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Ausstellung auf dem Burggelände: "BurgArt" in Endenich zeigt Kunst für jedermann

Ausstellung auf dem Burggelände : "BurgArt" in Endenich zeigt Kunst für jedermann

25 Künstler bieten bei der ersten "BurgArt" des Kultur- und Bürgervereins Endenich ihre Werke an -- und zwar am Samstag, 15. Juli, ab 13 Uhr auf dem Gelände der Endenicher Burg.

Man kann sich mit Hans-Martin Fink trefflich darüber unterhalten, was Kunst ist, sein könnte, was sie will und wollen können sollte. Wird sie erst dadurch hochwertig, dass sie von namhaften Künstlern geschaffen wurde und teuer ist? „Kunst funktioniert meiner Ansicht nach nicht nach kapitalistischen Gesetzen“, sagt der Bonner Kunstkurator. Das will er zusammen mit seinem Kollegen Chris Evans und dem Kultur- und Bürgerverein Endenich (KUBE) bei der ersten „BurgArt“ auf dem Gelände der Endenicher Burg beweisen.

Dort wird am Samstag, 15. Juli, Kunst präsentiert und verkauft. Das Besondere dabei: „Die Preise sollen 100 Euro nicht überschreiten“, erklärt Fink. Damit wolle man aber kein Konkurrenz-Event zur Cheat-Art-Messe aufbauen – es gehe nicht um Schnäppchenjagd in der Vorweihnachtszeit. Eine weitere Besonderheit ist, dass die BurgArt als Open-Air-Veranstaltung geplant ist. Der Erfolg, stellt Fink fest, steht und fällt also mit dem Wetter.

Und auch die 25 überwiegend Bonner Künstler, die er für die Sache gewinnen konnte, müssen sich darauf einstellen, dass es ein wenig tröpfeln könnte. Aquarell-Bilder seien da nicht die beste Wahl, meint Fink. Bei Starkregen will man in die Burg umziehen, wo deutlich weniger Platz wäre. Die breit Palette umfasst Fotos, Gemälde, Holz- und Metallplastiken, Lack und anderes. Die Werke können an Bauzäunen aufgehängt werden, die die Veranstalter stellen. „Wir müssen auch aufpassen, dass es kein Kunsthandwerkermarkt wird“, sagt Fink.

Kein Berührverbot

Man will Kunstwerke präsentieren, Unikate. Nicht immer ist leicht festzulegen, wo das eine aufhört und das andere anfängt. Er definiert aus dem Bauch: Kunst sei es, „solange die Arbeit zweckfrei ist und sich nicht durch Gebrauch verschleißt oder verbraucht“. Ein Berührverbot soll es aber nicht geben. Vielmehr soll das Publikum möglichst Künstler und Kunst zum Anfassen vorfinden. Auch soll nicht der Verkauf im Vordergrund stehen:

Die Veranstalter wollen den Nachwuchs an die Kunst heranführen, zeigen, dass es mehr auf der Welt zu sehen gibt als Handy, Fernseher und Kino. Mehrere Künstler werden Staffeleien ausstellen, auf denen sich die jungen Besucher als Künstler versuchen können. Beim Kube können sie Steine bemalen und das Tipi, das schon beim ökumenischen Kirchenfest bemalt wurde, noch bunter machen. Die Bücherei organisiert einen Bücherflohmarkt. Weiterhin gibt es eine Beachbar, viel Kuchen und einen Grillstand.

Kunst für alle

„Mein persönliches Lebensziel ist es, Kunst wieder im normalen Leben zu etablieren“, sagt Fink. Kunst sei nicht nur etwas für Museen oder reiche Sammler, sondern für jedermann da. Mit dem Endenicher Verein, der 2016 gegründet wurde, hat er Gleichgesinnte gefunden: Er möchte laut Pressesprecherin Antje von Meer-Groth Kultur für alle in der Endenicher Burg anbieten, und zwar kostenlos. Erste Veranstaltung war die Burgweihnacht, in diesem Jahr kommt die BurgArt dazu.

Knapp 30 Mitglieder hat der Verein derzeit. Wenn noch weitere hinzukommen, könnte man mehr durchführen. Dem Vorsitzenden Michael Wenzel würde da etwas mit Musik vorschweben. Aber erst mal soll die BurgArt erfolgreich verlaufen. Man will diese erste Ausgabe nutzen, um zu lernen, was man 2018 anders machen sollte. Los geht es am 15. Juli um 13 Uhr auf dem Gelände der Endenicher Burg, Am Burggraben 18.