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Corona an Kita in Bonn: Einrichtung geschlossen - Erzieherin infiziert

Corona-Pandemie : Öffnungszeiten an Bonner Kitas könnten reduziert werden

In Bonn gibt es nach dem Kita- und Schulneustart die ersten Corona-Fälle. An einer Grundschule ist eine Lehrerin positiv getestet worden. Eine Kita hat die Stadt bis auf Weiteres schließen lassen.

Wie Stadtsprecherin Monika Hörig am Freitagnachmittag mitteilte, sei eine Erzieherin der Elterninitiative Power Pänz in Oberkassel erkrankt. Die Familien der 36 dort untergebrachten Kinder und die acht Mitarbeiter würden derzeit kontaktiert und Abstriche veranlasst. Der Stadt entschied, die Kindertagesstätte bis auf Weiteres zu schließen.

Positiv auf das Coronavirus getestet wurde ebenfalls eine Lehrerin an der Carl-Schurz-Grundschule in Tannenbusch. Da sie an zwei Schultagen mit Mund-Nasen-Schutz unterrichtete, habe ihre Infektion keine weiteren Auswirkungen auf den Schulbetrieb, so die Stadt. „Die Schülerinnen und Schüler in ihrer Klasse gelten demnach als Kontaktperson zweiten Grades“, erklärte Hörig.

Corona-Test an Schule in Bonn fiel negativ aus

Dagegen fiel das Testergebnis bei einem Verdachtsfall an einer weiterführenden Bonner Schule nach Angaben der Stadtsprecherin negativ aus. Die Schülerin war, wie berichtet, mit Mund-Nasen-Schutz in den Unterricht gekommen. Nachdem sie Symptome gezeigt hatte, veranlasste das Gesundheitsamt am Donnerstag, sie möge einen Test machen. Das negative Ergebnis liegt seit diesem Freitag vor.

Grundsätzlich gilt seit Schulbeginn am Mittwoch an weiterführenden Schulen auch während des Unterrichts die Maskenpflicht für Schüler. Grundschüler können die Masken am Schreibtisch abnehmen. Das NRW-Schulministerium hat den Schulen in Ablaufplänen dargelegt, wie bei Verdachtsfällen oder bestätigten Infektionen zu verfahren ist. Die Schulleitungen hätten bei bestätigten Infektionen Kontakt mit dem örtlichen Gesundheitsamt aufzunehmen und das weitere Vorgehen abzusprechen. „Dort sitzen die medizinischen Fachleute“, sagte Eike Schultz, Sprecher der Bonner Gymnasien am Freitag. Würden während des Unterrichts bei Schülern oder Lehrern coronatypische Symptome auftauchen, würden die jeweiligen vom Unterricht ausgeschlossen und hätten sich mit dem Hausarzt in Verbindung setzen, so Schultz. Bei minderjährigen Schülern, teilt das NRW-Schulminsterium mit, seien die Eltern zu informieren.

Bonn will bei Corona-Infektionen in Kita oder Schule nach Einzelfall vorgehen

Stadtsprecherin Hörig beschreibt das weitere Vorgehen bei Verdachtsfällen oder Infizierten wie bisher in allen Fällen praktiziert: Veranlassung der Quarantäne, Ermittlung der Kontaktpersonen, eventuell zusätzliche Abstriche. Ob Klassen in Quarantäne geschickt oder sogar ganze Schulen geschlossen werden, hänge vom Einzelfall ab, also der Nähe der Infizierten zu Kontaktpersonen ab, so Hörig. Letztlich hätte der städtische Corona-Krisenstab bei solchen Entscheidungen das letzte Wort. Auch in Quarantäne finde Unterricht statt, „allerdings als Lernen auf Distanz“.

In NRW hat es bereits Infizierte gegeben. In Viersen wurde beispielsweise eine Lehrerin zu Beginn dieser Woche positiv getestet. Daraufhin ordnete das Gesundheitsamt Quarantäne für das gesamte Lehrerkollegium an. Die Schule bleibt bis zum 28. August geschlossen.

Am kommenden Montag sollen die Kindertagesstätten im Bonner Stadtgebiet wieder den Regelbetrieb aufnehmen. Eltern können ihre Kinder dann wieder bis zu 45 Stunden in die Betreuung geben. Bisher galten pandemiebedingt eingeschränkte Betriebszeiten. Ganz unproblematisch wird die Ausweitung nicht. „Mit Sorge beobachten wir als Personalrat die angespannte personelle Situation in den Kindertagesstätten“, teilte dessen Vorsitzender Christoph Busch mit.

Kitas in Bonn müssen wegen Corona vermutlich Öffnungszeiten reduzieren

Trotz Bemühungen des Amtes für Kinder, Jugend und Familie, zusätzliches Personal zu finden, seien viele Stellen schon lange unbesetzt. Dazu erklärte Vizestadtsprecher Marc Hoffmann: „Es muss damit gerechnet werden, dass mehrere städtische Einrichtungen in der nächsten Woche Öffnungszeiten reduzieren müssen.“ Genaueres lasse sich noch nicht sagen, „weil der Kita-Betrieb nach den Ferien in den meisten Einrichtungen gerade erst wieder angelaufen ist und unter anderem auch noch nicht abzusehen ist, ob alle Eltern ihre Kinder wieder in die Kita bringen werden“.

In den 70 städtischen Kitas könnten derzeit 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter coronabedingt nicht mit Kindern arbeiten, weil sie ein erhöhtes Infektionsrisiko hätten. Weitere der insgesamt 1000 Kita-Angestellten fielen wegen Krankheit oder Schwangerschaften aus. Die Stadt habe für ihre Kitas aktuell 52 Stellen in Vollzeit ausgeschrieben und 25 Stellen in Teilzeit. „Zum Teil ergibt sich die hohe Zahl aus den neuen Vorgaben des zum 1. August in Kraft getretenen Kinderbildungsgesetzes, das mehr Personal für die Kitas vorsieht als bisher“, so Hoffmann. Landesmittel für Alltagshelfer habe die Stadt für die eigenen Kindergärten beantragt. 17 Studenten seien im Einsatz. Sie würden „für Hygienemaßnahmen eingesetzt und dürfen im pädagogischen Alltag unterstützen“.