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Der Flohmarkt in der Rheinaue Bonn ist zurück

Mit Masken und Abstand : Der Flohmarkt in der Bonner Rheinaue ist zurück

Am Samstag fand der Flohmarkt in der Bonner Rheinaue zum ersten Mal seit Oktober 2019 wieder statt - jedoch mit deutlich weniger Ständen. Veranstalter Melan setzte Mitarbeiter und Security-Kräfte für die Einhaltung der Maskenpflicht ein.

„Wir haben dieses Mal weit weniger Stände als üblich“, erklärt Marktleiterin Anja Ziegenspeck und führt dies auf die Kurzfristigkeit der Planungen zurück. Es seien dieses Mal knapp 500 Stände. Vor der Pandemie wurden in der Bonner Rheinaue von April bis Oktober an jedem dritten Samstag im Monat bis zu 1700 Stände nichtkommerzieller Anbieter aufgebaut.

Die Menschen hielten sich überwiegend an die Maskendisziplin, so die überwiegende Ansicht der Standbetreiber. Nur vereinzelte Eigensinnige sorgten am Vormittag für ein differenzierteres Stimmungsbild. „Wer keine Maske tragen will, soll doch zuhause bleiben“, ärgert sich Besucherin Barbara Klein. „Vorhin habe ich jemanden darauf angesprochen, wieso er sich für was Besseres hält, so ganz ohne Maske herumzulaufen“, redet sich die Schnäppchenjägerin in Rage. „Der hat mir dann etwas von Hitze und Freiheit erzählt. Da bin ich gegangen.“

Einhaltung der Maskenpflicht war anfangs ein Problem

Für Besucher Peter Heinsen sei klar: „Wir sollten froh sein, dass es stattfinden kann und hoffentlich auch zukünftig stattfinden wird. Dafür können wir auch das kleine Opfer 'Masketragen' aufbringen. Die meisten tun das ja auch.“ So sehen es auch viele der Ständebetreiber. Wie etwa Jürgen Sprengel, der seit 20 Jahren regelmäßig am Flohmarkt teilnimmt und dieses Mal an seinem Stand Uhren und Schmuck verkauft. „Ich habe mich sehr gefreut, dass der Markt heute stattfinden kann, aber natürlich hat man heutzutage immer ein wenig Sorge, wenn so viele Leute auf engem Raum zusammen sind. Aber die meisten Leute sind vernünftig“, so Sprengel.

Auch die flohmarkterfahrene Verkäuferin Claudia Wolfshohl bestätigt diese Auffassung, auch wenn besonders am Morgen „noch anscheinend nicht allen die Maskenpflicht klar war.“ Im Laufe des Vormittags sei es dann „weitaus besser geworden. „Mir hat das alles sehr gefehlt“, führt Wolfshohl aus, „das höre ich auch von den anderen Leuten. Schließlich ist das letzte Mal auch schon zwei Jahre her.“

Mobiles Impfen in der Nähe des Flohmarktgeländes

Genau wie sie hoffen alle Verkäuferinnen und Verkäufer darauf, dass weitere Märkte stattfinden können. So machten manche ihre Kunden auf die Pflicht aufmerksam oder boten eigens aufgestellte Desinfektionsflaschen zur Benutzung an. „Es gibt immer einige Querköpfe, aber im Großen und Ganzen ist alles gut“, bekundet ein groß gewachsener Mann, der Spielzeug und Babysachen anbietet. Nach seiner Beobachtung hielten sich „bis zu 95 Prozent“ an die Regeln. Lediglich die bisher „eher bescheidene Kauflaune“ trübte so manchem, wie auch Jürgen Sprengel, ein wenig das Gemüt. „Die Leute müssen wohl erst wieder den Spaß dabei wiederentdecken. Im Laufe des Tages wird es sicher noch besser“, sagt er.

In der Tat legen am Vormittag viele Leute die Priorität noch auf Pommes Frittes oder Crêpes, als auf den großen Kaufrausch. Dass beim Verzehr die Maske abgenommen werden muss, läge auf der Hand, stellt Brezelverkäufer Thorsten Saale fest. „Wenn die Leute essen, dürfen sie die Maske abnehmen. Mit Abstand ist das dann doch auch okay“, sagt er.

Bernd Matko, der direkt am Herbert-Wehner-Platz Kaffee und Donuts anbietet, sieht das ähnlich. „Wir haben keine Auflagen bekommen, keine QR-Codes. Die Leute dürfen jetzt auch am Tisch gemeinsam essen, nicht nur beim Laufen. Vielleicht ist es widersprüchlich, aber es ist, wie es ist“, so Matko. In der Nähe steht der von der Stadt betriebene Impfbus, um wie bereits am Münsterplatz weitere spontan Impfbereite zu empfangen. Die ärztliche Leiterin Maria Riedloff zählt dort gegen 12 Uhr „bereits 45 neu geimpfte Personen“.

Etwa 100 Meter weiter am Stand der Melan GmbH zieht Marktleiterin Anja Ziegenspeck um 13 Uhr eine Zwischenbilanz und zeigt sich sowohl vom Besucherandrang wie auch der Maskendisziplin zufrieden. „Wir haben 20 Mitarbeiter, die ständig unterwegs sind und zum Teil mit Megaphonen auf die Maskenpflicht aufmerksam machen“, so Ziegenspeck. „Zuvor haben wir auf unserer Homepage auf die Corona-Schutzmaßnahmen hingewiesen.“ Die künftigen Märkte an der Rheinaue seien bisher mit Blick auf die weiteren Entwicklungen nur unter Vorbehalt terminiert.