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Coronavirus in Bonn: So wirkt sich der Virus auf Veranstaltungen aus

Bonn und Rhein-Sieg-Kreis : GA-Vitalmesse wegen Coronavirus verschoben

Nachdem in Bonn der erste Fall einer Infektion mit dem Coronavirus aufgetreten ist, richtet sich der Blick nun auf Großveranstaltungen. Inzwischen gibt es in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis diverse Absagen. Ein Überblick.

Nach dem Bekanntwerden der ersten Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Bonn gibt es bislang keine bekannten Absagen von Großveranstaltungen in Bonn. Auch das Spiel der Telekom Baskets am Sonntag im Telekom Dome fand statt. Die Stadt vermeldete am Samstagnachmittag, von städtischer Seite würden keine Veranstaltungen abgesagt. Veranstalter müssten demnach selbst entscheiden, ob ihr Event stattfindet, Besucher müssten in eigener Verantwortung entscheiden, ob sie die Veranstaltungen besuchen wollten.

GA-Vitalmesse in Bonn wird verschoben

Der General-Anzeiger verschiebt die 2. Bonner Vitalmesse, die am Samstag in der Stadthalle Bad Godesberg stattfinden sollte. Hintergrund ist die aktuell schwer einzuschätzende Lage zur weiteren Verbreitung des neuartigen Coronavirus in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis. Der Verlag nimmt als Veranstalter seine Verantwortung gegenüber Besuchern und Ausstellern sehr ernst und hat deshalb entschieden, der Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten Priorität einzuräumen. Das Messeteam des General-Anzeigers bemüht sich schnellstmöglich um einen neuen Termin für die Vitalmesse, den wir so bald wie möglich mitteilen werden. Die Messe bietet Informationen und Beratung zu Gesundheit, Fitness, Vorsorge, die richtige Ernährung und Freizeitgestaltung. Die 1. Bonner Vitalmesse war im vorigen Jahr auf große Resonanz bei Besuchern und Ausstellern gestoßen.

Coronavirus: So waschen sie ihre Hände richtig

Gipfeltreffen zu Cyber Security in Bonn abgesagt

Das Cyber Security Cluster Bonn hat „nach Abstimmung mit allen Organisatoren“ den Cyber Security Tech Summit Europe 2020, der am 11. März mit fast 2000 Teilnehmern im WCCB stattfinden sollte, abgesagt. „Die Gesundheit und Fürsorge für alle Beteiligte hat Vorrang“, heißt es auf der Homepage. Derzeit würden Möglichkeiten erörtert, die Veranstaltung an einem späteren Termin stattfinden zu lassen. Neben internationalen Experten sollten BSI-Präsident Arne Schönbohm und der erste Inspekteur des Cyber- und Informationsraums der Bundeswehr, Generalleutnant Ludwig Leinhos, dort auftreten. Das Cyber Security Cluster Bonn bündelt alle in der Region Bonn/Rhein-Sieg ansässigen Security-Einrichtungen aus Wissenschaft, Forschung & Lehre, Wirtschaft, Behörden und öffentlichen Institutionen. Ziel der Initiative ist es, dazu beizutragen, die Region Bonn/Rhein-Sieg zu einem international beachteten Cyber-Security Standort.

Stadtsportbund Bonn sagt Open Sundays ab

Der Open Sunday musste kurzfristig abgesagt werden. Foto: Niklas Schröder
Erster Fall des Coronavirus in Bonn aufgetreten

Die Kinder, die am Sonntagnachmittag in der Endenicher Rheinschule turnen wollten, standen vor verschlossenen Türen. „Wegen des am Samstag bekannt gewordenen Corona Virus haben der Stadtsportbund und der Turn- und Gymnastikverein zum Schutz der Kinder entschieden, die Veranstaltung ausfallen zu lassen“, teilte Sandra Horschel vom Stadtsportbund mit. Die Entscheidung sei am Samstagmittag gefallen. „Wir haben auf den Social Media-Kanälen und Homepages darüber informiert“, sagte die Referentin.

