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Polizeieinsatz im Bonner Stadtgebiet: Bundespolizei schnappt Automatenknackerbande

Polizeieinsatz im Bonner Stadtgebiet : Bundespolizei schnappt Automatenknackerbande

Großeinsatz der Polizei am Freitagvormittag: Im Bonner Stadtgebiet durchsuchten die Beamten unter Federführung der Bundespolizei mehrere Wohnungen, darunter in Auerberg, Tannenbusch, Beuel und Lengsdorf. Bereits am Vorabend hatte es bei einer Razzia in Mehlem mehrere Verhaftungen gegeben.

Die Bundespolizei hat eine bundesweit agierende Automatenknackerbande geschnappt und damit über 80 Aufbrüche von Fahrkartenautomaten aufgeklärt. Umfangreiche Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen führten die Beamten schließlich auf die Tätergruppe, die seit November 2012 von Bonn aus in mehreren Bundesländern agierte. Der Schaden für die Deutsche Bahn AG liegt - vor allem mit Blick auf die beschädigten Automaten - im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich.

Bereits am Donnerstag vollstreckten die Beamten im Auftrag der Staatsanwaltschaft vier Haftbefehle und entsprechende Durchsuchungsbeschlüsse gegen Männer im Alter von 19, 19, 34 und 50 Jahren, die sich als Haupttäter für eine Serie von Fahrkartenautomatenaufbrüchen zu verantworten haben.

Darüber hinaus ermittelt die Bundespolizei gegen mindestens zehn weitere Personen, die die Täter unterstützten und hat im Zuge dieser Ermittlungen heute Morgen acht weitere Wohnungen im Raum Bonn-Rhein/Sieg durchsucht. Die Bundespolizisten stellten umfangreiches Beweismaterial wie beispielsweise einen Pkw, eine Schusswaffe, Aufbruchwerkzeug und mehrere Tausend Euro Bargeld sicher.

[kein Linktext vorhanden]Die Täter hatten im vergangenen November zunächst zwei komplette Fahrkartenautomaten an den Bahnhöfen in Meckenheim und Merzenich entwendet, um sich ein genaues Bild von der Sicherheitstechnik zu machen. Daraufhin entwickelten sie eine schnelle mechanische Aufbruchmethode, die nur wenige Minuten dauerte.

Die Bande suchte in Nordhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Berlin zur Nachtzeit vorwiegend abgelegene Bahnhöfe und Haltepunkte der Deutschen Bahn AG auf, die nicht videoüberwacht sind. Dabei gingen die polizeilich bereits mehrfach wegen Eigentums- sowie auch Gewaltdelikten in Erscheinung getretenen Täter sehr konspirativ
vor.

So observierten die Täter zuvor intensiv die späteren Tatorte, um mögliche polizeiliche Überwachungsmaßnahmen zu erkennen. Auch legten sie in manchen Nächten hunderte von Autobahnkilometer zurück, um festzustellen, ob die Bundespolizei ihnen ggf. auf den Fersen ist.

Gleichwohl ist es den Ermittlern und Fahndern der Bundespolizei gelungen, die Täter nach und nach zu identifizieren und nun "beweiskräftig" zu verhaften. Dabei wurde den Tätern vor allem eine richterlich angeordnete Telefonüberwachung zum Verhängnis. Die Bande darf sich jetzt wegen schweren Bandendiebstahls, einem Verbrechenstatbestand - verantworten. Ihnen drohen Freiheitsstrafen von einem Jahr bis zu 10 Jahren.

Die umfangreichen Ermittlungen von Staatsanwaltschaft Bonn und Bundespolizei dauern weiter an.