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Demonstranten in Bonn forden Ende der Gewalt im Nahen Osten

Proteste in Bonn : Demonstranten fordern Ende der Gewalt im Nahen Osten

Pro-palästinensische und israelische Demonstranten haben am Samstag auf dem Münsterplatz in Bonn protestiert. Die Polizei war mit neun Mannschaftswagen vor Ort und sprach von rund 250 Teilnehmern.

Friedlich ging am frühen Samstagnachmittag auf dem Münsterplatz die von der Palästinensischen Gemeinde Deutschland organisierte Kundgebung gegen den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen zu Ende. Die Polizei war mit neun Mannschaftswagen vor Ort und sprach von 250 Teilnehmern.

Die Veranstalter, die mit ständigen Aufrufen, die Distanzregeln einzuhalten, einen Abbruch verhinderten, zählten 300 vornehmlich junge Teilnehmer. Zahlreiche palästinensische Flaggen wehten. „Freiheit für Palästina“ war der Slogan des Tages auf Plakaten und in Sprechchören. „Schluss mit dem Morden in Gaza“ war vielfach als Forderung an die israelische Regierung zu lesen, dazu auch die Aufforderung: „Schäme dich, Israel.“

Am Münster schwenkten währenddessen rund 30 Gegendemonstranten Israel-Fahnen. „Gegen jeden Antisemitismus“ war hier auf Plakate gedruckt, ebenso wie die Mahnung „Auschwitz war zu viel: Solidarität mit Israel.“

Für den Einlader der Kundgebung, die Palästinensische Gemeinde, rief Khaled Hamed ins Mikrophon, man sei im Herzen voll Freude, dass für den Gazastreifen aktuell ein Waffenstillstand ausgehandelt sei. „Aber wir fürchten, dass die israelische Aggression weitergeht“, fügte er hinzu. Es sei falsch, die palästinensische Hamas als Schuldigen des Konflikts auszumachen. Die Hamas wird von der EU, den USA und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft. Erklärtes Ziel der Gruppe ist die Vernichtung Israels. „Letztlich tragen Deutschland, die EU und die USA die Verantwortung für die permanente Verletzung der Menschenrechte und die Gewalt“, führte Hamed unter Beifall weiter aus. Es müsse endlich Druck auf Israel ausgeübt werden, dass auch die Palästinenser ihren Staat bekommen könnten.

Derweil beantwortete der Pro-Israel-Demonstrant Sebastian Zachrau dem GA, warum er auch als Nicht-Jude gegen die pro-palästinensische Kundgebung protestiere: „Ich stehe hier, weil wie auf ähnlichen Kundgebungen noch keiner der Sprecher das Existenzrecht des Staates Israel bestätigt hat.“ Wobei auf Plakaten einzelner Demonstranten diese Botschaft geschrieben stand. „Ja zu Juden und Israel – aber keine Blockade und ein Ende der Besatzung für die Palästinenser“, hatte eine Frau getextet.

Andere hielten die arabisch-israelischen Friedenswünsche „Salam – Schalom“ in die Höhe. Im Gespräch mit dem GA wollten Pro-Palästina-Demonstranten ihre Nachnamen nicht nennen. Die 19-jährige Saloua sagte, sie als deutsche Staatsbürgerin mit marokkanischer Herkunft wolle sich für Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben würden, einsetzen. Die 17-jährige Lujain, ebenfalls Deutsche, bezeichnete sich als „stolze palästinensische Kämpferin“ und meinte: „Man muss nicht Muslim sein, um für Palästina aufzustehen. Man muss nur menschlich sein.“

Nach der Kundgebung zog noch eine Gruppe emotionalisierter Pro-Palästina-Jugendlicher, von der Polizei, begleitet zum Friedensplatz.