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Coronavirus wirkt sich auf Tourismus in Bonn und der Region aus

Weniger Besucher aus Asien : Coronavirus hat erste Auswirkungen auf den Tourismus in der Region

Viele Einrichtungen spüren aktuelle Reisebeschränkungen: Die Angst vor einer Ausbreitung der Seuche sowie die Einschränkungen im Flugverkehr haben erste Auswirkungen auf den Tourismus in der Region.

Einen neuen Express-Reisepass hat Edgar Wang für seine Tochter Amelie gestern bereits im Bonner Bürgeramt abgeholt. Ob die 23-Jährige damit allerdings tatsächlich in den nächsten Tagen einen Flug nach Peking buchen wird, ist noch vollkommen ungewiss. Die Ausbreitung des Coronavirus durchkreuzt derzeit die Zukunftspläne der jungen Frau.

„Wir wissen überhaupt nicht, wie es weiter gehen wird und wie sich die Situation in China entwickeln“, sagt Edgar Wang, der seit mehr als 20 Jahren in Bonn lebt und einen chinesischen Vater hat. Ab 1. März soll Amelie, die gerade ihr Studium in London beendet hat, ein zweimonatiges Praktikum bei der GIZ in Peking machen. Dort will die 23-Jährige erste berufliche Erfahrungen sammeln. „Das ist wirklich eine einmalige Chance für sie“, sagt Wang. „Wir hoffen darauf, dass sich die Situation in den kommenden Wochen entspannt.“

Die Angst vor einer Ausbreitung der Seuche sowie die Einschränkungen im Flugverkehr haben erste Auswirkungen auf den Tourismus in der Region. Seit ein paar Tagen kommen beispielsweise weniger Besucher aus Asien ins Beethovenhaus. „In der Tat hat es schon einige Absagen von Gruppen aus China gegeben“, erklärt Ursula Timmer-Fontani vom Beethovenhaus. „Bei Einzelbesuchern aus Asien spüren wir derzeit noch keinen deutlichen Rückgang.“

Bonner Universität: Kein Grund zur Panik

Neben Beethovenhaus und Museen zieht es die chinesischen Gäste besonders gerne ins romantische Rheintal, beobachtet die „Tourismus & Congress GmbH“. „Da momentan nicht absehbar ist, wie lange der Flugbetrieb aus und nach China noch eingestellt bleibt, kann man über die konkreten Auswirkungen auf den Tourismus in Bonn zum jetzigen Zeitpunkt nur mutmaßen“, nimmt Gabriele Asen Stellung. Zur Orientierung: Im Februar 2019 gab es 945 Übernachtungen chinesischer Gäste in Bonn. Die Übernachtungszahlen für Februar 2020, die eine verbindliche Aussage ermöglichen, erscheinen voraussichtlich Mitte des Jahres.

Keinen Grund zur Panik gibt es für die Bonner Uni. Man würde weiter „Business as usual“ betreiben, erklärt Sprecher Andreas Archut. „Wir haben keine Kooperation mit Universitäten in der vom Coronavirus betroffenen Region“, ergänzt er. Gleichwohl würde man die Entwicklung genau verfolgen. Aber: „Derzeit gibt es keinen Grund zur Panik. Wir beobachten und stehen in engem Kontakt mit der Uniklinik“, so Archut.

Gleiches gilt für die Bonner Stadtverwaltung. „Die Stadt orientiert sich an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und ist dazu in engem Austausch mit den Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten“, beruhigt Markus Schmitz vom Presseamt. Im Bedarfsfall könnten Patienten bei Verdacht jedes Krankenhaus im Stadtgebiet aufsuchen. Jedes Krankenhaus verfüge über Isolationszimmer.