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Buntes Programm in der City: Buntes Programm beim 3. Bonn Festival

Buntes Programm in der City : Buntes Programm beim 3. Bonn Festival

Das Bonn Festival ging in die dritte Runde. Am Festival beteiligen sich neun Bonner Veranstalter und ermöglichen den Besucher ein „Location Hopping“ zwischen Bars und Clubs.

Bereits zum dritten Mal ist am Samstagabend das Bonn Festival gestartet. Neun Veranstalter beteiligten sich an der Veranstaltungsreihe und ermöglichten so dem Besucher ein "Location Hopping" zwischen Bars und Clubs. Aus zehn Stunden Programm konnten die Nachtschwärmer mit nur einem Ticket zwischen Konzert, Lesung, Poetryslam, Kurzfilm, Comedy und Party auswählen. Teil nahmen Pauke, Limes, Namenlos, Innovation, Waschsalon, Lutherkirche, Fabrik 45, Dubliners, Brückenforum und Carpe Noctem. Ein kleiner Stolperstart vorab: Die Konzerte an der Rheinbühne wurden kurzfristig aufgrund eines Wasserschadens abgesagt. Das vermeldeten die Betreiber auf ihrer Homepage.

In der Fabrik 45 hingegen kam es zu einem Familientreffen in entspannter Atmosphäre. Nachdem die Band Shonny & El Hijo del Buho, die extra aus Kolumbien eingeflogen wurde, ihre letzten Töne gespielt hatte, kündigte Veranstalterin Maria Hülsmann ihre Schwester Julia Hülsmann an. Eine Besonderheit für den Veranstaltungsort, denn die Berlinerin gehört zu Deutschlands bekanntesten Jazzpianistinnen. Die gebürtige Bonnerin ist sonst überall auf der Welt unterwegs, wie ihre Schwester erzählt. "Morgen fliegt Julia für ein Konzert nach Sao Paulo." Für die Pianistin sei es wiederum "sehr speziell" mal ihre Schwester als Veranstalterin zu beglücken.

Fabrik-Besitzerin Natascia Cuschie (52) freute der Besuch: "Für uns ist das eine tolle Sache, so ein intimes Konzert zu ermöglichen". Rund hundert Menschen lauschten den Klavierklängen der Jazzpianistin. Als Hülsmann parallel zu ihren Klavierklängen auch noch auf der Melodica spielte, erreichte ihre Musik eine tiefere Dimension. Nach dem Song "The same girl" spendeten die Gäste großen Applaus.

Im Namenlos standen die Besucher vor verschlossenen Türen, während die Drag-Queen Show "Carousel of Queens" gerade lief. Man lasse die Gäste nur zu bestimmten Uhrzeiten rein, hieß es. "Die Türen seien während der Show verschlossen, damit nicht Menschen ohne Ticket rein kommen würden", berichteten einige Zuschauer später.

Vor dem Carpe Noctem war gerade die Musikband Planschenmalöör vorgefahren. Den Namen hätten sie von einer Tour aus Australien, wie Sänger Juri Rother (28) berichtet. "In Australien gibt es wenig Toiletten, deswegen sind wir immer einfach ins Meer gegangen - und da ist uns halt beim Planschen ein Malöör passiert", erzählte er. Die Newcomer aus Köln spielten kölschen Surf-Pop.

Den viele Gästen im Carpe Noctem tanzten und schunkelten vergnügt zu den deutschen Songtexten. Auch Clubbesitzer Martin Kläser (32) war begeistert. "Für ein Konzert haben wir echt viele Leute da und wir stehen auf solche Veranstaltungen - alles was in Bonn passiert ist auch gut für uns", sagte er. Im Dubliners erzählten die Besucher Theda und Valerie: "Das Festival ist eine super Sache, aber es wäre schön, wenn die Veranstaltungen zeitlich mehr versetzt zueinander wären, so könnte man auch mehr sehen", resümierten sie. Die Bonnerinnen hätten nur zwei Veranstaltungen besuchen können. "Es wäre schon ein Vorteil, wenn die Veranstaltungen vielleicht bis 0 Uhr gehen würden, vor allem da wir die Orte ja auch erreichen müssen", sagten sie.

Hinter dem Festival steht der Verein Bonn.pop. "Wir möchten, dass die große und vielfältige Bonner Kulturszene mehr Gehör bekommt", erklärte Hülsmann. "Die freie Kulturszene muss besonders zusammenhalten, deswegen gibt es diesen Schulterschluss zwischen den Veranstaltern." Das Festival komme bei den Bonner gut an, wie Hülsmann ausführte. "Im ersten Jahr wurden wir total überrascht, dass acht von 13 Locations ausverkauft waren und im zweiten Jahr ist das mit 1500 Besucher noch einmal getoppt worden", sagt sie.

Parallel zum Bonn Festival fand auch die zehnte Nacht der Jugendkultur im Stadtbezirk Bad Godesberg statt. An drei Orten konnten Jugendliche ihre Kreativität austesten. Mit dabei waren das städtische Jugendzentrum K7, die Jugendkunstschule im arte fact und das Oneworld Cafe in der Moltkestraße 41.