsverkehr“

Ideen haben die rund 60 Teilnehmer nun reichlich im Chatraum eingebracht. Tenor war, was bereits im Masterplan zu lesen steht, die Promenade möglichst von Autos zu befreien. „Also: Das Rheinufer ist zu schade für Parken und Durchgangsverkehr“, lautete ein Beitrag. Oder: „Bäume statt Parkplätze!“ Einen Ort „für die vielfältige Fahrradkultur. Cafe/Werkstatt/Ausgangspunkt für Touren z.B. zur Mobilitätswende in Bonn“ wünschte sich ein anderer. Eine Kleinkunstbühne, eine Ausweitung der Gastro-Angebote bis hin zum Ufer selbst, ein Kunstforum, ein Beach-Volleyballfeld und eine Kletterwand am Alten Zoll wurden ebenso genannt. Und bei all den Verweilsangeboten seien öffentliche Toiletten nicht zu vergessen.

Ein Mangel sieht ein Bürger darin, dass das Rheinufer nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sei. Ein Bus sollte dort verkehren. Die Idee von Wassertaxis, wie sie das Ratsbündnis, aber auch die CDU, für prüfbar halten, fand ebenfalls Erwähnung. Der Vorschlag einer Einbahnstraßenregelung und der Freigabe einer Straßenhälfte für den Radverkehr hatte bereits auf der städtischen Beteiligungsplattform www-bonn-macht-mit.de Niederschlag gefunden, die Barrierefreiheit der Meile ebenfalls.

Die Neuordnung soll, wie berichtet, in drei Bauabschnitten erfolgen. Für den ersten (zwischen Kennedybrücke und Altem Zoll) und den zweiten (zwischen Kennedybrücke und Rosental) hat die Stadt 2020 einen Förderantrag bei der Kölner Bezirksregierung gestellt. Stadtbaurat Helmut Wiesner zufolge stehen die Aussichten gut, dass Bund und Land 70 Prozent der 17 Millionen Euro teuren Investition übernehmen würden, also rund zwölf Millionen Euro. Den verbleibenden Anteil von fünf Millionen Euro müsste zumindest großteils die Stadt schultern.

Ambitionierter Zeitplan

Der Zeitplan ist in Anbetracht vergleichbarer Projekte durchaus ambitioniert. Der Bürgerbeteiligung soll die Auslobung des europaweiten Wettbewerbs per Ratsbeschluss im Mai folgen, zu dem etwa 15 Planungsbüros ihre Ideen einreichen sollen. Dann soll ein mit Fachleuten und Politikern besetztes Preisgericht in diesem Herbst den Siegerentwurf auswerten. Bereits 2023 will die Verwaltung mit dem ersten Bauabschnitt unterhalb der Oper beginnen und ab 2025 den zweiten Bauabschnitt nördlich der Brücke in Angriff nehmen. Der dritte Bauabschnitt zwischen Zoll und Zweiter Fährgasse wäre nach bisheriger Planung ab 2027 dran. Im Förderantrag ist er noch nicht enthalten, weil das Städtebauförderprogramm, für das die Stadt Begehrlichkeiten angemeldet hat, auf die Jahre 2021 bis 2025 beschränkt ist.

Die Bürgerbeteiligung ist noch bis Sonntag, 7. März, möglich. Ideen können Interessierte auf der städtischen Beteiligungsplattform www.bonn-macht-mit.de hinterlassen.