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Unglücke in der Vergangenheit: Diese Kranunfälle gab es in Bonn und der Region

Unglücke in der Vergangenheit : Diese Kranunfälle gab es in Bonn und der Region

Der Kranunfall vom vergangenen Samstag am Bonner Hauptbahnhof hat viel Aufsehen erregt. Bereits in der Vergangenheit gab es Unfälle mit Baukränen in der Region. Hier ist eine Übersicht der letzten Jahre.

Ein umgestürzter Baukran hat am vergangenen Samstag für Sperrungen am Bonner Hauptbahnhof gesorgt. Bereits zuvor gab es aufsehenerregende Unfälle mit Baukränen, die teilweise erheblichen Schaden angerichtet haben.

Beuel - Juni 2014

Baukran stürzt auf Kita-Neubau

An der Limpericher Straße in Beuel neigte sich an einem Junitag 2014 plötzlich ein großer Baukran und krachte mitten auf die Baustelle. Der Koloss riss dabei einige Wände der dort entstehenden neuen Kita sowie den Zaun und die Hecke zu einem Nachbargrundstück mit. Zwei Bauarbeiter wurden an Arm und Knie leicht verletzt. Der Kran wurde komplett beschädigt, auf der Baustelle und im Nachbargarten entstand erheblicher Schaden.

Der Kran soll zwar vorschriftsmäßig aufgestellt, dann aber mit mehr als dem zulässigen Gewicht von 2,5 bis drei Tonnen belastet worden sein. Das könnte dazu geführt haben, dass zuerst der Ausleger eingeknickt und dann das ganze Gerät umgestürzt sei.

Bonn - September 2014 & Troisdorf - September/November 2014

Baukran kippt in Wohnung in Troisdorf

Im September 2014 ist ein Baukran auf das Dach einer Wohnung am Görresplatz in Troisdorf gefallen. Der Nachbar der darunterliegenden Wohnung hatte einen Knall gehört und war auf die Straße geeilt, als er den Kran auf dem Dach des Mehrfamilienhauses liegen sah.

Der Kran war ursprünglich für Dachdecker-Arbeiten auf der gegenüberliegenden Straßenseite am Görresplatz im Einsatz um Holzbalken und weiteres Arbeitsmaterial auf ein Dach zu heben.

Bagger kippt in Haltestelle am Stadthaus

Bei Bauarbeiten an der Haltestelle am Berliner Platz in Fahrtrichtung Kennedybrücke war im September 2014 ein Bagger umgekippt und in die Haltstelle gestürzt. Der 48 Jahre alte Baggerfahrer kam mit dem Schrecken davon.

Der 25 Tonnen schwere Bagger musste mit einem Schwerlastkran geborgen werden. Ereignet hatte sich der Unfall nach Aussage des Baggerfahrers, als er mit seinem sogenannten "Pulverisierer" mit der Zerkleinerung von Mauerresten an der Haltestelle beschäftigt war. Bei diesen Arbeiten habe, so die Schilderung des Baggerfahrers, ein Strang Moniereisen so fest gesessen, dass sich der Bagger aufschaukelte und von der Fahrbahn in die Baustelle stürzte.

Kranwagen rammt Haus beim Rangieren

Mit seinem Anhänger hatte der Fahrer eines Kranwagen im November 2014 in Troisdorf den Außenputz und die Dachrinne eines Hauses in der Straße "Schengbüchel" beschädigt. Verletzt wurde niemand, es entstand lediglich ein Sachschaden. Der Fahrer zahlte ein Verwarnungsgeld und konnte dann weiterfahren.

Sankt Augustin - September 2009 & Rheinbach - Dezember 2009

Autokran stürzt knapp neben Wohnhaus

Ein 60 Tonnen schwerer Autokran mit einem 60 Meter langen Ausleger war im September 2009 in Sankt Augustin auf dem Niederberg umgestürzt. Der Koloss aus Stahl beschädigte eine Garage schwer und fiel nur wenige Meter an einem Wohnhaus vorbei. Die Spitze des Auslegers mit den tonnenschweren Umlenk-Rollen blieb nur ein paar Meter vor einem zweiten Wohnhaus liegen. Unter Schock aber körperlich unversehrt konnte sich der Kranführer aus seinem umgestürzten Gefährt befreien.

Die Stützen hatte der Kranführer ordnungsgemäß ausgefahren. Am Kran hing noch keine Last, als beim Schwenken des Auslegers plötzlich eine Stütze in einem Hohlraum einbrach, vermutlich in einem alten Brunnenschacht unter dem Grundstück, auf dem sich der Kran befand. Der 60-Tonner kippte auf die Seite, und der Auslieger krachte diagonal über zwei Grundstücke. Zwei geparkte Fahrzeuge wurden leicht beschädigt.

