Vor 130 Jahren Dauerhafte Ausstellung als erstes Ziel

BONN · Ein Blick in die Geschichte des Bonner Heimat- und Geschichtsvereins: Bürger sammelten Gegenstände zur Stadthistorie.

 In der Villa Obernier konnte der Heimat- und Geschichtsverein seine Sammlung zunächst ausstellen.

In der Villa Obernier konnte der Heimat- und Geschichtsverein seine Sammlung zunächst ausstellen.

Foto: GA-ARCHIV

Die Geschichte des Bonner Heimat- und Geschichtsvereins war und ist stets eng verknüpft mit dem Ort seiner historischen Sammlung. Seit 1998 befindet sich das Stadtmuseum im Obergeschoss des Viktoriabades an der Franziskanerstraße – doch der Standort ist in der Diskussion (der GA berichtete). Während Gisbert Knopp als Vorsitzender des Fördervereins die Idee hatte, das ehemalige Schwimmbad zum Stadtmuseum umzubauen, favorisiert Kulturdezernent Martin Schumacher die ehemalige Pestalozzischule als Unterkunft für Stadtarchiv, Gedenkstätte für die Bonner NS-Opfer und Stadtmuseum.

Wie Heijo Klein in der Chronik des Heimat- und Geschichtsvereins erläutert, fassten Bonner Bürger vor 130 Jahren den Plan, Gegenstände zur Bonner Geschichte zu sammeln und später dauerhaft auszustellen – mit einem Stadtmuseum als Ziel. Erstmals wurden die „Bonner Alterthümer“ bei der Jahrestagung des Historischen Vereins für den Niederrhein am 8. Juni 1886 im Hotel Kley ausgestellt. Das Hotel befand sich in der Nähe des Koblenzer Tors am Hofgarten. Der Chronist notierte, die Ausstellung habe die „allergemeinste Anerkennung“ gefunden.

Am 13. Juli 1886 wurde der Verein „Bonnensia“ gegründet; Felix Hauptmann wurde zum Vorsitzenden gewählt. In den Statuten hieß es: „Der Verein hat den Zweck, auf die geschichtliche Entwicklung der Stadt Bonn und ihre Umgebung bezüglich Gegenstände zu sammeln, sie in einer permanenten Ausstellung dem Publikum zugänglich zu machen und hierdurch das Interesse an der Geschichte der Stadt zu wecken und zu pflegen.“

Erstes Haus für die Exponate war das städtische Museum Villa Obernier an der Koblenzer Straße, welches die Grundlage für das städtische Kunstmuseum darstellte. 1891 nannte sich der Verein „Alt-Bonn“. Die Unterbringung der Sammlung beherrschte als Dauerthema die Diskussionen. 1900 schlug Regierungsrat Joesten vor, die beiden Türme der Rheinbrücke zu nutzen. Auch die Welschnonnenkaserne und die Sternenburg waren im Gespräch. 1928 kam die Idee auf, das Alte Rathaus am Markt zum Museum zu machen.

Ende 1938 wurde die Sammlung aus der Villa in das Haus Koblenzer Straße 7 umquartiert, vormals das naturkundliche Museum. Mit dem Neubau des städtischen (Kunst-)Museums in der Rathausgasse 1954 ergab sich eine Alternative für den Heimat- und Geschichtsverein.

Doch auch danach blieb das stadtgeschichtliche Museum lange ein Traum, wie der GA im Juni 1961 notierte. Zum 100. Jubiläum im Oktober 1986 wünschte sich OB Hans Daniels das Stadtmuseum endgültig ins Postamt. Auch diese Idee wurde nicht umgesetzt. Der Traum erfüllte sich 1998 mit dem Stadtmuseum – als Ort, um Bonner Geschichte als Teil der Gegenwart für die Zukunft zu erhalten.

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