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Corona: Bonner Friseur protestiert gegen Berufsverbot während des Lockdowns

Corona in Bonn : Kessenicher Friseur protestiert gegen Berufsverbot

Stephan Sundermann kann nach zweieinhalb Monaten Lockdown seine Rechnungen nicht mehr zahlen. Der Friseur verlangt nun eine Perspektive, wann seine Zunft die Salons wieder öffnen darf.

Seit mittlerweile 20 Jahren betreibt Stephan Sundermann jetzt seinen Friseur-Salon an der Pützstraße in Kessenich. „So lange wie jetzt hatte ich in dieser Zeit noch nie geschlossen“, sagt der Friseur-Meister nach zweieinhalb Monaten Lockdown in seinem Gewerbe.

Am Montag forderte er gemeinsam mit seinen Beschäftigten anlässlich der bundesweiten Protestaktion „Freundschaftsdienst“ eine Öffnungsperspektive. „Bei 700.000 Kunden täglich in Deutschland gab es 2020 nur acht bestätigte Covid-19-Infektionen beim Friseur“, sagt Sundermann. Ein Betrieb mit weniger Kunden unter strikten Hygieneauflagen sei deshalb sicherer als die aktuell zu befürchtende Schwarzarbeit.

Friseure ließen 24 Stunden lang Licht in ihren Salons an

Seine Mitarbeiterinnen könnten von 800 Euro Kurzarbeitergeld im Monat kaum leben. Finanzielle Unterstützung für ihn als Unternehmer gebe es gar nicht. „Ich weiß nicht, wovon ich die Krankenversicherung oder die Leasingrate bezahlen soll“, sagt Sundermann. Zuletzt hatte sich Sundermann mit einem Video in den sozialen Medien an die Öffentlichkeit gewandt. Darin betonte er, dass er weder Querdenker, noch Corona-Leugner, noch AfD-Wähler sei. Doch über die Maßnahmen der Bundesregierung sei er maßlos enttäuscht und traurig.

Mit der bundesweiten Aktion „Licht an“ kämpften Friseure von Sonntag auf Montag für die Öffnung ihrer Läden. Viele ließen das Licht in ihre Salons für 24 Stunden brennen. Mit dabei war zum Beispiel der Salon Carlos Hair an der Rheinallee in Bad Godesberg. Zur Aktion hatte der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks aufgerufen.