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Bildung auf dem Rhein: Die „MS Wissenschaft“ betreibt Forschung auf dem Rhein bei Bonn

Bildung auf dem Rhein : Die „MS Wissenschaft“ betreibt Forschung auf dem Rhein bei Bonn

Die „MS Wissenschaft“ der Bundesregierung liegt bis kommenden Mittwoch vor Anker in Bonn an der Oper. In einer interaktiven Ausstellung wird auf dem Schiff aktuelle Forschung präsentiert.

Zahnbürsten aus Bambus oder Eiweißquellen aus Insekten – derlei ist soweit bekannt. Wie aber Plastik aus Pflanzen und Fleisch aus dem Reagenzglas entstehen kann, ist vielleicht noch nicht jedem ganz klar. Die „MS Wissenschaft“, die noch bis kommenden Mittwoch, 19. August, an der Oper vor Anker liegt, präsentiert in einer interaktiven Ausstellung, wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können und welche Produkte daraus entstehen können.

„Insekten essen?“, fragt Liv, „warum nicht? Wenn sie schmecken“, so das Statement der jungen Besucherin aus Hessen, die zusammen mit drei Freundinnen und Vater Michael Hansmann nach Bonn zur Ausstellung über Bioökonomie gekommen ist. „Wir haben in der Schule mal Mehlwürmer probieren dürfen, die schmeckten wie Reiswaffeln“, erzählt Liv, die sich offenbar gut auskennt mit Produkten und Möglichkeiten die Umwelt zu schonen. „Zuhause bei uns ist das durchaus ein Thema. So ersetzen wir tierisches Hackfleisch schon lange durch Pflanzliches und versuchen uns möglichst umweltbewusst zu verhalten“, sagt der Vater. Dass dies wichtig ist und in Zukunft immer wichtiger wird, das scheinen alle Besucher an diesem Tag zu wissen.

Sie sind vor allem daran interessiert, welche Möglichkeiten es bereits gibt. Und davon können sie sich ein gutes Bild machen in dem als Ausstellungsraum umgewandelten Schiffsbauch der „MS Wissenschaft“, einem Angebot des Bundesministeriums für Wissenschaft.

Zu wissen, dass es T-Shirts aus Kaffeebohnen gibt, ist schon etwas anderes, als zu sehen, wie so ein Kleidungsstück tatsächlich aussieht und wie die Bohnen, die für uns eher Lebensmittel sind als Stoff, zu Garn werden. Die Antworten gibt es kurz und knapp direkt an den Themeninseln und präsentierten Produkten. Im Fall des T-Shirts aus Kaffeebohnen wird kalter Kaffee ultrafein gemahlen und mit recycelten Polyesterfasern gemischt. Und fertig ist das Garn. Anfassen kann man das T-Shirt nicht, es ist hinter Glas geschützt. Anders verhält es sich mit Platten, die aus Popcorn gemacht wurden. Wenn der Besucher auf den Infotafeln liest, dass Popcorn Styropor bereits sehr gut ersetzen kann, möchten sie die Beschaffenheit der Platten fühlen. Und das dürfen sie auch, nachdem sie sich die Hände desinfiziert haben. Nur eine Maßnahme von vielen, die dafür sorgen, dass die Besucher nach den aktuellen Hygienestandards die Ausstellung besuchen dürfen.

Zurück zur Ausstellung: Die Frage drängt sich so manchem Besucher auf, was genau hinter dem Begriff Bioökonomie steckt. Was sich nach wenigen Minuten in der Ausstellung von selbst erschließt, wird aber auch auf einer Tafel erklärt: So bezeichnet die Bioökonomie Prozesse biologischer Erzeugung von Rohstoffen und Produkten aber auch Dienstleistungen, die dahinter stehen.

Michael Hansmann und seine Kinder sind jedenfalls beeindruckt, als sie die Ausstellung verlassen.

Die „MS Wissenschaft“ ist geöffnet bis zum 19. August von 10 bis 13.30 Uhr und von 14.30 bis 19 Uhr. Es gelten die üblichen Abstandsregeln sowie Maskenpflicht.