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Bahnhofsvorplatz in Bonn: Das ist die Alternative für den Treppenaufgang

Bahnhofsvorplatz in Bonn : Das ist die Alternative für den Treppenaufgang

Die Bonner Verwaltung schlägt eine Alternative zur bisherigen Planung am Bahnhofsvorplatz vor. Es soll zwei Aufgänge mit verschiedenen Eingängen geben.

Für den umstrittenen Treppenaufgang am Hauptbahnhofsvorplatz hat die Stadt nun eine Alternative ausgearbeitet. Auch die Investoren halten sie für denkbar. Diese Variante 3, wie sie die Verwaltung nennt, sieht folgendermaßen aus: Es gibt zwei Aufgänge mit zwei verschiedenen Aus- beziehungsweise Eingängen. „Wer von der U-Bahn kommt, kann entweder nach links die Treppe Richtung Poststraße nehmen oder nach rechts die Rolltreppe zum Hauptbahnhof“, erklärte Vize-Sprecher Marc Hoffmann.

Variante 3: Da dafür zwei Öffnungen der Oberfläche nötig wären, würde diese Variante nach Ansicht der Verwaltung wohl etwas teurer werden. Durch die mittige Anordnung auf dem Platz und die schmaleren Öffnungen stünde einerseits mehr Raum für Pendler an den Seiten zur Verfügung, andererseits wären die Wegebeziehungen zwischen dem Maximilian-Center (Südüberbauung) und Urban Soul mit seinem Livestyle-House (Nordüberbauung) stärker blockiert. Ein Brandschutzgutachter müsste einer solchen Lösung allerdings noch zustimmen.

Der Investor des Maximilian-Centers, Ten Brinke, müsste dafür etwa 30 Quadratmeter Fläche an die Stadt verkaufen, um diesen Plan zu verwirklichen. Ten Brinke war an diesem Dienstag für Nachfragen nicht erreichbar. Der Planer von Urban Soul, Bastian Julian, wollte sich zu den Varianten zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern: „Wir wollen der Politik nicht vorweg greifen.“

Varianten des Treppenaufgangs am Bonner Hauptbahnhofsvorplatz

Variante 1: Bisher hatten sowohl Ten Brinke als auch „Developer“, Projektentwickler für das Nordfeld, einen gemeinsamen Auf- und Abgang für Freitreppe und Rolltreppe nahe am Foyer des Hauptbahnhof bevorzugt. Das hatte in den politischen Gremien nicht gerade für Begeisterungsstürme gesorgt. Manche sprachen von einem Schildbürgerstreich, weil etwa Pendler, die mit der U-Bahn ankommen und in die Innenstadt wollen, zunächst weg von der City gehen und an der Oberfläche noch einmal eine 180-Grad-Wende hinlegen müssen, um in die Poststraße zu gelangen.

Die Bauherren bevorzugen weiterhin diese letztgenannte Lösung. Es liegt eine Genehmigungsplanung vor. Die Stadt hat Ten Brinke zehn Quadratmeter Raum abgekauft, um die Treppe komplett in den öffentlichen Raum setzen zu können. Der Rauchabzug für den Fall eines Brandes in der U-Bahn wurde simuliert, die Fluchtwege liegen nah. Und es entstünde „ein größtmöglicher Platz“, schreibt die Stadtverwaltung in ihrer Beschlussvorlage.

Es geht bei der Platzierung allerdings zweifelsohne auch um die Frage, wie viele Pendler direkt an den neu entstehenden Geschäftsauslagen vorbeiflanieren, Stichwort: Spontankäufe. Das geht auch aus der Analyse der Verwaltung hervor. Insgesamt hatte sie mit den Investoren auf ausdrücklichen Wunsch der Politik erneut fünf verschiedene Varianten geprüft.

Variante 2: Ein wichtiges Argument, warum die komplette Spiegelung der gesamten Treppenanlage mit Ausgang Richtung Poststraße nach Ansicht der Stadt nicht möglich ist, lautet: Es bedeute für den Bauherrn Developer „eine inakzeptable Verschlechterung der Frequenz für den Einzelhandel im Lifestyle-Haus“ und sei aus deren Sicht „nicht machbar“.

Variante 4: Ein breiter Treppenaufgang an der Gebäudekante des Lifestyle-Hauses wie ihn das Verkehrsforum vorschlug, würde in Eigentumsrechte der MEAG-Versicherung und in die Wegebeziehung der Cassius-Bastei eingreifen und sei „höchst wahrscheinlich nicht genehmigungsfähig“, was Brandschutz und Fluchtwege anbelangt.

Variante 5: Damit wurde eine Kreuzvariante ähnlich Variante 1 geprüft: Die Rolltreppe bliebe mit Ausgang Richtung Bahnhofs-Foyer. Die Lauftreppe würde um 180 Grad verschwenkt, so dass Pendler direkt auf die Poststraße zugingen. Bei diesem Vorschlag zeigte sich Ten Brinke nicht kompromissbereit, „da der Treppenaufgang zu einem erheblichen Frequenzverlust im Maximilian-Center führen würde“.

Oberbürgermeister Ashok Sridharan will die Vor- und Nachteile der Varianten diesen Mittwoch der Politik, der Behindertengemeinschaft und dem Verkehrsforum vorstellen. Die Investoren dringen auf eine schnelle Entscheidung, denn auch die Bauarbeiten auf dem Nordfeld sollen im Herbst beginnen. Der Stadtrat hat am 30. März zu entscheiden.