Ob das Virus auch auf andere Bonner Sportveranstaltungen Auswirkungen haben wird, dass sei aber noch nicht entschieden.„Wir werden im Stadtsportbund und gemeinsam mit dem Vorstand besprechen, ob wir Empfehlungen an die Vereine herausgeben oder nicht. Dabei werden wir die Entwicklung des Virus im Auge behalten“, so Hersel.

Für Sonntagnachmittag hatte der Stadtsportbund zusammen mit dem Turn- und Gymnastikverein Bonn 1967 e.V. Kinder zum gemeinsamen Sportprogramm in die Turnhalle der Rheinschule eingeladen. „Sonntags haben die Kinder meist Zeit zu rennen, zu hüpfen, zu balancieren und sich sportlich zu betätigen. In der Regel finden sonntags kaum Vereinsangebote statt.“ Mit dem Open Sunday wollten die Veranstalter den Kindern eine neue Freizeitalternative bieten. Ob der zweite Termin, am 15.03., in der Burgschule mit dem Godesberger TV 1888 e.V. stattfinden wird, das steht noch offen.

TEDx-Talk bei Telekom abgesagt

Auch der am 5. März ab 17 Uhr geplante TEDx-Talk am Hauptstandort der Telekom wurde aus Vorsicht vor Infizierungen abgesagt. „Aufgrund der weltweiten und mittlerweile auch lokalen Entwicklung der Verbreitung des Virus hat die Telekom beschlossen, Sie und die Mitarbeiter der Telekom nicht unnötig einem erhöhten Infektionsrisiko auszusetzen“, heißt es im offiziellen Facebook-Event. Ein neues Datum werde allerdings bereits gesucht.

Vortrag im Wissenschaftszentrum verschoben

Der für Dienstagabend (3. März) geplante Vortrag „Die Arktis verschwindet“ im Bonner Wissenschaftszentrum fällt aus; beziehungsweise er wird auf einen anderen, noch nicht benannten, Termin verschoben. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme mit Blick auf die Coronavirus-Infektionen, teilt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) als Ausrichterin mit.

Veranstaltungen im Rhein-Sieg-Kreis abgesagt

Aus Sorge wegen des grassierenden Coronavirus sagen Organisatoren in der Region die ersten Veranstaltungen ab. Die evangelische Kirchengemeinde Königswinter hat zum Beispiel einen für diesen Dienstag geplanten Vortrag von Lutz Wagner, Chef und Bürgermeisterkandidat der Königswinterer Wählerinitiative, über eine nachhaltige Stadtentwicklung in Königswinter verschoben. Dies sei „eine reine Vorsichtsmaßnahme angesichts der schwer einschätzbaren Gefährdungslage durch den Coronavirus“, heißt es. Und die evangelische Kirchengemeinde Honrath hat einen für den 7. März geplanten Flohmarkt für Kindersachen abgesagt – „nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt“.

„Es gibt keine allgemeine Empfehlung des Landrats“, sagte Kreissprecherin Rita Lorenz am Sonntag auf Anfrage. Zuständig für mögliche Absagen von Veranstaltungen seien die örtlichen Ordnungsbehörden. Bei der allgemeinen Runde der Bürgermeister des Rhein-Sieg-Kreises bei Landrat Sebastian Schuster am Freitag habe man sich auf den neuesten Stand der Dinge gebracht und das weitere Vorgehen abgestimmt, sagte Lorenz. Beschlossen worden sei, dass sich die Leiter der Ordnungsämter der 19 Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises an diesem Dienstag bei einem Krisentreffen austauschen sollen und ihr Vorgehen koordinieren. Dabei sollen auch Aufgaben und Kooperationen konkretisiert werden, vor allem, wenn es darum gehe, Quarantänen auszurufen. Gleichzeitig sollen die Ordnungsämter ihre Mitarbeiter in den Gebrauch der Schutzausrüstung unterweisen.

