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Coronavirus Bonn: Stadt setzt auf Eigenentwicklung bei Pandemiebekämpfung

Hilfe bei der Kontaktverfolgung : Bonn setzt auf eigenes System bei Pandemiebekämpfung

Das Bonner Gesundheitsamt arbeitet bisher nicht mit dem Epidemie-Management-System Sormas. Die Stadt setzt eine Eigenentwicklung namens CovDi (Covid Digital) ein.

Im Gegensatz zum Rhein-Sieg-Kreis arbeitet das Bonner Gesundheitsamt bisher nicht mit dem Epidemie-Management-System Sormas, das das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung ursprünglich zur Kontaktverfolgung für die Bekämpfung von Ebola in Afrika entwickelt hat.

Die Stadt setzt seit dem 20. Mai eine Eigenentwicklung namens CovDi (Covid Digital) ein, wie Andrea Schulte aus dem Presseamt auf Nachfrage mitteilte. Dieses Programm sei mit städtischen Mitteln konzipiert, programmiert, getestet und in Betrieb genommen worden. Seitdem werde das Programm sukzessive nach den Anforderungen des Gesundheitsamtes ausgebaut.

Allerdings sei ein Austausch mit anderen Gesundheitsämtern über CovDi nicht direkt möglich, finde aber ebenfalls in digitaler Form statt. Die Stadt kann sich, so Schulte, eine Umstellung auf Sormas durchaus vorstellen. „In der derzeitigen Phase mit hohen Fallzahlen wäre dies aber auch mit einigem Aufwand verbunden, da alle Mitarbeiter zeitgleich neu geschult werden müssten. Aktuell kann neues Personal durch die bereits geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schnell eingearbeitet werden“, sagte Schulte.

Sieben von 53 Gesundheitsämtern in NRW nutzen Sormas

Bei einem Besuch von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart am Dienstag im Siegburger Kreishaus hieß es, bisher hätten sieben von 53 Gesundheitsämtern im Land das System in Betrieb. Die Minister wollen die Einführung des Programms vorantreiben, setzen dabei auf Überzeugungskraft, schließen aber auch Druck nicht aus.

Gerühmt wird das Programm von vielen Seiten wegen seiner Übersichtlichkeit. Es ermöglicht die Erfassung von Kontaktpersonen, Laborbefunden, Überwachung der Symptome und berücksichtigt die Konsequenzen, wenn Kontaktpersonen Symptome bekommen. Es hinterlegt Arbeitsprozesse mit Terminsystem, Aufgabenkatalog und Erinnerungssystem und ermöglicht den Austausch mit anderen Gesundheitsämtern, die dasselbe System nutzen. Die personengeschützten Daten bleiben laut der Entwickler nur für die Ämter sichtbar.