Tag der offenen Tür im Johanniter-Krankenhaus Das erwartet werdende Eltern auf der Geburtsstation

Bonn · Was erwartet werdende Mütter im Kreißsaal? Welche Gebärpositionen sind möglich? Und wie wird mit Schmerzen umgegangen? Diese und weitere Fragen beantworteten Hebammen, Ärzte und Mitarbeitende des Johanniter-Krankenhauses am Samstag beim Tag der offenen Tür.

Tag der offenen Tür im Johanniter-Krankenhaus: Das erwartet werdende Eltern auf der Geburtsstation
Foto: Abir Kassis

In wenigen Wochen erwarten Sabina Jülich und Daniel Schröder ihr erstes Kind. Eine aufregende Zeit, die mit viel Vorfreude aber auch mit Unsicherheiten einhergeht. Am Tag der offenen Tür der Geburtsstation im Johanniter-Krankenhaus nutzten sie die Gelegenheit, um sich darauf vorzubereiten, was sie bei der Geburt ihrer Tochter erwartet.

„Für uns war besonders spannend, zu erfahren, welche Voraussetzungen ich für eine Wassergeburt erfüllen muss“, erklärte Jülich. Zusammen mit ihrem Ehemann ließ sich sie sich an verschiedenen Informationsständen beraten. Sie konnte sich auch ein Bild von einem Raum mit Geburtswanne machen. „Die Hebammen und Ärzte haben sich viel Zeit für unsere Fragen genommen und uns alles genau erklärt“, lobte die 34-Jährige. Das Paar zeigte sich beeindruckt von der offenen und freundlichen Atmosphäre auf der Station. „Gut gefallen hat uns die Möglichkeit, den Kreißsaal zu besichtigen“, sagte Daniel Schröder.

Sorge vor möglichen Kapazitätsengpässen an ihrem Geburtstermin haben die beiden nicht. „Engpässe kommen selten vor, auch wenn es heißt, dass der Mai der geburtenstärkste Monat sein soll“, so Schröder. Man werde aber in keinem Fall alleingelassen, sondern an die nächstgelegene Geburtsstation vermittelt, fügte Jülich hinzu.

Was die familiäre Aufgabenteilung anbetrifft, haben die beiden schon konkrete Pläne: „Die ersten ein bis zwei Monate nach der Geburt wollen wir gemeinsam verbringen“, sagte die werdende Mutter. Am liebsten würden sich die beiden alle Aufgaben gleichermaßen aufteilen, „aber das Hauptproblem ist unsere berufliche Situation“, erklärte sie. Jülich arbeitet in leitender Funktion im Beueler Therapiezentrum, Schröder bei einer Autovermietung.

Beide machen sich Gedanken um staatliche Unterstützungsgelder. Denn seit dem 1. April 2024 gilt eine neue Einkommensgrenze, ab der der Anspruch auf Elterngeld entfällt. Zudem wurden die Möglichkeiten für einen parallelen Bezug von Elterngeld neugestaltet. „Ein gleichzeitiger Bezug ist nur noch maximal für einen Monat und nur innerhalb der ersten zwölf Lebensmonate des Kindes möglich“, so Schröder. Wenn seine Tochter ein Jahr alt ist, möchte sich der 41-Jährige noch einmal eine längere Auszeit für die Familie nehmen, vielleicht auch als Urlaub.

Einblicke in die Geburtsstation

Francis Hewener, leitende Hebamme am Johanniter-Krankenhaus, freute sich über das große Interesse am Tag der offenen Tür. „Es ist uns wichtig, dass sich werdende Eltern bei uns gut aufgehoben fühlen und alle Informationen bekommen, die sie brauchen“, sagte die Hebamme. Bei einem Rundgang durch die Geburtsstation konnten die Besucher die verschiedenen Räumlichkeiten besichtigen, darunter den Kreißsaal, den Gebärplanungsraum und die Wochenbettstation.

Besonders gefragt war die Abteilung für Schmerztherapie, wo verschiedene Methoden von Massagen bis hin zur Periduralanästhesie (PDA) vorgestellt wurden. Im Kreißsaal konnten sich Schwangere zu verschiedenen Gebärpositionen informieren. Ein wichtiges Angebot, findet Hewener, die mit Klischees über den Geburtsprozess aufräumen will. „Wir möchten den Eltern so viel Selbstbestimmung wie möglich geben“, betonte die Hebamme.

Johanniter-Krankenhaus: Personal aufgestockt

In den vergangenen Jahren kam es in einigen Geburtskliniken immer wieder zu Kapazitätsengpässen. Am Johanniter-Krankenhaus hat man diese Herausforderung durch die Aufstockung des Personals und die Optimierung der Abläufe in den Griff bekommen, sagte Hewener: „Wir haben unseren Stellenschlüssel in den vergangenen Jahren aufgestockt und arbeiten eng mit den anderen Geburtskliniken in Bonn zusammen, um Engpässe zu vermeiden.“

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