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Bandwettbewerb Toys2Masters: Die glorreichen Sechs

Bandwettbewerb Toys2Masters : Die glorreichen Sechs

Die Finalisten von Nordrhein-Westfalens größtem Nachwuchs-Bandwettbewerb Toys2Masters stehen fest. Zwei Tage lang haben die zwölf besten Formationen in der Harmonie um den Einzug in die letzte Runde gerungen – und dabei gezeigt, dass sie eigentlich alle schon gewonnen haben.

Ein starker Auftritt jagt den nächsten. Rock insämtlichen Variationen, Metal, Folk, Singer-Songwritertum habenihre Momente, dürfen in der Harmonie erklingen und das Publikumbegeistern. Letzteres ist in Scharen gekommen, jede Band hat dieeigene Fan-Gemeinde mobilisiert, und traditionsgemäß haben jene,denen dies am besten gelingt, einen klaren Vorteil. Immerhin kommtes bei Toys2Masters nicht nur auf das Voting einer Fachjury an,sondern eben auch auf die Entscheidung der Menge. Beliebtheit alsKriterium – das ist ein zweischneidiges Schwert.

Aber eines, mitdem das organisierende Musiknetzwerk bislang gute Erfahrungengemacht hat. Und auch wenn durchaus auch andere Bands den Sprungins Finale verdient hätten, zeigt sich am Ende, dass die Mischungaus Popularität und Professionalität im Grunde alsEntscheidungsgrundlage ausreicht. Für den Vorrundensieger SuburbianRex aus Jülich geht der Durchmarsch vor allem dank ihrerenthusiastischen Anhänger weiter: Der harte Rock des Trios kommt anund verwandelt die Harmonie gleich am ersten Halbfinals-Tag in eineriesige Pogo-Pit, in der wild umherspringende Leiber miteinanderkollidieren.

Die Band heizt die Stimmung immer wieder an und lotetdie Grenzen dessen aus, was ihr von Veranstalterseite zugestandenwird, kann aber mit ihrem starken Sound überzeugen und lässt selbstdie Lokalmatadore von Millenia hinter sich, obwohl die mit ihremvielseitigen, abwechslungsreichen und vor allem ungeheuer präzisenSound vor allem von der Jury (zu der unter anderem Pop-ProfessorVolkmar Kramarz und Slapstickers-Frontmann Tobias Vogelfängergehören) vorne gesehen wurde. Der charismatische Gesang AlassioSchröders und die starken Gitarrensoli Fabian Jehnens sind schonetwas Besonderes. Andererseits zeigt sich bei Toys2Masters ebenauch immer wieder, dass Technik nicht alles ist.

Immerhin gehörtauch Zufällig Hier zu den Finalisten, ein KölnerStraßenmusikertrio, das mit der eigenen Unvollkommenheitkokettiert, mitunter gar bewusst daneben liegt und doch mit ihremCharme, ihrer Leidenschaft und ihren Texten bei Publikum und Jurygleichermaßen ankommt. „Wenn das Leben dir Zitronen bringt, macheinen Obstsalat daraus“, singt es etwa in besterMonsters-of-Liedermaching-Manier – und lässt so alle anderen hintersich. Ausscheiden mussten dagegen die CatEaters aus Ulmen, die vorallem dann interessant wurden, wenn sie ihre Aggressivität einwenig zügelten und dafür ihrem punkig angehauchten Rock 'n' RollRaum verschafften, sowie die von den Grunt Vocals ihres FrontmannsSascha dominierten Mannen des Ghost Empires.

Auch für Final Fortuneist Schluss, obwohl ihr unglaublich unterhaltsamer Glam Rock dieHarmonie für ein paar Minuten zurück in die 80er katapultiert hat.War der erste Tag gut, so lässt sich der zweite nur als überragendbezeichnen. Schon Gina Goes Wild sorgen mit ihrer optischbeeindruckenden Hardcore-Show für jene Bilderflut, die denIndierockern von Time to Rise leider etwas fehlt. So stark auch dieeinzelnen Songs des Quartetts aus Unna sind, ohne eine ausgeprägteBühnenpräsenz bleiben sie schlichtweg auf der Bühne und stoßennicht ins Publikum vor.

Das gelingt Bromo schon deutlich besser:Die beiden Brüder Dennis und Marvin Ledermann spielen mit demPublikum, binden es ein, sprechen es an, tragen ihrenSinger-Songwriter-Folk (und nein, das hat mit Rock nichts zu tun,so sehr die beiden Bonner das auch immer betonen) in die Menge.Damit schaffen sie es dann auch ins Finale, während die Reise fürClara Clasen leider zu Ende ist. Dabei strahlt der charmanteRotschopf mit der prägnanten Stimme und dem herrlich rotzigenGitarrenspiel sogar noch mehr Natürlichkeit und Gelassenheit aufder Bühne aus, hat sichtlich Spaß und hätte es alleine deswegenschon verdient, auch noch in die letzte Runde zu kommen.Andererseits ist es natürlich schwer, sich den Weg ins Finale zuerkämpfen, wenn gleichzeitig zwei schlichtweg überragendeFormationen bereits mit den ersten Klängen ihre Dominanzoffenbaren.

Schon der Auftritt der Doghunters ist exzellent undmindestens eine Stufe über allem, was zuvor präsentiert wurde.Knackiger Rock, genau auf dem Punkt, abseits von Standard-Phrasenund Baukasten-Grooves. Die Band aus Hürth nimmt schon zum zweitenMal an Toys2Masters teil und schafft diesmal mühelos den Einzug insFinale. Klasse – doch der wahre Knaller kommt zum Schluss. Was dieDavid Nevory Band abbrennt, ist ein Feuerwerk der Extraklasse, eineschlichtweg überragende Darbietung, bei der alles stimmt.

Die Songsglänzen mit perfektem Timing, meisterhafter Dynamik und genau derrichtigen Mischung aus Folk und Rock, die Musiker harmonierenperfekt miteinander, Frontmann David Nienhaus ist mit seiner rauenStimme ein Genuss, und Gitarrist Nathan Henschke übertrifft sich inseinen Soli immer wieder selbst. Wahnsinn. Von diesen Bonnern wirdman mit Sicherheit noch viel hören. Spätestens beim großenToys2Masters-Finale am 3. Dezember, in das sie trotz einer hartenKonkurrenz als Favoriten einziehen dürften. Ob sie diesenErwartungen auch gerecht werden, wird sich dann im Brückenforumzeigen.