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Kommentar zum Bahnübergang Lessingstraße: Die Bahn ist gefordert

Kommentar zum Bahnübergang Lessingstraße : Die Bahn ist gefordert

Um technische Defekte an Bahnübergängen zu vermeiden, sollte die Deutsche Bahn dringend anfangen Verbesserungen in die Wege zu leiten, findet GA-Redakteur Philipp Königs.

Ein alter Scherz über die Bonner Verkehrsverhältnisse an den linksrheinischen Zuggleisen lautet: „Entweder es regnet oder die Schranken sind zu.“ Nun verdichten sich in letzter Zeit die Hinweise, dass die Schlagbäume auf Bonner Stadtgebiet häufiger offenstehen als bisher bekannt – und das in einem schlechten, weil möglicherweise gefährlichen Sinne. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen beobachten Bürger offene Schlagbäume und Züge, die laut pfeifend die Schranken queren, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen.

Eine Kollegin beobachtete wenige Tage nach dem Schrankendefekt am Rheinweg Mitte April, wie sich die Schranken nahe dem Übergang an der neuen Haltestelle „UN-Campus“ nur sehr langsam schlossen. Obwohl der Zug längst in Sichtweite war. Man kann allen anderen Verkehrsteilnehmern nur zurufen, dass sie sich vorsehen, wenn sie einen offenen Bahnübergang queren.

Und der Deutschen Bahn mag man zurufen, dass es irritierend ist, wenn derlei Vorfälle nur durch aufmerksame Bürger an die Öffentlichkeit kommen. Zwar gilt einerseits die Vorfahrt für Schienenfahrzeuge vor den anderen Verkehrsteilnehmern an Bahnübergängen. Aber andererseits ist die Deutsche Bahn Netz AG als Infrastrukturbetreiber für die Sicherheit in den Kreuzungsbereichen verantwortlich. Bei einer Häufung technischer Fehler ist sie gefordert, Verbesserungen einzuleiten. Anfangen könnte sie damit, die technischen Defekte an Bahnübergängen überhaupt statistisch zu erfassen, um Handlungsbedarf erkennen zu können. Bisher gibt es laut Bahn jedenfalls keine Dokumentation über Ausfälle.