Campus Poppelsdorf Neues Laborgebäude als „wichtiges Zeichen für den Wissenschaftsstandort Bonn“

Poppelsdorf · Das Rotationsgebäude, das gerade auf dem Uni-Campus Poppelsdorf in Bonn aus Module zusammengesetzt wurde, soll künftige wechselnde Institute beherbergen. Beim Richtfest ging es neben dem Dank für die Handwerker um die besondere Konstruktion und die Uni-Infrastruktur.

Beim Richtfest des Rotationsgebäudes auf dem Campus Poppelsdorf (v.l.n.r.): Michael Hoch, Ursula Sautter, Gabriele Willems und Jens Urlichs.

Beim Richtfest des Rotationsgebäudes auf dem Campus Poppelsdorf (v.l.n.r.): Michael Hoch, Ursula Sautter, Gabriele Willems und Jens Urlichs.

Foto: Benjamin Westhoff

Neubauten, Teilumzüge, Sanierungen: An den Standorten der Universität Bonn ist aktuell viel in Bewegung. Mit einem Richtfest haben sich die Bauherren, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), am Dienstagvormittag bei den Handwerkern für die Arbeiten am sogenannten Rotationsgebäude auf dem Campus Poppelsdorf bedankt. Das Labor- und Seminargebäude heißt so, weil es künftig von wechselnden Instituten genutzt werden soll. Eine weitere Besonderheit betonte Gabriele Willems, Geschäftsführerin des BLB NRW bei ihrer Dankesrede: „Mit der Modulbauweise sind wir einfach insgesamt sehr flexibel.“

Anfang des Jahres waren mit speziellen Schwerlasttransporten 141 vorgefertigte Stahlmodule über den Rhein und durchs Stadtgebiet angeliefert worden. Ein Modul war laut dem BLB bis zu 17 Meter lang, gut fünf Meter breit und vier Meter hoch. Zwei große Kräne wurden aufgestellt, um die bis zu 31 Tonnen schweren Bauteile einzusetzen. Auf diese Weise wurden die beiden Gebäudeteile, die an der Carl-Troll-Straße bereits in klassischer Betonbauweise entstanden waren, miteinander verbunden.

Geschäftsführerin Willems nannte als Vorteil der Modulbauweise besonders die Zeitersparnis: Die Module würden fernab der Baustelle und unabhängig vom Wetter im Werk hergestellt, parallel könnten andere Arbeiten stattfinden. „Das ist leider als Werk noch alles andere als alltäglich“, sagte Willems. Als Herausforderungen nannte sie die Logistik, die gute Planung erfordere.

Eine Einordnung der Kosten für die Modulbauweise im Vergleich zur klassischen Betonbauweise ist laut einem BLB-Sprecher nicht möglich. Erstere biete sich besonders bei standardisierten Räumlichkeiten an, wie im Falle des Rotationsgebäudes. Das Gesamtbudget für den Neubau bezifferte ein Sprecher auf rund 100 Millionen Euro.

Neubau auf Campus Poppelsdorf soll Mitte 2024 fertig sein

Jens Urlichs, Leiter der BLB-Niederlassung Köln, erklärte, dass das Neubauprojekt im Januar 2022 gestartet mit dem Spatenstich gestartet habe und im Zeitplan liege. Der BLB NRW, der das Gebäude für die Uni baut, rechnet mit einer Fertigstellung des Rotationsgebäudes Mitte 2024, wie ein Sprecher mitteilte. Bis dahin folgt noch die Ausbauphase, bei der die Außenhülle des Gebäudes fertiggestellt und im Inneren alle technischen Anlagen und Leitungen eingebaut werden. Nach Fertigstellung wird das Gebäude unter anderem als Interimsfläche für die Vielzahl an zu sanierenden Universitätsbauten dienen.

„Heute ist ein Tag der Freude“, sagte Professor Michael Hoch, Rektor der Universität Bonn. „Denn wir brauchen eine gute Infrastruktur, um international wettbewerbsfähig zu sein.“ Für die Unterstützung der Landesregierung bei den vielen Bauvorhaben, auch der nächsten Jahre, sei die Uni sehr dankbar. „Es ist sehr viel Geld, das investiert wird, aber es ist gut investiert“, betonte Hoch. Auch Bürgermeisterin Ursula Sautter bezeichnete das Neubauprojekt als „wichtiges Zeichen für den Wissenschaftsstandort Bonn“.

Der BLB will auf dem Campus Poppelsdorf zwei weitere Uni-Neubauten für naturwissenschaftliche Institute errichten. Außerdem steht die Sanierung des Hauptgebäudes, des Kurfürstlichen Schlosses in der Bonner City, bevor, die mindestens zehn Jahre dauern könnte. In der Planung steckt seit mehr als zehn Jahren des Weiteren das große Vorhaben für den Ausbau des Uni-Campus Endenich.