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Buschdorf - Im Rosenfeld sollen höhere Wohnhäuser entstehen

300 Wohnungen geplant : In Buschdorf sollen höhere Wohnhäuser entstehen

Die Stadt will Baugebiet am Buschdorfer Ortsrand neu ausschreiben. Die CDU warnt vor einer stärkeren Verdichtung um jeden Preis.

Seit mehr als einem Jahrzehnt laufen die Planungen für eine Bebauung im Buschdorfer Rosenfeld nahe der A 555 auf weitgehend städtischem Grund. Eine Ausschreibung war bereits nach vorheriger Zustimmung der letzten Jamaika-Koalition erfolgt. Vorschläge waren eingegangen für eine Bebauung, die nach städtischen Vorgaben weitgehend Familien- und Reihenhäuser vorsah für knapp 300 Wohneinheiten auf etwa sechs Hektar Fläche. Noch vor der Kommunalwahl stimmte eine Ratsmehrheit allerdings für eine Neuausschreibung.

Eine Anfrage des Buschdorfer CDU-Ratsherrn Georg Schäfer von Januar, wann es inhaltlich und zeitlich weitergehe, bat die Verwaltung zu vertagen. Andrea Schulte aus dem Presseamt betonte, der Bebauungsplan solle „mit höchster Bearbeitungspriorität neu aufgestellt werden“. Neben umweltfreundlicher Planung sei ein wichtiges Ziel, die Erhöhung der Wohnflächen durch mehr Geschosswohnungsbau und mindestens 50 Prozent geförderten Wohnraum (bisher 30 Prozent) zu erreichen. Die Aufhebung der alten Ausschreibung sei rechtmäßig erfolgt, so Schulte.

Planungsexperte Rolf Beu von den Grünen begründete den Wandel der Ausschreibungsziele wie folgt: „Der Bebauungsplan stammte in seinen Grundzügen noch aus einer längst vergangenen Zeit.“ Damals seien Klimawandel und dessen Folgen sowie der Umgang mit der Ressource Boden noch kein vorrangiges Thema in der Breite der Stadtgesellschaft gewesen. „Hochwertiger und sozialer, mehrgeschossiger Wohnungsbau“ müsse zwingend Vorrang bekommen. Angelika Esch von der SPD und Holger Schmidt von den Linken sind der Auffassung, der Neuanfang sei geboten gewesen, um das Projekt über eine noch zu gründende Stadtentwicklungsgesellschaft verwirklichen zu können. Schmidt: „Der Stopp der Ausschreibung bietet die Chance, die falsche Verkaufsentscheidung für dieses städtische Gelände zu korrigieren und an die zukünftige Bebauung in stärkerem Maß soziale, ökologische und gestalterische Kriterien anzulegen.“ CDU-Fraktionschef Guido Déus und Schäfer erkennen durchaus Verbesserungspotenzial in den alten vorliegenden Plänen, die aber nach ihrer Ansicht keine Neuausschreibung erforderlich machten: „Wir warnen eindringlich davor, massiv von den ursprünglichen Planungen, nämlich einem verträglichen Verhältnis von Ein- und Mehrfamilienhäusern, abzuweichen.“ Eine Verdichtung zur „Käfighaltung“, so Schäfer, sollte nicht stattfinden, das Negativbeispiel in direkter Nachbarschaft in Neu-Tannenbusch nicht als Blaupause dienen. Außerdem sollten im Rosenfeld auch Freiräume offen gehalten werden für die Erhaltung von Frischluftzufuhr.