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Pollen in Bonn und der Region: Der Kampf gegen den Blütenstaub

Pollen in Bonn und der Region : Der Kampf gegen den Blütenstaub

Gelber Blütenstaub breitet sich derzeit auch in Bonn aus. Nicht nur für Allergiker ist das eine Belastung, denn Autofahrer müssen öfter in die Waschanlage. Manche kämen sogar zweimal die Woche.

Jetzt sehen auch Autobesitzer, worunter Pollenallergiker wieder einmal leiden: Die Luft ist voller Blütenstaub. Ungewöhnlich früh für die Jahreszeit hat der Pollenflug der Birke bereits seinen Höhepunkt erreicht. „Dauersonne gepaart mit freundlicher Unterstützung von Wind und Frühlingswärme gelten zu dieser Jahreszeit als Garanten üppigen Pollenflugs“, lautet die Erklärung des Deutschen Polleninformationsdienstes.

Das bestätigt auch Christina Endler vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf Anfrage des GA. „Die anhaltende Trockenheit, milde Temperaturen und Wind begünstigen zum einen den Pollenflug, aber auch die Aufwirbelung von Staubpartikeln“, sagt sie.

Über Folgendes werden sich weder Pollenallergiker noch Autofahrer freuen. Zwar regnet es kaum, doch zugleich gibt es keinen Niederschlag, der die in der Luft befindlichen Partikel auswäscht. „Durch die trockenen Böden und Bodenoberflächen in Kombination mit Wind können immer wieder Partikel aufgewirbelt werden und bleiben nicht an der Bodenoberfläche haften“, sagt Endler.

Während in Deutschland fast jeder Fünfte unter mindestens einer Allergie leidet, dürften fast alle Bonner Autobesitzer aktuell von einer zähen, gelben Schicht auf dem Lack betroffen sein. Zumindest wird diese Annahme zutreffen, wenn deren Auto im Bereich von samenabwerfenden Bäumen geparkt ist. Dabei verbreiten sich nicht nur die Pollen von Birke, Esche und vereinzelt erblühenden Gräsern in diesen Tagen und dringen selbst in kleinste Ritzen vor. Auch die nur alle vier bis sieben Jahre blühenden Nadelbäume produzieren jetzt extrem viele Samen. Damit steigt die Chance auf viele neue Bäume, und samenfressende Vögel und Kleinsäuger finden reichlich Futter.

Auch manch ein Autobesitzer wird viel Aufwand betreiben und seinen Wagen waschen lassen. Doch die damit verbundene Sorge, dass die auf dem Autolack klebenden Blütenpollen möglicherweise Schäden an den Autos hinterlassen, sei eher unbegründet, ist vom ADAC zu erfahren.

Das sieht Mario Lehmann als Geschäftsführer von zwei Autowaschanlagen in Bonn anders. „Die Blütenpollen schaden dem Lack“, ist seine Überzeugung. Lehmann empfiehlt in diesen Tagen eine gute Lackkonservierung als Schutz. In den vergangenen Tagen habe er deutlich mehr Kunden gehabt. Manche Autofahrer würden derzeit sogar zweimal in der Woche kommen, um ihr Autos fachgerecht von der Staubdecke befreien zu lassen.

„Dabei hilft uns Corona, den Ansturm überhaupt bewältigen zu können“, sagt Lehmann. Ohne die momentane Empfehlung, das Haus nicht unnötigerweise zu verlassen, hätte es sicher noch mehr Betrieb an seinen Waschanlagen in Dransdorf und Pützchen gegeben, vermutet er. Rund 100 000 Waschvorgänge zählt er dort im Jahr. Im Moment schätzt er, dürften etwa 30 Prozent mehr Autofahrer die Waschstraßen besuchen als sonst zu dieser Jahreszeit.

Da wird es für einige Autofahrer tröstlich sein, dass der Deutsche Wetterdienst verkündet: „Der Birken- und Eschenpollenflug nimmt tendenziell ab.“