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Kommunalwahl 2020: Das sagen die Bonner Parteien zur Entwicklung des Viktoriakarrees

Kommunalwahl 2020 : Das sagen die Bonner Parteien zur Entwicklung des Viktoriakarrees

Mehr als zehn Jahre wird schon darüber diskutiert, was mit dem Viktoriakarree passieren soll. Diese Vorschläge haben die Bonner Parteien, die bei der Kommunalwahl antreten.

CDU: Die Entwicklung beginnt, sobald sich Investoren gefunden haben, die auf der Basis des in der Bürgerwerkstatt erarbeiteten städtebaulichen Konzeptes bereit sind, dies umzusetzen. Die CDU setzt auf eine multifunktionale, wirtschaftlich tragfähige Entwicklung des Viktoriakarrees in Abstimmung mit unserer Exzellenzuniversität, um diese besser an die Innenstadt anzubinden und um die Aufenthaltsqualität im Karree für Anwohner, Gewerbetreibende, Kunden und Gäste zu steigern.

SPD: Der Stillstand in puncto Stadtentwicklung muss beendet werden. Wir wollen die Blockade bei der Entwicklung des Viktoriakarrees auflösen. Die Stadt muss ihre Grundstücke schnellstmöglich so entwickeln, wie es vom Rat bereits beschlossen ist: Die neue Gasse und die Bebauung werden realisiert. Das ist auch eine wichtige Aufgabe der zu gründenden Stadtentwicklungsgesellschaft. Stadtmuseum und Stadtarchiv werden an der Pestalozzischule eröffnet.

Grüne: Eine neue Ratsmehrheit kann die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt umgehend umsetzen. Dies sollte angesichts der Beteiligung vieler Bürgerinnen und Bürger selbstverständlich sein. Die Stadt sollte Grundstücke zurückkaufen, um dort, wie im Bürgerentscheid gefordert, Wohnungen und kleinteiliges Gewerbe anzusiedeln. Mit politischem Willen und neuen Mehrheiten werden sich Wege finden lassen, das Heft des Handelns wieder in die Hand zu nehmen.

FDP: Wir sind sehr enttäuscht, dass es bislang nicht gelungen ist, das Viktoriakarree weiterzuentwickeln. Es muss im Zusammenwirken von Eigentümer, Stadt und Bürgerschaft eine Lösung gefunden werden, die für alle Seiten auch aus wirtschaftlicher Sicht tragfähig ist. Die FDP sieht für diesen Standort weiterhin einen Schwerpunkt auf dem Einzelhandel, verbunden mit einer Mitnutzung durch die Universität.

Die Linke: Zunächst sind wir gerade angesichts der Entwicklung bei Kaufhof/Karstadt froh, dass der Verkauf des Viktoriakarrees an Benkos Immobilienfonds bisher verhindert werden konnte. Alle bisherigen Umgestaltungspläne hatten den Makel, dass sie nicht mit den im Viktoriakarree Arbeitenden, Wohnenden und dort Ausgehenden gemeinsam entwickelt wurden. Solange dies nicht erfolgt, ziehen wir die kleinteilige Weiter­entwicklung der jetzigen Nutzungen jeder großen Umgestaltung von oben vor.

Bürger Bund Bonn: Da sich bisher noch niemand gefunden hat, der die von der Bürgerwerkstatt erarbeitete Planung umsetzen will, dürfte der Dornröschenschlaf des Areals noch länger andauern. Wir halten unseren vom Rat abgelehnten Vorschlag, die Errichtung einer Markthalle, als Alternative weiter für umsetzungswürdig. Statt des vom OB beabsichtigten Baus eines temporären Bades während der Frankenbadsanierung, könnte das Viktoriabad als Ausweichquartier genutzt werden.

Piraten: Die Querelen um das Viktoriaviertel in der Bonner Innenstadt hätten verhindert werden können, wenn Nutzer, Eigentümer und Stadtgesellschaft früher in die Planungen miteinbezogen worden wären. Aufgrund der unterschiedlichen Interessenlagen rechnen die Piraten nicht damit, dass in naher Zukunft mit der Umgestaltung des Viertels begonnen werden kann.

AfD: Die AfD unterstützt das vom Rat beschlossene, modifizierte Konzept der Empfehlungskommission der Bürgerwerkstatt. Bei Erhaltung bestehender Gebäude werden so zusätzliche Flächen für Einzelhandel, Büros und Wohnraum geschaffen. Das Stadtmuseum kann im umgebauten Viktoriabad unterkommen. Eine Tiefgarage zum Areal ist notwendig. Das Konzept sollte umgehend realisiert, die Umsetzung einem Generalunternehmen überantwortet werden.