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Corona in Bonn: Datenbank-Update führt zu Übermittlungsfehler

Corona-Inzidenz in Bonn am Montag gestiegen : Datenbank-Update führte zu Übermittlungsfehler

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bonn ist am Montag deutlich auf 80,7 angestiegen. Am Wochenende konnte die Stadt die Corona-Zahlen wegen eines Übermittlungsfehlers erneut nicht aktualisieren. Wie funktioniert das Melde-System hinter den Inzidenzzahlen?

Der Inzidenzwert ist eine der wichtigsten Größen, um das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie zu erfassen. Bei Problemen mit den aktuellen Zahlen hat die Stadt Bonn zuletzt wiederholt von Übermittlungsfehlern an das Landeszentrum für Gesundheit (LZG) NRW gesprochen. Am vergangenen Wochenende zum Beispiel konnte die Stadt den Wert wegen technischer Probleme nicht aktualisieren. Wie funktioniert das Melde-System hinter dem Inzidenz-Wert überhaupt?

Die Sieben-Tage-Inzidenz sagt aus, wie viele Menschen in Bonn im selben Zeitraum neu erkrankt sind, und zwar nicht in absoluten Zahlen, sondern bezogen auf jeweils 100.000 Einwohner in der Stadt. „Die neu gemeldeten Fälle werden in der Meldesoftware „SurvNet“, einer Datenbank, eingegeben“, erklärte Monika Hörig, Sprecherin der Stadt Bonn, am Montag. Diese Daten würden dann jeden Tag anonymisiert aus dieser Datenbank an das LZG weitergeleitet, das jeden Tag die Sieben-Tage-Inzidenz neu berechnet und dabei auch Korrekturen der Fallzahlen der vergangenen Woche berücksichtigt. Letzteres sei beispielsweise notwendig, wenn ein Corona-Fall versehentlich doppelt gemeldet wurde.

Das LZG veröffentlicht die Zahlen auf seiner Homepage und leitet sie an das Robert Koch-Institut (RKI) weiter. Das LZG überprüfe die Zahlen nach seinen Kriterien, sagte Hörig: „Daher warten wir, bis das LZG unsere Meldungen ausgewertet und veröffentlicht hat.“ Das passiere meist früh morgens. Am vergangenen Wochenende gab es laut Hörig aber ein technisches Problem mit einem Update der Datenbank „SurvNet“.

Inzidenzwert steigt deutlich an

In der vergangenen Woche ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Bonn langsam angestiegen und hat am Wochenende einen Sprung gemacht von 63,4 (20. Februar) auf 80,7 (22. Februar). Gab es nach Corona-Meldungen aus zwei Seniorenheimen in Beuel und Bonn vergangene Woche einen weiteren Ausbruch? Nein, sagte Hörig. Ein neuer Ausbruch in einer Einrichtung sei nicht der Grund für diesen plötzlichen Anstieg.

Hörig erklärte die Zunahme mit unterschiedlichen Faktoren. Zum einen stiegen die Zahlen durch die bekannten Ausbrüche in zwei Altenheimen an. Im evangelischen Haus Theresienau in Beuel waren letzte Woche Infektionen bei 32 Bewohnerinnen und Bewohnern sowie bei sechs Mitarbeitern festgestellt worden. Einen kleineren Ausbruch gab es im ebenfalls evangelischen Haus Rosental in Bonn.

Außerdem habe eine „Zunahme des diffusen Ausbruchsgeschehens“ zum Anstieg der Inzidenz geführt, sagte Hörig. Sie gab auch zu bedenken, dass die  Sieben-Tage-Statistik eben nur diese Woche abbilden könne. Niedrige Fallzahlen von vor acht Tagen zählten nicht mehr mit hinein.

Aktuell sind in Bonn 305 Menschen an Corona erkrankt, 266 davon in den vergangenen sieben Tagen. In den Bonner Krankenhäusern liegen gerade 70 Covid-Patienten aus Bonn und dem Umland (Stand: 22. Februar), von denen 28 Personen auf Intensivstationen liegen und 17 beatmet werden müssen. Die Stadt kündigte an, dass bei den steigenden Temperaturen Stadtordnungsdienst und die Wache GABI am Rheinufer und anderen beliebten Ausflugszielen verstärkt die Corona-Regeln kontrollieren werden.