Im Nachbarkreis ist man da schon konsequenter. Die Stadt Brühl sagte am Wochenende eigene Veranstaltungen wie eine Sportlerehrung ab. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen zu den positiven Coronafällen im Rhein-Erft-Kreis wurde durch den Landrat des Rhein-Erft-Kreises empfohlen, „alle öffentlichen Veranstaltungen, die zu Menschenansammlungen führen“, abzusagen.

Helios Kliniken richten Krisenstab ein

Unterdessen haben die Helios Kliniken, die auch ein großes Haus in Siegburg unterhalten, „aufgrund der neusten Erkenntnisse in Deutschland und aktuell auch in NRW“ einen Krisenstab gebildet, sagte Kliniksprecherin Marina Dorsch aus Krefeld am Sonntag auf Anfrage. „Wir bewerten die Entwicklungen jeden Tag neu. Die Klinik ist bei indikationsgerechtem Einsatz aktuell gut mit den notwendigen Schutzmaterialien ausgestattet“, betonte sie. Wie berichtet, sieht das bei den GFO Kliniken, zu denen unter anderem Krankenhäuser in Bad Honnef, Troisdorf, Beuel und Bonn gehören, anders aus. Dort gibt es nach GA-Informationen Dienstanweisungen, aufgrund von knappen Ressourcen Fälle mit schweren Symptomen „ohne Diagnose“ an die Uniklinik weiterzuleiten.

„Begründete Verdachtsfälle werden stationär aufgenommen, wenn der gesundheitliche Zustand des Patienten dies erfordert. Leicht erkrankte Patienten werden gemäß den Vorgaben des Robert-Koch-Institutes und in Absprache mit dem Gesundheitsamt zu Hause unter Quarantäne gestellt“, sagte Dorsch. „Entsprechend weisen auch wir darauf hin, dass sich Personen mit einem Verdacht auf eine COVID-19 Infektion telefonisch bei ihrem Hausarzt und/oder direkt beim Gesundheitsamt melden sollen, damit diese das weitere Vorgehen abklären können. Die Voraussetzungen für die stationäre Versorgung einzelner Erkrankungsfälle sind jetzt schon gegeben, obschon die Kapazitäten des Helios Klinikums Siegburg unter anderem auch durch die saisonale Influenza derzeit gut ausgelastet sind. Bei zunehmendem Bedarf an stationären Betten würde nach dem durch die Krankenhaushygiene entwickelten Stufenplan verfahren.“

Ansonsten folgte das Ärzte- und Pflegeteam den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes zur Prävention vor Übertragungen und ist „sehr routiniert in der Versorgung von zu isolierenden Patienten, zumal das im Klinik-Alltag häufig vorkommt“. Bei Verdachtsfällen werden Dorsch zufolge in enger Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden „alle erforderlichen Vorkehrungen getroffen, um den Befund zu sichern und die betreffenden Patienten zu isolieren“.

Kirchengemeinden sollen im Einzelfall selbst entscheiden

Im Umgang mit dem Coronavirus hat die Evangelische Kirche in Deutschland auf alternative Möglichkeiten bei der Einnahme des Abendmahls hingewiesen. So könne der Wein oder der Traubensaft vorübergehend in Einzelkelchen ausgeschenkt werden. Möglich sei auch, nur das Brot zu sich zu nehmen. Gläubige könnten alternativ die Oblate auch in den Kelch eintauchen. Dabei sei allerdings sorgfältig darauf zu achten, dass die Fingerspitzen nicht mit dem Wein oder Traubensaft in Berührung kommen. Grund zu übertriebener Sorge oder Panik bestehe aber nicht.

Der Evangelische Kirchenkreis Bonn teilte mit, die Entwicklung aufmerksam zu beobachten. Die Kirchengemeinde seien dazu angehalten, im Einzelfall in Abstimmung mit Experten vor Ort selbst über die Durchführung größerer Veranstaltungen zu entscheiden.

