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Coronavirus in Bonn: Seniorenheime fühlen sich gut gerüstet

Coronavirus und Hygiene : Seniorenheime in Bonn fühlen sich gut gerüstet

Seniorenheime in Bonn befolgen in Sachen Hygiene die Empfehlungen des Gesundheitsamtes. Einige Bewohner fühlen sich in Sachen Coronavirus verunsichert.

Während sich das Coronavirus weiter ausbreitet, sind ältere und immungeschwächte Menschen besonders gefährdet. Bonner Senioreneinrichtungen sehen sich gut gewappnet für eine Pandemie.

Statistiken zeigten, dass der Krankheitsverlauf bei rund 14,8 Prozent aller über 80-Jährigen tödlich endet. Diese besorgniserregenden Zahlen aus China liefern allerdings keine konkreten Prognosen für die hiesige Entwicklung des Virus, unter anderem wegen anderer Meldeverfahren in Asien.

Allgemein scheint das Virus für Senioren – ähnlich wie die Grippe – ein höheres Sterberisiko darzustellen. Die Leitung der Seniorenresidenz Rheinallee, Swantje Kenklies, bedauert „die Panikmache, die die Bewohner stark beunruhigt“. Die rund 70 Damen und Herren in der Bad Godesberger Einrichtung verstünden die Problematik teilweise nicht. Das Haus habe alle nötigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen. Matthias Steiner, Sprecher der Seniorenresidenzen Augustinum, sieht seine Einrichtungen mit Hygiene- und Notfallplänen ebenfalls gut vorbereitet. Wegen der Grippesaison würden die Mitarbeiter sich sowieso die Hände desinfizieren. Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes müssten den Bewohnern regelmäßig nahegebracht werden, erklärt er. „Wichtig ist auch, die sogenannte Husten-Nies-Etikette einzuhalten“, so der Sprecher – gemeint ist das Husten in die Armbeuge.

Sarah Fischer von der Endenicher Residenz Ambiente mit 140 Bewohnern meint, dass auch dort keine zusätzlichen Hygienemaßnahmen nötig seien: „Hygiene sollte dauerhaft beachtet werden, wir desinfizieren hier immer ohne Ende.“ Claudia Eckerts vom evangelischen Seniorenzentrum Theresienau sagt, dass zu den üblichen Vorkehrungen auch Informationszettel mit Hygienevorschriften für Besucher aushingen. Die 145 Bewohner machten sich keine großen Sorgen wegen des Virus.

Uwe Lüdemann, Geschäftsführer von Nova Vita beschreibt die Atmosphäre in seiner Seniorenresidenz als entspannt. Am Montag habe es zusätzliche Empfehlungen seitens des Gesundheitsamtes gegeben. „Trotz der angespannten Situation hat uns das Amt hervorragend und kompetent beraten“, so Lüdemann. Besonders wichtig sei die Kommunikation und die Transparenz gegenüber den Bewohnern. Im Haus habe man für die 150 Bewohner und 100 Mitarbeiter ausreichend Schutzkleidung für den Fall der Fälle bestellt. Bisher gibt es nirgendwo Einschränkungen für Besuche oder Veranstaltungen.

Zu der Lage in den städtischen Seniorenheimen St. Albertus-Magnus-Haus, Haus Elisabeth und Wilhelmine-Lübke-Haus gaben weder das Presseamt der Stadt noch die Gesundheitsbehörde Auskunft. Man bat wegen der derzeitigen Belastung um Verständnis.