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Telefonaktion des General-Anzeigers: Darmspiegelung ist der Goldstandard der Vorsorge

Telefonaktion des General-Anzeigers : Darmspiegelung ist der Goldstandard der Vorsorge

Bei einer Telefonaktion haben sich GA-Leser ihre Fragen zum Thema Darmkrebs von Experten beantworten lassen. Ein Ergebnis: Die Darmspiegelung ist die beste Art der Vorsorge.

Jedes Jahr erkranken bundesweit mehr als 58.000 Menschen an Darmkrebs. Doch was bedeutet diese Diagnose? Bei einer GA-Telefonaktion hatten die Leser jetzt Gelegenheit, sich direkt an die vier Experten PD Dr. Bernd Sido (Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gemeinschaftskrankenhaus Bonn), Professor Walter Verbeek (Internistische Onkologie und Gastroenterologie), Dr. Philipp Zumfelde (Gastroenterologie) und Erich Grohmann (Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche ILCO) zu wenden. Im Folgenden sind einige Fragen und Antworten zusammengefasst.

Gibt es eine Alters-Obergrenze bei der Darmkrebsvorsorge? Nein. Dies sollten ältere Menschen individuell mit ihrem Arzt besprechen. Ausschlaggebend sind dabei der Allgemeinzustand sowie mögliche Begleiterkrankungen.

Gibt es frühe Warnzeichen für Darmkrebs? Es gibt zwar keine spezifischen Symptome, doch auch bei Beschwerden wie Veränderungen des Stuhlgangs (wechselnde Stuhlkonsistenz), Blähungen, Blutspuren auf dem Stuhl und ein Dünnerwerden des Stuhls sollte ein Facharzt aufgesucht werden, der eine Koloskopie (Darmspiegelung) durchführen kann. Weitere Informationen und Adressen finden Patienten beim Integrativen Darmzentrum Bonn/Rhein-Sieg (www.idzb.de).

Wie sieht die Lebensqualität mit vorübergehenden oder dauerhaften Stoma aus? Dabei können Ansprechpartner der Selbsthilfevereinigung ILCO (www.ilco.de) beraten.

Wie wahrscheinlich ist die Anlage eines künstlichen Darmausgangs bei einer Dickdarmoperation im Unterbauch? Tumorlagen oberhalb des Enddarms erfordern in der Regel keinen Darmausgang. Nur bei  lokal nicht vollständig entfernbarem Tumor oder einer bereits bestehenden Stuhlinkontinenz kann ein solches Stoma sinnvoll sein.

Wie aussagekräftig sind Tests auf verstecktes Blut im Stuhl (FOBT)? Ein FOBT ist als alternative Vorsorgeuntersuchung nur sinnvoll, wenn jemand die Koloskopie ablehnt. Bei positivem Blutnachweis wäre eine  Darmspiegelung aber zwingend. Bei Personen, die an der Vorsorge konsequent teilnehmen erübrigt sich ein FOBT. Die Koloskopie ist und bleibt der Goldstandard der Vorsorge.