1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Von der Weimarer Republik bis zur BRD: Die Geschichte des deutschen Rechnungshofs als Sachbuch

Von der Weimarer Republik bis zur BRD : Die Geschichte des deutschen Rechnungshofs als Sachbuch

Der Historiker Hans-Peter Ullmann hat ein Sachbuch zur Geschichte des deutschen Rechnungshofs geschrieben. Darin schildert er faktenreich die Geschichte des Rechnungshofes von der Weimarer Republik über das Dritte Reich bis in die Zeit der frühen Bundesrepublik.

Schon der Buchtitel „Kontrolle und Beratung“ deutet an, welchen Spagat der deutsche Rechnungshof über Jahrzehnte durchlaufen hat. Dem widmet sich Historiker Hans-Peter Ullman. Er gehört heute zu den führenden Kennern deutscher Finanzgeschichte.

Ullmann beschreibt epochenübergreifend die Geschichte des deutschen Rechnungshofes von der Weimarer Republik über das Dritte Reich bis in die Zeit der frühen Bundesrepublik. Auf breiter empirischer Grundlage zeigt er die Entwicklung von der „nachherigen Kontrolle“ zur „vorgängigen Beratung“. Dabei zeigt er Brücken, Brüche und Kontinuitäten im Entwicklungsprozess der Haushaltspolitik im 20. Jahrhundert auf und geht systematisch und detailliert in die historische Tiefe.

Jede Epoche in der Geschichte des Rechnungshofes hatte ihre Eigenheiten

Der umfangreiche Inhalt des Buches ist detailliert. Von den historischen Anfängen in der preußischen Finanzverwaltung bis zur Neuausrichtung des Bundesrechnungshofes in der frühen Bundesrepublik gelingt es dem Autor, die Entwicklung anschaulich und verständlich darzustellen. Er analysiert die epochenspezifischen Eigenheiten jener Zeiten und hebt dabei einschneidende Ereignisse und bestimmende Personen hervor.

Ullmann beschreibt nicht nur, sondern klärt vor allem auf. Er zeigt die Gründe und Notwendigkeiten für die historische Entwicklung und stellt die Herausforderungen dar, die die jeweilige Epoche mit sich brachte. Dabei werden positive sowie negative Effekte von Änderungsprozessen gegeneinander abgewogen und in ein entsprechendes Verhältnis gesetzt. Letztlich wird dem Leser deutlich, wie relevant die Kontroll- und Beratungsfunktionen in der Finanzverwaltung für das ordentliche Funktionieren des Staatsapparates sind.

Kein Funken historischer Akribie zu vermissen

Sprachlich und stilistisch gestaltet sich „Kontrolle und Beratung“ als eine professionelle wissenschaftliche Arbeit. Durch viele Quervermerke und Quellenangaben macht der Autor deutlich, dass es sich bei seinem Werk um eine historische Tiefenanalyse handeln soll. Doch man sollte sich mit der Thematik ein wenig auseinandergesetzt haben, um alles zu verstehen. Leser, die Detailreichtum mögen und nicht einen Funken historischer Akribie missen wollen, sind mit dem Sachbuch bestens beraten.

Das Buch „Kontrolle und Beratung“ kostet 38 Euro und ist 2021 im Wallstein-Verlag erschienen.