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Rückblick 2018: Das waren die Themen des Jahres auf ga-bonn.de

Rückblick 2018 : Das waren die Themen des Jahres auf ga-bonn.de

Bewegend bis befremdlich, tragisch und komisch, spannend, spektakulär und skurril: Das war das Jahr 2018 auf ga-bonn.de. Die wichtigsten Themen, aufregendsten Ereignisse und kuriosesten Klickhits gibt's in unserem Jahresrückblick.

Katastrophen, Unfälle und Brände, Naturgewalten und menschliche Gewalt - aber auch jede Menge überwiegend friedlicher Großereignisse, sportlicher Events, rauschender Feste und nicht zuletzt bloßer Skurriltäten. Das Jahr 2018 hatte in jeder Hinsicht einiges zu bieten. In wenigen Tagen geht es zu Ende, und wir nutzen die Gelegenheit, noch einmal die wichtigsten, tragischsten, lustigsten und merkwürdigsten Themen Revue passieren zu lassen, die uns und unseren Lesern 2018 auf ga.de begegnet sind.

Das Ereignis, das weit über die Region hinaus für Schlagzeilen sorgte und auch die User von ga.de mit großem Abstand am meisten interessierte, war zugleich eines der dramatischsten der vergangenen Jahre: der Großbrand an der ICE-Strecke in Siegburg-Brückberg am 7. August, der Dutzende Verletzte forderte, Menschen ihr Zuhause nahm und eine Welle der Solidarität auslöste. Die Ursache für das Feuer wird womöglich nie geklärt, Experten werfen der Deutschen Bahn Fahrlässigkeit vor. Monate später verletzte sich eines der Siegburger Brandopfer bei Aufbauarbeiten.

Es war nicht der einzige schwere Brand, der die Region in diesem Jahr in Atem hielt. Im April brannte die Gesamtschule in Hennef, ein Jugendlicher soll das Feuer gelegt haben. Im September brannte es zunächst bei der Firma Hündgen in Swisttal-Ollheim und später bei Pflanzen Breuer in Hennef. Bereits im Mai war eine Lagerhalle in Meckenheim durch ein Feuer zerstört worden.

Ein Grund dafür, dass die Gefahr für verheerende Brände in diesem Jahr besonders hoch war, war die anhaltende Trockenheit im Sommer 2018. Extreme Hitze von bis zu 39 Grad über viele Wochen und gleichzeitig kaum Niederschlag - der Bonner Sommer war der zweitheißeste der Geschichte. Die Folgen zeigten sich im Herbst und Winter: Das extreme Niedrigwasser des Rheins brachte nicht nur einige Überraschungen zum Vorschein, sondern hatte negative Auswirkungen vor allem auf die Schifffahrt und letztlich unter anderem auch auf die Spritpreise.

Diese Entwicklung war zu Jahresbeginn noch kaum zu ahnen gewesen: Erst war es bitterkalt in Bonn und der Region, dann machte Hochwasser den Menschen zu schaffen: Der Rheinpegel stand zeitweise bei mehr als acht Metern - zum Vergleich: Mitte Oktober waren es dann weniger als 90 Zentimeter.

Die Naturgewalten zeigten sich auch in anderer Form, nämlich als starke Unwetter und Sturmböen: Im Januar fegte Orkantief "Friederike" durch NRW, forderte drei Tote und richtete auch in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis schwere Schäden an. Im Juni wurden Bonn und die Region von starken Gewittern erschüttert, bei denen Bäume entwurzelt und Straßen überflutet wurden.

Bewegende Ereignisse

Abseits dieser übergreifenden Themen gab es auch viele Einzelereignisse, die die Menschen in Bonn und der Region bewegten. Erst Anfang Dezember war das der Tod einer 17-Jährigen aus Unkel, die in einer städtischen Unterkunft in Sankt Augustin gefunden wurde und offenbar gewaltsam ums Leben gekommen war. Ein 19-jähriger obdachloser Deutsch-Kenianer ist tatverdächtig und sitzt in Untersuchungshaft.

Besondere Tragik wohnt dem Vorfall inne, der sich Ende November im Bonner Polizeipräsidium ereignete: Ein 22-jähriger Polizist schoss seinem 23-jährigen Kollegen in den Hals, der Getroffene verstarb am 10. Dezember. Noch ist unklar, was genau sich zutrug, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den Schützen.

Im März starb ein Mensch bei einem Brand in der Bonner Ellerstraße und konnte erst Tage später identifiziert werden. Ende März kam ein Autofahrer bei einem schweren Unfall in Eitorf ums Leben, bei dem sein Auto in zwei Teile gerissen wurde. Bei einem weiteren tragischen Unfall starb im September eine 26-jährige Fußgängerin in Bonn-Mehlem, als ein Notarztwagen sie nach einer Kollision mit einem Taxi erfasste. Zwei Tote forderte der Absturz eines Kleinflugzeugs, der sich Mitte Oktober nahe des Flugplatzes Hangelar in Sankt Augustin ereignete.

Ebenfalls Mitte Oktober entging Köln vermutlich nur knapp einem verheerenden Anschlag: Ein Mann legte zunächst Feuer im McDonald's im Hauptbahnhof, wobei ein junges Mädchen aus Hennef schwer verletzt wurde, und nahm dann in der gegenüberliegenden Apotheke eine Geisel ( hier der GA-Liveblog zum Nachlesen).

Der Täter konnte schließlich überwältigt werden, er wurde bei der Festnahme angeschossen und liegt seitdem im Koma. Die inzwischen 15-jährige Lika aus Hennef lag sechs Wochen lang im Krankenhaus und ist mittlerweile wieder zu Hause.

