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Die Neubesetzung der Spitzenpositionen erfolgt ohne Ausschreibung

Weiterbildungskolleg Bonn : Neubesetzung der Schulleitung führt zu Streit

Am Weiterbildungskolleg Bonn gibt es Streit um die Neubesetzung der Schulleitung. Die Besetzung zweier Stellen erfolgte ohne Ausschreibung.

Die Neubesetzung der Schulleitung sowie des Stellvertreters am Weiterbildungskolleg Bonn (WBK) sorgt hinter den Kulissen für Ärger. Grund: Die Besetzung beider Stellen ist ohne Ausschreibung erfolgt. Sowohl die Mitglieder der Lehrerkonferenz als auch der Schulkonferenz haben dieses Verfahren in Schreiben an die Bezirksregierung Köln scharf kritisiert. Am Freitagabend befasste sich der Schulausschuss mit dem Thema und legte ebenfalls ein Veto gegen das Besetzungsverfahren der Bezirksregierung ein. Allerdings sei der Beschluss lediglich als ein „Signal“ zu werten, erklärte Schulausschussvorsitzender Tim Achtermeyer dem GA nach der Sitzung. Eine rechtliche Bindung habe der Beschluss nicht.

Auf Vorschlag der Linksfraktion, so ihr schulpolitischer Sprecher Anatol Koch, schloss sich der Schulausschuss in einer Resolution an die Bezirksregierung zudem der Forderung des WBK „nach einem ordentlichen Besetzungsverfahren im Wege der Ausschreibung mit Bestenauslese“ an.

Kritik richtet sich gegen das angewandte Verfahren

Die bisherige Leiterin der Schule am Langwartweg, Marlene Walter, wird Ende September in den Ruhestand gehen. Ihr Posten soll nun mit der früheren Leiterin eines Gymnasiums in Köln besetzt werden. Die Position des Stellvertreters ist bereits mit Thomas Czaja (49) seit einigen Tagen wieder besetzt. Er habe als früherer stellvertretender Leiter eines Gymnasiums in der Region die Bezirksregierung um Versetzung auf einen adäquaten Posten in einer Schule in Bonn gebeten, so Czaja. Zu den Gründen sagte er, er habe eine neue pädagogische Herausforderung gesucht. Er wisse um den Ärger wegen des Verfahrens, „aber ich bin vom Kollegium sehr herzlich begrüßt worden und fühle mich gut angenommen“, sagt er.

Ein Mitglied der Lehrerkonferenz, das namentlich nicht genannt werden möchte, betonte gegenüber dem GA, es gehe nicht um die Personen, sondern die Kritik richte sich gegen das Verfahren, das normalerweise nur in Ausnahmefällen gewählt werden dürfe. Im Falle des Weiterbildungskollegs sei dies nun in gleich zwei Fällen geschehen. Die Kollegen hätten den Eindruck, dass das WBK quasi als Lückenbüßer herhalten müsse, zumal eine zunächst geplante Versetzung der künftigen Schulleiterin aus Köln auf ein anderes Gymnasium am Protest von Eltern gescheitert sei. Kritisch zum Verfahren äußerte sich auch Noch-Direktorin Walter: „Das hat uns schon irritiert.“ Weiter wollte sie sich nicht zu dem Thema äußern.

Wie der GA erfuhr, war die Stelle des Stellvertreters ursprünglich ausgeschrieben. Eine Lehrkraft der Schule habe sich daraufhin beworben, dann sei die Ausschreibung zurückgenommen worden. Die Bezirksregierung erklärte auf GA-Anfrage, Grundlage für das Verfahren sei Paragraf 61 Absatz 4 des Schulgesetzes NRW. Es handele sich in beiden Fällen um Ausnahmen, in denen die Schulaufsicht berechtigt sei die Stellen unmittelbar selbst zu besetzen. „Aufgrund der coronabedingten Situation konnte das Auswahlverfahren nicht wie beabsichtigt durchgeführt werden. Da aber die kontinuierliche Besetzung von Leitungsstellen (...) absolute Priorität hat, ergab sich eine besondere Situation. So wurde in einem ersten Schritt die Stellvertreterstelle bereits am 14. August mit einer erfahrenen Leitungsperson besetzt, um der Schule möglichst schnell zu helfen“, erläuterte Dirk Schneemann von der Pressestelle der Bezirksregierung Köln.