Das französische Duo "Duel" kommt ins Haus der Springmaus Cellist quält verrückten Pianisten

Wenn sich das mürrische Cello mit dem verrückten Klavier streitet: Das französische Duo "Duel" kommt am kommenden Sonntag, 26. Oktober, in die Springmaus.

Klassik trifft Slapstick: Paul Staicu (links) und Laurent Cirade in Aktion.

Klassik trifft Slapstick: Paul Staicu (links) und Laurent Cirade in Aktion.

Foto: MARIANNE ROGLER

Mit Laurent Cirade und Paul Staicu sprach Ebba Hagenberg-Miliu.

Sie werden als wunderbare Kreuzung von Carnegie Hall mit den Marx Brothers gehandelt. Wer ist der Herr, der so bravourös (mit dem) Cello spielt?
Laurent Cirade: Das bin ich, der massive und mürrische Cellist, der den Pianisten quält. Keine Sorge, das tue ich nur auf der Bühne. Ich begann vor über 25 Jahren als Musiker und Schauspieler beim bekannten französischen Streicherensemble Le Quatuor. Wir waren Pioniere, wir haben klassische Musik und Humor verbunden. Nach zwölf Jahren zog ich aber nach New York...

... und es war Schluss mit Klassik und Slapstick?
Cirade: Nein, aber mit einem englischen Pianisten klappte es leider nicht so gut. Also kehrte ich nach Frankreich zurück und organisierte ein Casting. So traf ich auf Paul. Er ist der Mann für diesen Job! Seit 13 Jahren sind wir beide nun "Duel".

Sie sind also der brillante Pianist...
Paul Staicu: Ja, ich bin Paul, ich stamme aus Rumänien. Laurent und ich begannen mit Gastspielen in Marseille und Paris. Wir ergänzen uns einfach wunderbar.

Wie entstehen Ihre fulminanten Programme?
Staicu: In der kreativen Entwicklungsphase arbeiten wir mit unserer Regisseurin Agnes Boury sehr eng zusammen. Auf diese Weise haben wir beide bisherigen Programme - Opus 1 und Opus 2 - gemeinsam entwickelt. Es ist ein langer Prozess, in dem wir etwa eine bestimmte Idee zu einer Szene ausarbeiten. Oder wir untermauern eine Musik mit visuellem Slapstick oder sind auf der Suche nach der richtigen Geschichte zu einer bestehende Musik...

Cirade: ...oder alles zusammen. Bis wir eben sicher sind, dass wir den Nagel auf den Kopf getroffen haben und unsere Geschichten so erzählen, wie wir es wollen. Die größte Schwierigkeit dabei ist, dies ganz ohne gesprochene Worte zu tun. Jede Geschichte muss sich allein durch die Musik und die Bilder mitteilen, die durch Mimik und Gestik entstehen.

Sind die Reaktionen in verschiedenen Ländern unterschiedlich?
Staicu: Wir spielen dasselbe Programm in 35 Ländern dieser Welt. Die Show hat eine gewachsene Struktur, die überall funktioniert. Je nach Mentalität mögen da feine Unterschiede in der Interpretation sein. Aber unsere Geschichten werden in Deutschland wie in China verstanden, weil wir sie musikalisch und visuell erzählen.

Sind Ihre klassischen Kollegen nicht neidisch, wie Sie sich auf der Bühne austoben?
Cirade: Die meisten fantasieren wohl selbst manchmal, wie es ist, szenisch und lustig zu spielen. Wir sind ja Teil derselben Welt. Aber Musik auf unsere Weise vorzutragen, das birgt auch Risiken. Denn eigentlich sollte klassische Musik ja intensiv und ernsthaft interpretiert werden - und wir verzerren sie mit skurrilem Humor. In der Regel wissen die Kollegen aber genau, wie wir es meinen - und sind hoffentlich auch begeistert.

Wird bei Ihnen hinter den Kulissen auch mal ein Duell ausgetragen?
Cirade: Wir sind ja nicht nur ein "Duell", sondern auch ein Duett. Was Sie also auf der Bühne sehen, sind die Geschichten, die das wahre, alltägliche Leben erzählen.

"Duel"

Laurent Cirade (Cello) und der gebürtige Rumäne Paul Staicu (Piano) haben beide eine klassische Musikausbildung genossen und wurden für ihr musikalisches Können mehrfach ausgezeichnet. Ihren ersten gemeinsamen Auftritt hatten die beiden Pariser im Herbst 2001 im Chocolat Théâtre in Marseille. Dort spielten sie zwei Monate. Weiterhin folgte ein Gastspiel über 90 Shows im Théâtre des Mathurins in Paris. Ihre erste größere Tour über zwei Jahre führte sie in die USA und die Schweiz, den Libanon, nach England, Spanien, Belgien und ins Baltikum. 2006 spielten sie für sieben Monate im Théâtre des Champs-Élysées.

Karten

Karten für 27,90/22,40 Euro für das Gastspiel von "Duel" am Sonntag, 26. Oktober, ab 20 Uhr in der Endenicher Springmaus, Frongasse, gibt es in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen.

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