Einige spektakuläre Gerichtsprozesse hielten Bonn und die Region 2018 in Atem. Der Mann, der eine junge Camperin in der Bonner Siegaue vergewaltigt hatte, war zwar bereits im vergangenen Jahr verurteilt worden, der Prozess musste jedoch neu aufgerollt werden. Der Siegauen-Vergewaltiger, der zu Beginn des Jahres seine Zelle angezündet hatte und dabei schwer verletzt wurde, erhielt ein neues Strafmaß als im ersten Verfahren: zehn Jahre Haft.

Jüngst zu Ende gegangen ist der Prozess um eine brutale Vergewaltigung und Gefangennahme am Allner See in Hennef. Der obdachlose Täter wurde wegen seiner schweren psychischen Erkrankung für schuldunfähig erklärt und in eine Klinik eingewiesen.

Desweiteren erstritt eine 87-jährige Patientin Schadenersetz von einem Bonner Krankenhaus, weil sie von einer Krankenschwester fallengelassen worden war. Das Bonner Landgericht verurteilte brutale Supermarkt-Räuber und einen ehemaligen Soldaten, der seine Ex-Freundin vergewaltigt hatte. Im US-Bundesstaat Louisiana wurde die Doppelmörderin verurteilt, die in Rheinbach gefasst worden war. Und zuletzt begann im Dezember der Prozess gegen eine Bonner Kokainbande aus Tannenbusch.

Das war sonst noch wichtig in Bonn und Region

Wohl jeder in Bonn kannte ihn: Der "Alle-mal-malen-Mann" alias Jan Loh ist im März dieses Jahres im Alter von 86 Jahren gestorben. Er war in der Bonner Kneipenszene dadurch bekannt geworden, dass er die Feiernden ansprach und für ein paar Euro mit schnellen Strichen zeichnete - stets mit dem berühmten Einleitungssatz: "Alle mal malen hier?" Sein Tod bewegte viele Menschen, und er bekam ein würdiges Begräbnis.

Erschütternd für Bonn und ganz Deutschland war die antisemitische Kippa-Attacke auf einen US-amerikanischen Hochschulprofessor im Hofgarten im Juli. Überhaupt machte der Bonner Hofgarten 2018 viele Negativschlagzeilen. Im April fielen Schüsse, im September gab es eine blutige Auseinandersetzung. Immer wieder ging die Polizei gegen Drogendealer vor und erteilte Platzverweise und Aufenthaltsverbote, zuletzt Anfang Dezember.

Für viele eine traurige Nachricht, die darum auch zu den meistgelesenen Artikeln des Jahres auf ga.de gehört: Der Lenné Snack in der Bonner Südstadt schloss 2018 nach mehr als 30 Jahren seine Pforten. Apropos Essen: In diesem Jahr landete das Restaurant Tuscolo in einem Ranking unter den zehn besten Pizzerien Deutschlands - und das gleich doppelt.

Weitere großen Themen, die Bonn bewegten, waren die Ankündigung, dass die Nordbrücke abgerissen wird, der Bürgerentscheid gegen das Wasserlandbad in Dottendorf sowie zwei Entscheidungen des Kölner Verwaltungsgerichts: Es verhängte im November Diesel-Fahrverbote in der Bundesstadt und untersagte im Dezember zwei verkaufsoffene Sonntage in Bonn.

Auch in der Region gab es natürlich viele weitere spannende, interessante und auch tragische Themen. Zur letzteren Kategorie gehört die Nachricht aus dem Grafschafter Ortsteil Nierendorf, wo im April ein 15-jähriger Junge beim Maibaum-Aufstellen starb.

Spektakulär wurde es im Juni im Siebengebirge, als auf dem Rhein bei Königswinter zwei Schiffe kollidierten. Aufsehen erregte das Rheinkolleg in Meckenheim, als dort im September das komplette Lehrerkollegum wegen Manipulationen beim Staatsexamen kündigte und wenig später eine neue Schule eröffnete.

Rätselhaft war der Fall aus Siegburg, wo im September am Fuße des Michaelsbergs die Leiche eines 26-Jährigen gefunden wurde, der vermutlich von einer Mauer in die Tiefe gestürzt war. Auch die Häufung von Diebstählen von Wohnwagen und -mobilen im Rhein-Sieg-Kreis gab der Polizei im Sommer Rätsel auf.

Ein voller Erfolg war auch in diesem Jahr die Haribo-Kastanienaktion, die seit 2017 am neuen Standort in der Grafschaft stattfindet und in 2018 rekordverdächtigen Anklang fand.

Sportereignisse, Partys und Karneval

Über einen Teilnehmerrekord konnten sich am 15. April die Veranstalter des Deutsche Post Marathons freuen. 13.729 Frauen und Männer aus 36 Nationen liefen bei der 18. Auflage des Wettbewerbs über die Straßen der Bundesstadt. Über die klassische Distanz von 42,195 Kilometern gab es afrikanische Siege durch Dickson Kurui aus Kenia (2:19:04 Stunden) und Sintayehu Kibebo aus Äthiopien (2:39:12).

10.500 Läufer nahmen im September auch am Bonner Firmenlauf in der Rheinaue teil. Die Zeit spielte dabei keine Rolle: Es lief keine Uhr mit, die schnellsten wurden nicht prämiert. Dafür gab es andere Kategorien, in denen sich die Teams hervortaten. Da wäre zum Beispiel die Anzahl. Mit 416 Sportlern und viel Abstand lagen die „Stadtsprinter“ vorne.