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Kommentar zum Ende der Rockaue: Die Kosten sind zu hoch

Kommentar zum Ende der Rockaue : Die Kosten sind zu hoch

Das Bonner Musikfestival Rockaue steht allem Anschein nach vor dem Aus:Gegen die Gesellschaft läuft ein Insolvenzverfahren, das die Geschäftsführung bereits Ende Juli 2017 selbst in Gang setzte.

Es ist sehr, sehr schade, dass eine solch tolle Initiative wie die Rockaue schon nach der dritten Auflage Geschichte ist. Höchstwahrscheinlich ist das Schicksal des Festivals jedenfalls besiegelt – zumindest ist das Insolvenzverfahren eröffnet. Und es ist nicht davon auszugehen, dass es weitergehen wird.

Offenbar haben die R(h)einkultur-Macher ja damals zu Recht die Reißleine gezogen . Und das, obwohl das letzte Festival 2011 mit rund 160.000 Besuchern äußerst erfolgreich war – ohne Eintritt. Aber das Modell „umsonst und draußen“ war ebenso nicht mehr haltbar wie die Rockaue mit „günstig und draußen“. Die Kosten sind einfach immens, die Initiatoren arbeiten praktisch für lau. Auf Dauer ist das nicht machbar. Man mag jetzt lange darüber philosophieren, warum Rockfans nicht einmal 30 Euro für ein so attraktives Angebot wie die Rockaue ausgeben wollen, für ein einzelnes Konzert in Köln oder Düsseldorf jedoch 150 oder 300 Euro und mehr bezahlen.

Das Licht der R(h)einkultur ging ja nicht wegen des fehlenden Publikums aus, sondern wegen der fehlenden Unterstützung und der mangelnden Wertschätzung seitens der Stadt. Das hatte der damalige Geschäftsführer Holger Jan Schmidt ja stets betont.

Ein wenig davon mag auch heute noch gelten. Erinnert sei nur daran, dass die Macher der Rockaue nicht den städtischen Zuschuss bekommen haben wie die R(h)einkultur – und das, obwohl die einst für das beliebte Rockfestival in der Rheinaue bereitgestellten 80 000 Euro nach wie vor im Haushalt eingestellt waren. Diese sollten ja weiterhin für solche Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden. Beantragt wurde das Geld, doch der Kulturausschuss hielt die Initiatoren so lange hin, bis sie sich eben entschieden, schon bei der ersten Rockaue ein kleines Eintrittsgeld zu erheben. Öffentliches Geld ist da nie geflossen.

Es hätte sicherlich anders ausgesehen, wenn die Rockaue von der Stadt finanziell unterstützt worden wäre. Das ist aber gewiss nicht der einzige Grund für das Scheitern des Projekts. Die Gründe müssen die Verantwortlichen mit dem Rockbeauftragten der Stadt, Hajo Over, analysieren. Vielleicht sind die Zeiten für solche Feste vorbei. Das Festival des Vereins Bonnpop im November kam jedenfalls besser an.