Coronavirus hat Folgen für den Sport in der Region

Das Coronavirus hat Folgen für den Sport in der Region. Die beiden Spiele des Handballvereins HSG Siebengebirge wurden abgesagt. Dabei handelt es sich um das Heimspiel gegen BTB Aachen sowie das Auswärtsspiel beim Stolberger SV. Grund dafür ist aber nicht der Coronafall in Bonn. Nach einer Entscheidung des Handballverbandes Mittelrhein sollen die Begegnungen als Vorsichtsmaßnahme hinsichtlich der Situation im Kreis Aachen auf einen späteren Termin verlegt werden. Alle weiteren Begegnungen des Wochenendes - heim wie auswärts - sollen nach aktuellem Stand wie geplant stattfinden. Die Absagen seien eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Firmtag unter Hygieneauflagen

650 Firmlinge hatten sich am Samstag im Kardinal-Frings-Gymnasium zum gemeinsamen Firmtag getroffen. Bei 20 Workshops und im Gespräch mit Weihbischof Ansgar Puff kamen Jugendliche aus Bornheim, Bonn, Euskirchen, Hennef, Lohmar, Much, Sankt Augustin, Siegburg und Windhagen zusammen. Auch hier überschatte der Corona Virus den Tag. „Wir sind uns der Ernsthaftigkeit bewusst, gerade auch weil wir hier hunderte Teilnehmer haben und auch eine große Verantwortung tragen“, sagte Organisatorin Daniela Ossowski.

Die Gruppen seien aber freiwillig angereist, so die Fachbereichsleitung. „Eine Gruppe mit zehn Leuten aus dem Westerwald hat wegen dem Virus abgesagt.“ Sie hätten Sorge gehabt, sich mit dem Virus anzustecken, hieß es. Auch ein Workshopleiter wollte nicht teilnehmen. „Nach Rücksprache mit den Geschäftsführern habe wir uns dann entschieden den Tag der Firmlinge trotzdem stattfinden zulassen“, erklärt Ossowski. „Wir haben die Medien und Behörden im Blick gehabt und beobachtet, wie sich die Lage entwickelt“, berichtet sie. Der Virus war schon zu Beginn der Veranstaltung ein Thema. „Heute haben wir vor dem Gottesdienst auf die Gefahren hingewiesen und den Teilnehmern Hygienemaßnahmen erklärt und sie gebeten sie einzuhalten.“

Zudem wurden in der Kirche auch die Hygienevorschriften ausgehangen. „Dazu gehört gründliches Hände waschen und dass wir uns einander nicht zu Nahe kommen.“ So wurde auch der Friedensgruß im Gottesdienst anstelle eines Handschlag mit einem sanften Zunicken praktiziert. „Wir haben die ,indische Begrüßungsform‘ hier eingeführt. Die Jugendlichen selbst, zeigten sich relativ entspannt. „Von den Jugendlichen hat auch noch keiner gefragt, ob man sich hier jetzt anstecken könnte“, so Ossowski.

Corona Thema beim Flashmob auf dem Münsterplatz

Auch beim „B9Flashed Flashmob“ auf dem Münsterplatz war zur Mittagszeit der Corona-Virus ein Thema. Susanne König, Leiterin des städtischen Kulturamtes, wies die Teilnehmer auf den bekannt gewordenen Corona-Fall in Bonn hin. Gab aber gleichzeigt Entwarnung: „Ich denke wir können ohne Probleme den Flashmob veranstalten, wir sind ja draußen an der Luft.“ Zur Vorsicht haben wir aber die Menschen über das Restrisiko von Massenveranstaltungen aufgeklärt.“ Die einberufene Kommission, die sich mit dem Virus befasst, hatte zuvor das Okay für den Flashmob gegeben. Die Nachricht vom ersten Vorfall in Bonn verbreitete sich schnell unter den Chorgruppen. Einschüchtern ließen sich die rund 100 Sänger aber nicht. Mit viel Freude wurde „Ode an die Freude“ angestimmt.

Weltweit werden zurzeit Großveranstaltungen abgesagt, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Zuletzt hatte am Samstagnachmittag Frankreich angekündigt, Veranstaltungen mit mehr als 5000 Menschen zu verbieten.

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.