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Coronavirus: Familie hat ihren Alltag umstellen müssen

Coronavirus in der Region : Wie eine Bonner Familie die Quarantäne erlebt

Für die Familie B. hat sich der Alltag gewandelt, weil sich die Tochter mit dem Coronavirus infiziert haben könnte. Das Ausgehverbot macht der siebenjährigen Marie zu schaffen.

Knapp eine Woche besteht nun die Quarantäne für die Kinder der Clemens-August-Schule in Poppelsdorf, die sich mit dem neuen Coronavirus infiziert haben könnten. „Wir haben weder Angst noch Sorgen. Denn die Panik ist viel gefährlicher als der Coronavirus selbst“, sagt Vater Ben B. (Name geändert), der gerade mit seiner siebenjährigen Tochter in der heimischen Quarantäne ausharrt. Seinen Job hat er soweit wie möglich nach Hause verlagert. Zudem gibt es einige Regeln, die die junge Familie beachten muss.

Als vergangenen Samstag das Gesundheitsamt anrief, kam B. gerade von einer Dienstreise zurück. „Wir wurden über den Coronavirus-Vorfall und das weitere Vorgehen unterrichtet“, erzählt er. Von da an änderte sich der Alltag komplett. Tochter Marie (7, Name geändert) nahm die Situation aber relativ gelassen auf. „Bis jetzt kommt sie ganz gut klar damit und macht das Beste aus ihrer Situation als kreatives Kind, jedoch vermisst sie als Einzelkind den Kontakt zu anderen Kinder sehr.“ Eines der größten Probleme ist, Marie in der Wohnung zu beschäftigen, das Ausgehverbot macht dem lebhaften Mädchen zu schaffen. „Denn sie darf nicht mal in den Garten gehen und sich auf dem Trampolin auspowern.“

Marie darf auch nicht mit ihren Eltern zusammen essen und muss sich so oft wie möglich in getrennten Räumen aufhalten. Den Alltag versucht die Familie so normal wie möglich zu gestalten. Dazu gehört aber auch ein tägliches Telefonat mit dem Gesundheitsamt, in dem über den aktuellen Stand informiert und beispielsweise Marie Körpertemperatur übermittelt wird. „Momentan machen wir eine Ausnahme, dass sie ruhig mehr Kinderfilme gucken darf als sonst.“ Zusätzlich bekommt sie täglich Schulaufgaben von der Klassenlehrerin gestellt.

All das hat bei B., der als Unternehmensberater in der Luftfahrtbranche und als Gastdozent in der ganzen Welt unterwegs ist, einiges durcheinander gewirbelt. „Ich musste meine bevorstehende n Reisen nach Hannover, London und Tel Aviv absagen.“ Zwei Projekte betreut er mit Videokonferenzen. „Die geplanten Vorlesungen an der Universität in London musste ich bis auf Weiteres verschieben.“ Seit der Test bei seiner Tochter negativ ausgefallen ist, darf er die Wohnung wieder verlassen, aber nur, wenn es wirklich nötig ist, zum Beispiel um einzukaufen. „Von Dienstreisen oder sonstigen Aktivitäten wird unter anderem wegen der 14-tägigen Inkubationszeit abgeraten.“

Generell fühlt sich B. von der Stadt Bonn gut betreut. „Jedoch waren die ersten beide Tagen etwas mühsam, was das Informationsmanagement angeht.“ Er ist froh, wenn kommenden Mittwoch alles wieder zur Normalität zurückkehrt. „Denn von den ganzen Einschränkungen bin ich schon ziemlich genervt.“