Kranunfall in Rheinbach

Ein Kran in Rheinbach hatte im Dezember 2009 beim Heben einer Palette mit Steinen Übergewicht bekommen, weil eine Automatiksperre nicht funktionierte. Daraufhin war er umgekippt und hatte ein Haus, einen Lieferwagen und einen Pkw beschädigt. Der Sachschaden wurde auf rund 100.000 Euro geschätzt.

Endenich - Juni 2007 Meckenheim - Oktober 2005

Kran stürzt neben Bushaltestelle

Ein Kranwagen war an einem frühen Morgen im Juni 2007 im Vorgarten eines Mehrfamilienhauses im Flodelingsweg umgestürzt, sein Ausleger durch zwei Bäume hindurch auf Bürgersteig und Fahrbahn geknallt; zwei Meter neben eine Bushaltestelle. Durch den Unfall lief Hydrauliköl aus dem etwa 400 Liter großen Tank des Krans.

Dass Öl im Boden versickerte, konnten die Wehrleute nicht verhindern. Der Kranwagen sollte eine Mobilfunkeinheit auf das Dach des achtstöckigen Hauses hieven. Der Fahrer habe offensichtlich vergessen, die Stützen des 48 Tonners auszufahren und damit das Gefährt abzusichern. Der entstandene Schaden wurde auf rund 60.000 Euro geschätzt

Beschädigte Fußgängerbrücke musste abgerissen werden

Die Fußgängerbrücke über der Giermaarstraße in Meckenheim musste nach einem Unfall im Oktober 2005 abgerissen und komplett erneuert werden. Ein Fahrer eines Kranwagens hatte die Brücke so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr restauriert werden konnte. Nachdem der Fahrer ein Auto aufgeladen hatte, hatte er es versäumt, den Kran wieder einzuziehen, teilte die Pressesprecherin der Stadt Meckenheim mit.

Bornheim - Dezember 2005 & Poppelsdorf - September 2004

Kran stürzt in Kindergarten

Ein 40 Tonnen schwerer Kran war im Dezember 2005 bei den Arbeiten für den Anbau auf das Dach eines Kindergartens in Bornheim gekippt und hatte erheblichen Schaden verursacht. Der Kindergarten musste evakuiert werden. Der tonnenschwere Kranausleger fiel auf dem Dach und die Mauern eingedrückt. Der Schaden am Dach betrug laut Kindergartenleiterin etwa 200.000 Euro.

Kran hatte nicht genügend Standsicherheit

Bei einem Kranunglück in der Sternenburgstraße in Bonn wurden im September 2004 zwei Menschen schwer verletzt und ein Haus völlig zerstört. Das Unglück war auf den instabilen Untergrund zurückzuführen, der dem über 24 Tonnen schweren Kran nicht genügend Standsicherheit bot. Bei dem Sturz des Baukrans entstand ein Sachschaden in Höhe von mehreren hunderttausend Euro. Ein Hausanbau wurde zerstört.

Leipzig - April 2015 & Bad Homburg - Dezember 2013

Kran stürzt in Innenstadt um - Bauarbeiter stirbt

Ein Bauarbeiter kam bei einem Kranunfall in der Leipziger Innenstadt im April 2015 ums Leben. Der 53 Jahre alte Mann saß in der Kanzel des Autokrans, als dieser aus ungeklärter Ursache plötzlich nach hinten umkippte. Der Kranführer wurde eingequetscht und erlitt tödliche Verletzungen. Die Unterseite des Krans mit den Rädern ragte nach dem Unfall steil in die Höhe.

Ein 57 Jahre alter Kollege des Mannes, der auf dem Kran gestanden hatte, konnte sich gerade noch mit einem Sprung retten. Er verletzte sich dabei am Gesicht und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Drei weitere Bauarbeiter blieben unverletzt. Der Autokran war in der Fußgängerzone aufgestellt worden, um einen anderen, stationären Kran abzumontieren.

Tödlicher Kran-Unfall in Bad Homburg

Ein tonnenschwerer Baukran war im Dezember 2013 in Bad Homburg umgestürzt und auf einen Aldi-Markt gekracht. Die tonnenschwere Stahlkonstruktion traf das Gebäude im Kassenbereich. Eine 45 Jahre alte Frau, die dort gestanden hatte, wurde von Trümmerteilen getroffen und getötet. Sieben Menschen wurden verletzt, darunter der Kranführer. Mit einem Spezialfahrzeug konnten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk den umgestürzten Kran anheben.