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Patientenschützer hautnah: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte lud zum Tag der offenen Tür

Patientenschützer hautnah : Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte lud zum Tag der offenen Tür

"Wir sehen uns als Partner der Patienten", sagt Professor Karl Broich. Der frischgebackene Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) - Broich hat sein Amt erst am sechsten August angetreten - möchte weg vom Behördenimage und sieht Aktionen wie den Tag der offenen Tür dabei als willkommene Hilfe.

Das Interesse in der Bevölkerung ist offenkundig groß: Über tausend Besucher nutzen das Angebot und kamen in die Kurt-Georg-Kiesinger-Allee. Experimentieren, informieren und hinter die Kulissen blicken: Unter diesem Motto erwartete die Besucher den ganzen Samstag über ein volles Programm.

Gleich neben dem Eingang standen zwei Schiebewagen mit Aktenordnern: "Das ist die durchschnittliche Akte einer einzigen Arzneimittelzulassung", erklärte Pressesprecher Maik Pommer. "Um die 500.000 Blatt im Durchschnitt. Wir wollen damit zeigen, wie viel Aufwand in einer Prüfung steckt." Neben Vorträgen, Workshops und Führungen durch verschiedene Abteilungen und hinter die Kulissen des Hauses boten Infostände und Mitmachaktionen nicht nur Erwachsenen neue Impulse. "Wir haben selber Cremes gemacht und konnten beobachten, wie in einem 3 D-Drucker ein Nasenverband entsteht, der ganz genau passt", erzählte Fiona (8) Schmitt begeistert. Sie war mit ihrer Familie gekommen.

Im Mittelpunkt vieler Fragen stand das Thema Arzneimittelsicherheit. An den Infoständen und in Vorträgen gab es aus erster Hand Informationen zu Sicherheitsstandards und Nebenwirkungen von Medikamenten. Die Sicherheit der Patienten ist eine Kernaufgabe der Behörde: Schon lange, bevor Arzneimittel auf den Markt kommen, kann das BfArM Einfluss darauf nehmen, dass eine klinische Prüfung für Probanden sicher genug durchgeführt wird.

"Auch Forschung - und zwar unabhängige Forschung gehört zu den Aufgaben unseres Instituts", betonte Professor Julia Stingl, Leiterin der Forschungsabteilung des Hauses. Von der eigenen Forschung über die Prüfung von Arzneimitteln besonderer Therapierichtungen, wie zum Beispiel Homöopathie oder Phytotherapie, für die das Institut eine eigene Abteilung unterhält, bis hin zur Bundesopiumstelle, die den Verkehr von Betäubungsmitteln und deren Grundstoffen zum Beispiel als Schmerzmittel regelt, reichte das Informationsangebot. "Wir wollen an solch einem Tag die große Bandbreite unserer Aufgaben herausstellen", erläuterte Sprecher Pommer. "Und dies auf eine möglichst anschauliche Art - daher die vielen Mitmachangebote."

1100 Mitarbeiter

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gehört als selbstständige Bundesoberbehörde zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Seine Aufgabe ist die Abwehr von Gesundheitsgefahren durch kontinuierliche Verbesserung der Sicherheit von Arzneimitteln, Risikoüberwachung von Medizinprodukten und Überwachung des Betäubungsmittel- und Grundstoffverkehrs. Im BfArM sind rund 1100 Mitarbeiter beschäftigt, darunter Mediziner, Pharmazeuten, Chemiker, Biologen, Juristen, technische Assistenten und Verwaltungsangestellte.