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Demonstration Reuterstraße - Studenten blockieren Reuterstraße

Demonstration für saubere Luft : Studenten blockieren Reuterstraße in Bonn

Studenten haben am Mittwoch mehrmals die Reuterstraße blockiert. Damit wollten sie auf die Luftverschmutzung an der Bonner Straße aufmerksam machen. Die meisten Autofahrer hatten dafür allerdings kein Verständnis.

Die geballte Wut der Autofahrer zogen am Mittwochnachmittag ein Dutzend Demonstranten auf der Reuterstraße auf sich. Von 15.30 bis 18 Uhr blockierten sie an der Einmündung Kurfürstenstraße mehrmals minutenlang die beiden Fahrspuren Richtung Autobahn. Ihre Kernaussage: "Das Recht auf Mobilität soll nicht mehr wert sein als das Recht auf saubere Luft", erläutert Lara Brederich (21). Sie und zwei weitere Studenten haben die "demonstrative Aktion" vor zwei Monaten angemeldet. "Unabhängig von Fridays for Future und Klimacamp. Gesunde Luft für Fußgänger und Radfahrer ist kein Klima-, sondern ein Gesundheitsproblem", sagt Linda da Silva Fonseke (22). Moritz Niemann, der dritte Organisator, hatte vor einigen Wochen einen Bürgerantrag gestellt und eine Citymaut gefordert. "Das fand natürlich keine Mehrheit."

Am Mittwoch war der Plan, mit weiteren Demonstranten - am besten ganz vielen - den Fußgängerüberweg zu blockieren, sodass der Verkehr minutenlang zum Erliegen kommt. In der Zeit hielten sie den Autofahrern Transparente und Warnschilder entgegen, skandierten mit dem Megafon ihre Forderung für saubere Luft, weniger Verkehr und Gleichbehandlung der Verkehrsteilnehmer. "Wir wollen die Autofahrer nicht aggressiv machen. Aber wir wollen nerven."

Bei der Vorbesprechung an der Reuterstraße schwankt das Team zwischen großer Erwartung und Zweifeln. Wie wird sich die Aktion entwickeln? 30 Mitstreiter hatten sie erwartet. Nun waren es nur ein Dutzend. Und genauso viele Polizisten. "Probleme gehen sicher nicht von den Demonstranten aus, sondern von den Autofahrern", sagt der Einsatzleiter. Nur zu gut erinnert er sich an eine Demo auf der Adenauerallee im August. "Hitze, Berufsverkehr, Stress - die Akzeptanz war schlagartig weg. Es gab ein kollektives Hupkonzert. Bevor es zur Schlägerei kam, sind wir eingeschritten", berichtet er.

Als den Autofahrern auf der Reuterstraße klar wird, dass sie trotz grüner Ampel durch die kleine Aktivistengruppe an der Weiterfahrt gehindert werden, kurbeln viele die Scheibe herunter und belfern die Polizisten an, was das soll, warum die nicht eingreifen. "Das ist eine genehmigte Aktion", wird ihnen erklärt. Unterdessen meldet der Polizeiposten an der Reuterstraße einen Rückstau bis zum Bundeskanzlerplatz.

Ton der Autofahrer wird aggressiver

Die Reuterstraße wird durch den Berufsverkehr ohnehin jede Minute voller. Die Konfrontation fordert den Demonstranten Mut ab und Stimme. Bei den weiteren Sperrungen wird der Ton der Autofahrer aggressiver. Geschrei über die Dächer hinweg, ohrenbetäubendes Dauerhupen, einige steigen aus und laufen zu den Demonstranten. "Ich will nach Hause", brüllt einer. Die Polizei beobachtet. "Wir schützen die Demonstranten." Protesthupen sei eigentlich eine Ordnungswidrigkeit und kostet fünf Euro. "Das machen wir hier natürlich nicht", sagt der Einsatzleiter.

Als die Aktivisten den Übergang nach einigen Minuten wieder verlassen, tritt mancher erst recht das Gaspedal durch. Vogelzeigen und Beschimpfungen im Vorbeifahren. Wenn Blicke töten könnten. Radfahrer und Passanten finden die Aktion gut. Eine Musikgruppe will sich beim nächsten Mal dazu gesellen. Ein anderer schlägt eine Sonntagsperre für die Reuterstraße vor. Damit die Anwohner die Straße mal für sich haben und ein Fest feiern können. "Gute Ideen", findet das Organisatorenteam. "Je mehr mitmachen, umso besser."