Museum Koenig in Bonn Die Vielfalt der Forschung

BONN · Die Vielfältigkeit wissenschaftlicher Projekte und den Weg von der ersten Frage über die Methodik bis zur Antwort zeigt eine Ausstellung im Museum Koenig, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) konzipiert wurde und am Donnerstagabend eröffnet wird.

 Am Schiffsmodell lassen sich die Gefahren Ölunfällen nachvollziehen, erklärt Sabine Hein vom Museum Koenig.

Am Schiffsmodell lassen sich die Gefahren Ölunfällen nachvollziehen, erklärt Sabine Hein vom Museum Koenig.

Foto: Horst Müller

Als größter Forschungsförderer in Deutschland unterstützt die DFG jährlich rund 20.000 Projekte aus allen wissenschaftlichen Disziplinen. Das klingt, wie viele wissenschaftliche Projektbeschreibungen auch, erst mal recht abstrakt. Die Ausstellung mit dem Titel "Von der Idee zur Erkenntnis" stellt nun einige dieser herausragenden Projekte vor. "Exemplarisch zeigen sie die Vielfalt aktueller Forschungsthemen und die kreativen Lösungswege", so DFG-Präsident Peter Strohschneider über die Ausstellung, die gleichzeitig auch eine Huldigung an die Leidenschaft von Wissenschaftlern und eine Erklärung für den Forschergeist ist: Am Anfang jeder Erkenntnis stehen die Neugier, der Wissensdurst von Menschen. Und dies beschreibt die Ausstellung an ihren zwölf Stationen ebenso plastisch wie anwendungsnah.

Zum Beispiel "SOS", das Projekt "Seegangsunabhängiger Ölskimmer" der TU Berlin: Das Problem von Ölunfällen aus Schiffshavarien ist vor allem das Entfernen des Öls bei starkem Seegang. Die Wissenschaftler entwickelten ein computergestütztes Simulationsverfahren, mit dem Einsätze zur Ölkatastrophenbekämpfung effizient entwickelt werden können.

Eindrucksvoll ist auch der Stand der "RoboBee": Die Frage, die Wissenschaftler hier interessierte, war, wie Sucherbienen und Sammelbienen miteinander kommunizieren. Antwort: im Prinzip aus einer Mischung aus Tanz und geometrischen Figuren. Mit dem sogenannten Schwänzeltanz informiert die Biene über den Standort der Futterquelle. Anhand von Zeichnungen und Filmen lässt sich nachvollziehen, wie das funktioniert und wie die Forscher kleine Roboterbienen bauten, die diese Tänze simulieren. Warum die Forschung sich damit befasst? Neben der Entschlüsselung des Rätsels dieser Kommunikation geht es auch um die Erkenntnis, welche komplexen Strukturen Bienen zu bewältigen im Stande sind, und das Verständnis von Gehirnleistungen - selbst in solch kleinen Organismen.