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Gericht in Bonn: Cousins überfallen Jugendliche in Bad Godesberg

Gericht in Bonn : Cousins überfallen Jugendliche in Bad Godesberg

Das Bonner Amtsgericht hat zwei Bonner wegen schweren Raubes in fünf Fällen zu Jugendstrafen von 18 und 21 Monaten verurteilt. Die Cousins hatten in Bad Godesberg mehrere Jugendliche überfallen.

Eine ihrer Vorbewährungsauflagen zu erfüllen, könnte zwei Jugendlichen aus Bonn im Augenblick etwas leichter fallen als zu Nicht-Corona-Zeiten: Weil sie Altersgenossen in insgesamt fünf Fällen ausgeraubt haben, sind die beiden zum Tatzeitpunkt Fünfzehnjährigen vor dem Bonner Amtsgericht zu Einheitsjugendstrafen von 18 und 21 Monaten verurteilt worden. Mit einem Bein sind die Verurteilten nun in Haft – das Gericht hat die Aussetzung der Strafe zur Bewährung nämlich unter eine sogenannte Vorbewährung gestellt.

Zu den damit verbundenen Auflagen gehört neben der Absolvierung eines Anti-Aggressions-Trainings und dem Kontakt zum Bewährungshelfer auch der regelmäßige Schulbesuch. Dass dieser wegen der Coronavirus-Ausbreitung nicht möglich ist, darf den Verurteilten allerdings nicht zum Nachteil gereichen.

Die Raubzüge der beiden Cousins liefen immer nach demselben Schema ab: Der Jüngere bedrohte das jeweilige Opfer und forderte die Herausgabe von Wertgegenständen und Bargeld. Der Ältere verlieh den Forderungen mit einem Messer den aus Sicht der Täter offenbar notwendigen Nachdruck. In mindestens zwei Fällen schlug der Jüngere die Überfallopfer außerdem ins Gesicht. Insgesamt sechsmal zog das Duo in Bad Godesberg los, einmal blieb es jedoch bei dem Versuch.

Am 24. September vergangenen Jahres spielte sich an der Bushaltestelle „Beethovenallee“ die Generalprobe ab: Von einem 14-Jährigen verlangten die nun Verurteilten die Herausgabe von iPods sowie der Jacke des Jugendlichen. Der wehrte sich jedoch, schrie um Hilfe und ein herbeieilender Passant half, den versuchten Raub zu verhindern.

Die deutlich erfolgreichere Premiere lief dann nach dem zuvor geschilderten Drehbuch ab: Eine gute Woche später waren zwei 14-Jährige vor einem Lebensmittelmarkt am Michaelshof unterwegs. Eines der Opfer übergab dem jüngeren Räuber seine gesamte Bargeldreserve in Höhe von 20 Euro, nachdem der Angreifer es brutal am Ohr gezogen hatte. Das zweite Opfer lieferte nach anfänglichem Zögern seine iPods und 15 Euro Bargeld aus, als er das Messer des älteren Angreifers mit seiner zehn Zentimeter langen Klinge sah.

Am 26. Oktober war noch ein dritter Täter beteiligt, Opfer war offenbar ein 13-jähriger Bekannter, den sie am Bad Godesberger Bahnhof abpassten und hinter eine Baustellenabsperrung zerrten. Wieder zog der Ältere sein Messer. Die Ausbeute der Tat: 30 Euro.

Drei Tage später suchten sich die beiden kriminellen Jugendlichen sogar gleich drei Opfer aus; die Beute entpuppte sich allerdings als noch magerer. Das Portemonnaie des Ersten war leer, der Zweite übergab den Angreifern 20 Euro und der dritte trug ganze fünf Euro bei sich.

Es folgten zwei weitere Taten bis Ende Oktober. Insgesamt 260 Euro hatten die beiden von ihren zwischen 13 und 15 Jahre alten Opfern erbeutet. Vor Gericht zeigten sie sich geständig und entschuldigten sich bei den Überfallenen.