Bernd Stelter im Gespräch Der Komödiant erzählt Dönekes

BONN · Eigentlich war geplant, dass "Regimentspfarrer" Stadtdechant Wilfried Schumacher sich mit Bernd Stelter über Gott und die Welt unterhält. Doch Schumacher fiel krankheitsbedingt aus und konnte bei der zweiten Veranstaltung "KiZ - Kultur im Zeughaus" der Stadtsoldaten nicht dabei sein.

 Bernd Stelter (rechts) plaudert mit Gisbert Baltes über Rudi Carell, "7 Tage, 7 Köpfe" und über den Begriff Heimat.

Bernd Stelter (rechts) plaudert mit Gisbert Baltes über Rudi Carell, "7 Tage, 7 Köpfe" und über den Begriff Heimat.

Foto: Barbara Frommann

Denen gelang es jedoch binnen weniger Tage, einen Ersatzmann aufzutreiben: den Journalisten Gisbert Baltes, laut Hans Hoff von der Süddeutschen Zeitung "in der Anstalt gefürchtet als der personifizierte Einmannkarneval".

Mit Bernd Stelter war nach Marc Metzger wieder ein Hochkaräter aus der Karnevalsszene eingeladen. Sofort stellte dieser klar, dass er sich nicht als Comedian, sondern als Komödiant sieht, und das bewusst politisch. So präsentierten zwei Nicht-Rheinländer, Bernd Stelter aus Westfalen und Gisbert Baltes aus dem Sauerland, einen unterhaltsamen und informativen Abend für Rheinländer. Auf die Frage, was ist Heimat, erzählte ein leicht melancholischer Stelter die Geschichte, wie er mit seinem Vater in dessen Geburtsort bei Posen gefahren war, um dessen Heimat zu besuchen, und danach sein Vater sagte: "Heimat ist dort, wo meine Kinder aufgewachsen sind" - das war in Unna und nicht in Polen. Für Bernd Stelter ist Heimat nun der Ort, wo seine Kinder aufwachsen - in Bornheim-Hersel.

Gerne kam Stelter auf Fernsehsendungen zu sprechen, berichtete über "7 Tage, 7 Köpfe", wusste einige Dönekes von und über Rudi Carell zu erzählen. Zum Beispiel dass der ihn nie gelobt habe; in seinen Memoiren post mortem jedoch über den grünen Klee. "Du A..., warum hast du mir das nicht früher gesagt", meinte Stelter und musste fast eine Träne unterdrücken. Heute fühlt er sich als "Mister NRW", weil er weit über 200 Mal die NRW-Quiz-Show geleitet hat. Selbstverständlich kamen die beiden auch darauf zu sprechen, wie ein Westfale zum rheinischen Karneval kommt: "VWL-Studium in Bonn mit erfolgreicher Exmatrikulation nach gefühlten 20 Semestern." Die 3 Colonias gaben ihm Starthilfe, ihnen hat er seine Frau zu verdanken. 2013 feierte er sein Bühnenjubiläum, dieses Jahr feiert er weitere 25 Jahre: Silberhochzeit.

Stelter und Baltes begeisterten die Stadtsoldaten, lieferten Unterhaltung und persönliche Informationen vom Feinsten. Und beim nächsten Mal ist "KiZ" rheinisches Brauchtum und Schumacher wieder gesund.