Neue Planung des Bonner Busbahnhofs "Das ist eine wesentliche Verbesserung"

BONN · "Wenn sowohl der ADFC als auch der Einzelhandel das neue Verkehrskonzept kritisieren, dann komme ich zum Ergebnis, dass wir das wohl gut abgewogen haben", zeigte sich Stadtbaurat Werner Wingenfeld zufrieden mit der Planung des zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) und der künftigen Verkehrsführung in der Bonner Innenstadt. Trotz einiger Bedenken passierte das Verkehrskonzept am Mittwoch den Planungsausschuss mit großer Mehrheit.

Schleichverkehr durch die Thomas-Mann-Straße wird es in Zukunft nicht mehr geben, weil die Fahrtrichtung in Richtung Bahnhof geändert wird. Von der Kaiserstraße kommend, wird es außerdem nicht mehr die Möglichkeit geben, über die Maximilianstraße zum Hauptbahnhof zu kommen.

Autofahrer werden in Zukunft einen weiten Bogen fahren müssen, die Verkehrsführungen werden laut Plan deutlich modifiziert. Auch die Stockenstraße zwischen Franziskanerstraße und Rathausgasse wird für den sogenannten motorisierten Individualverkehr (MIV) gesperrt.

Dafür wird aber ein Linksabbieger auf dem Belderberg aus der Adenauerallee kommend in die Rathausgasse geschaffen. Die mit verschiedenen Interessengruppen abgesprochene Planung stellte Mittwochabend Uwe Kloppe von der Düsseldorfer Ingenieurgesellschaft Lindschulte + Kloppe vor.

Die Maximilianstraße zwischen Wesselstraße und Citypick wird dem zukünftigen ZOB zugeschlagen, so dass herkömmlicher Autoverkehr nach der neuen Planung von der Wesselstraße links abbiegen muss und in einem Bogen um den Busbahnhof fahren muss. Denselben Weg müssen Radfahrer einschlagen, was einige Planungsausschussmitglieder wie Frank Thomas (FDP) oder Helmut Redeker (SPD) nicht so gelungen fanden.

Ihre Befürchtung: Radfahrer nehmen den Bürgersteig Richtung Bahnhof oder fahren quer über den Busbahnhof. Doch Kloppe zeigte auf, dass die Erfahrung zeigen werde, dass der Radfahrer über den Bogen schneller sei, weil er praktisch ohne Ampelhindernis durchfahren kann.

Ebenfalls umstritten: der Zweirichtungsradweg vor dem Hauptbahnhof und der kombinierte Geh- und Radweg in Höhe der Nordunterführung. Dann, so Andreas Falkowski (Grüne), wäre es vielleicht besser, der Gehweg ganz aus dem Bereich herauszunehmen. Marcel Schmitt (Bürger Bund) hatte jedenfalls so starke Bedenken, ob die Radwege so funktionieren, dass er gegen das Konzept stimmte - als einziger aus dem Ausschuss.

"Hundertprozentig zufrieden kann wohl keiner der Verkehrsteilnehmer sein, aber es ist eine deutliche Verbesserung des Ist-Zustandes", meinte Wingenfeld. "Für unsere gut 65.000 täglichen Fahrgäste und unsere Fahrer wird die Situation besser", sagte Anja Wenmakers, Leiterin Marketing und Vertrieb bei den SWB Bus und Bahn. Die Fahrgäste würden in Zukunft keine Straße mehr überqueren müssen. Die Buspositionen sind sägezahnartig angebracht, so dass jeder Bus ungehindert seinen Haltepunkt anfahren kann.

Die Verkehrssituation werde vor dem Hauptbahnhof wesentlich verbessert, meinte Helmut Haux, Abteilungsleiter Stadtverkehr bei der Stadt Bonn. Nach den Berechnungen würde der Verkehr vor dem Bahnhof vormittags um 60 Prozent zurückgehen, nachmittags um 40 Prozent. Gleichzeitig verwies er auf den geplanten Kreisel am Alten Bahnhof, an den die neue Rampe der Viktoriabrücke angeschlossen werden soll. Diese wird auf der Südseite des Brückenbauwerks praktisch mit einer 90-Grad-Abbiegemöglichkeit angebracht und per Ampel gesteuert.

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